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Pilgerreise zum Himalaya

Donnerstag, April 16th, 2009

„Der Zweck einer Pilgerfahrt ist die Reinigung“, sagte Swamiji, als er auf seinem Lieblingsplatz auf der linken Seite neben dem Eingang seiner Höhle „Sivananda Guha“ saß, mit dem Gesicht zu dem lärmenden, tosenden Ganges und den gigantischen felsigen Bergen. „Ich habe alle Möglichkeiten auf dieser Welt, Nassau, New York, Kanada usw., aber nichts ist vergleichbar mit diesem Ort hier, erklärte Swamiji. „Ich muß diesen ganzen Weg hierhin gehen, um am Ufer von Mutter Ganges zu sitzen!“

Reinigung. Unsere Ideen loslassen, unsere Anhaftungen, all diese kleinen Würmer und Insekten unserer Gedanken, die uns lebendig auffressen, Tag und Nacht. Loslassen und Frieden finden. Diese wundervolle, magische Energie einatmen, die uns kräftigt und uns jeden Moment als einzig und ewig fühlen und schmecken läßt.

Einzig und ewig ist dieses kleine Dorf Gangotri, sehr tibetisch mit seinen alten Stein- und Felshäusern, seinen engen Dorfstraßen, die gesäumt sind mit winzigen Hütten, Bazaren und Läden, die religiöse Gegenstände, Süßigkeiten, Opfergaben und Flaschen mit Gangeswasser verkaufen. Einzig und ewig der alte Tempel von Mutter Ganges, wo Swamiji uns zuerst hinbrachte, sich vor der Mutter niederwarf, vom pujari Prasad bekam und ein bis dreimal um den Tempel herumging, um ihren Segen zu erhalten. Einzig und ewig dieser Spaziergang am Ufer des Ganges, an den blanken Felsen entlang, auf ihrem (sehr heiligen, wie Swamiji sagte) grauen Sand, im kühlen Wind des Himalaya.

„Es werden einem alle Sünden abgewaschen, wenn man einmal in Mutter Ganges in Gangotri eintaucht“ (das letzte Dorf auf dem Weg hoch zur Gangesquelle), so ist der allgemeine Glaube. „Wie wäre es mit einem Bad in Gomukh (die Quelle des Ganges, 15 Meilen von Gangotri entfernt und nochmal 5000 Fuß höher)?“ Vielleicht sogar alle Sünden und die der vorigen Leben, da das Wasser eiskalt ist und direkt aus dem Gletscher kommt.

„Ihr müßt ein sehr gutes Karma haben, wenn Ihr von so weit hierher kommt, um ein Bad im Ganges zu nehmen,“ sagte Swamiji. „So viele Menschen träumen davon und können nicht kommen, auch wenn sie in Indien leben. Was wollt Ihr noch? In den Schwingungen von Heiligen und Weisen verweilen. In ihren Fußstapfen laufen. In ihrer Gegenwart sein. Man fühlt sich so winzig und unbedeutend, wenn man diese heiligen Plätze besucht, diese heiligen Tempel.

Tempel zu besuchen ist wie mit unseren physischen Augen die Herrlichkeit, die Farben und das Licht unseres inneren Tempels zu sehen. Ihre Hügel hinaufzusteigen und ihre Stufen zu erklimmen ist wie der Aufstieg, das Erklimmen der inneren Stufen zum Tempel unseres Herzens. Durch dunkle Labyrinthe und erhabene, innere Höfe der Tempel zu gehen, sich selbst vorzubereiten, das Innere zu erreichen und darshan mit Gott zu erfahren! Von Angesicht zu Angesicht mit seiner Herrlichkeit!

Angeführt von mystischen Kräften, ohne große Planung im voraus, erreichte Swamiji unerwartet Kedarnath via GauriKund, wo der Fluß Mandakini sein Lied singt und wo es keine Autos mehr gibt. Wir brauchten fünf Stunden mit den Pferden, um an der Spitze anzukommen. Wir mußten 1800 Meter hoch auf dem17 km weiten Weg.Wir ritten auf Pferden und diese gingen langsam in einer Reihe, den jungen Männern folgend, ihren Führern.

„Welch ein Karma, so ein Pferd zu sein, nicht wahr, Swamiji?“ fragte C.P., unser Begleiter. „Es ist alles Gottes lila,“ flüsterte Swamiji. Und er fuhr fort: „Der eine oben, der andere unten und der eine vorne sind eins. Wer trägt wen und wer führt wen?“

Nach einigen chai (heißer Tee)läden, näherten wir uns langsam der Stätte Shivas. Das Schauspiel war sehr erhebend. Die Berghänge waren mit üppiger tropischer Vegetation bedeckt, durchzogen von Flüssen und Wasserfällen. Endlich erreichten wir Kedarnath und gingen zum Tempel.

Was die Augen im Herzstück des Tempels sehen, ist eine dreieckige Form eines schwarzen Felsens, der vom Boden nach oben zeigt. Was der Geist erkennt, ist der heilige Sivalingam, der von Sri Adi Guru Sankachariya aufgestellt wurde. Was das Herz fühlt, ist sofortige Hingabe, die Augen wollen diese liebliche Erscheinung verschlingen, die Ohren sind erfüllt von unirdischen Liedern und Hymnen. Swamiji saß für die Puja direkt neben dem Sivalingam. Er saß mit gekreuzten Beinen und meditierte, während wir eine Verehrungszeremonie durchführten. Sein Körper zitterte und er weinte und schluchzte. Seine Hände waren zum Gebet und demütigen Gesten gefaltet. Was er sah, können wir niemals erahnen, und er kann es niemals beschreiben. Alles was wir sahen, war dieser wonnevolle und fremde Ausdruck auf seinem Gesicht, als er versuchte, es uns zu beschreiben: „Ich brauchte 60 Jahre meines Lebens, um diese Vision zu haben. Es ist unbeschreiblich, diese Vision von Siva und Parvati in einer Einheit zu sehen, der kosmische Vater und die kosmische Mutter. Es ist wie als ob Mutter und Vater auf mich gewartet haben, um mir in diesem Moment diese Vision zu geben.“

Zwei Tage später während der frühmorgendlichen Puja in Badrinath, im heiligsten der heiligen Tempel Indiens, geschah Swamiji das Gleiche. Er sprach nicht viel darüber, außer daß er dem Ersten Priester des Tempels, dem Rawal, einem Mann aus Kerala, der seit 25 Jahren seinen Dienst tat, erzählte, wie wunderschön Gott Badri Narayan war. Er wurde königlich behandelt. Der Rawal gab ihm eine große Tasche voller Prasad (gesegnete Speisen), direkt vom Abishekam, außerdem das goldene Tempeltuch selbst.

Badrinath ist im Gegensatz zu Kedarnath mit dem Auto erreichbar. Er hat einen wunderschönen, majestätisch dekorierten Eingang mit einer großen Glocke. Unten am Eingang gab es zwei natürliche, sehr heiße Quellwasserbecken (Napta Kund), wo wir vor der Puja ein reinigendes Bad nahmen.

„Ich war ein 19 Jahre alter Junge, als ich zum ersten Mal Badrinath besuchte,“ sagte Swamiji. „Gott erlaubt mir, es vierzig Jahre später noch einmal zu sehen. Nun bin ich sechzig Jahre alt.“ Er erzählte uns Geschichten von seiner ersten Pilgerfahrt, wie er barfuß und ohne Essen auf den Bergwegen von Rishikesh nach Badrinath unterwegs war, mit dem Gelübde, kein Geld anzurühren.

„Narada, Sarada, Sri Sankarcharyia, alle haben sie hier meditiert! Sie kamen alle hierher!“ rief Swamiji mit leuchtenden Augen, während er die Straße den Hügel hinunterging.

Swamijis hat buchstäblich seine eigene Fußspuren in dieser Region des Himalaya hinterlassen. Er blieb mit seinen Füßen im geschmolzenen Asphalt an der Seite der Straße stecken. Es dauerte einige Zeit, den Asphalt von seinen Füßen zu entfernen, selbst mit Benzin! Später im Auto, als wir herunterbrausten, lachte er von ganzem Herzen. „Sitaramananda! Erzähl jedem, daß Du der erste Schüler bist, der padapuja (rituelle Verehrung der Füße des Gurus) mit Benzin gemacht hat!“

Swami Sitaramananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Das Wasser des heiligen Ganges

Dienstag, April 14th, 2009

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In dieser individuellen Existenz kann in einer sehr kurzen Lebensphase die natürliche Entwicklung gesteigert werden und wachsen. Wir bewegen uns alle in dieselbe Richtung und diese Richtung ist Gott entgegen, oder der Gottheit entgegen, wie auch immer Ihr es ausdrücken wollt.

Es regnet heute und der Regen fällt auf eine weite Fläche, von der Spitze zum Fuß der Berge und überall dazwischen, auf die Bäume, die Seen und die Wiesen. Dieses Wasser sammelt sich langsam, ganz langsam und wird zu kleinen Strömen, die Ströme werden schließlich zu größeren Flüssen. Die Flüsse tragen dasselbe Wasser langsam zu den Stromschnellen, durch Gebirge und Felsen, durch schwierige Pfade, neue Wege durchbrechend, um Hindernisse herum. Die turbulenten Flüsse enden im unermeßlichen Ozean. Ihre Reise ist zu Ende, keine Turbulenzen mehr. Kein Gerenne mehr seit der ganzen Zeit, seit sie die Berge verlassen haben, um Tausende von Meilen in vielen verschiedenen Gestalten durch jegliche Geländeform zu reisen, und viele Hindernisse zu überwinden. Durch all dies ist der rastlose Fluß ständig unterwegs gewesen, seinem Ursprung entgegen, von wo er zuerst kam. Das ist der Ozean. Der Ozean wird Wasserdampf und formiert sich zu Wolken, und wenn diese zu Regenwolken werden, verteilen sie sich auf den verschiedenen Erdteilen und kommen als Regen zur Erde zurück.

Das Wasser war nicht glücklich, weder am Himmel noch auf der Spitze des Berges, es war rastlos. Es wollte zu seinem Ursprung zurück, dem Ozean. Nur dann, wenn der Fluß seine Quelle erreicht hat, wird er wieder majestätisch, universell. Er hat seinen Namen und seine Form verloren. Dieser Fluß, der vom Himalaya kommt und Ganges genannt wird, erreicht nach einer Reise von 3000 Meilen den östlichen Teil von Indien, und wenn er sich mit dem Ozean vereint, verliert er sowohl seinen Namen als auch seine Form. Er wird nicht länger Ganges genannt, er hat auch keine Form mehr. Er vereint sich mit dem riesigen Ozean, sein Name, seine Form und seine Eigenschaften sind verloren. So ergeht es auch dem Colorado River, dem Mississippi und dem Nil, alle Flüsse erreichen den Ozean, und wenn sie ihn erreichen – egal, woher sie kommen - verlieren sie alle Namen und Form. Niemand nennt ihn nun noch Colorado River oder Mississippi oder Ganges. Es ist einfach ein einziger Ozean. Niemand behauptet, „Oh, das ist mein heiliger Ganges. Ich liebe ihn. Ich verehre meinen heiligen Ganges.“ Andere verehren andere Flüsse, sie lieben sie. Aber hier behauptet niemand, „Er gehört mir.“ Er ist allumfassend geworden.

Im Yoga und Vedanta wird diese universelle Erfahrung Gottesverwirklichung genannt, oder wenn Ihr nicht an Gott glaubt, Selbstverwirklichung. Mit dem gewöhnlichen menschlichen Verstand, dem gewöhnlichen menschlichen Intellekt können wir den unendlichen Ozean nicht erfassen, wie groß er ist, wie lang er ist, wie tief er ist und wie weit entfernt. Mit seinen gewöhnlichen Sinnen kann der Mensch das Ende des Ozeans nicht sehen, wie weit und wie tief er ist, wieviele Millionen und Millionen Kreaturen in ihm leben und welche Stürme toben. Nichts von alledem können wir mit unseren Sinnen erfassen, wenn wir auf das Meer schauen. Wenn es also so schwierig ist, den gewöhnlichen Ozean mit unseren Sinnen, unserem Verstand und Intellekt zu ergründen, wie können wir dann über Gott nachdenken?

Gottes unendliche Natur geht weit über unseren Verstand hinaus. Sogenannte Gottesführer, besonders die fanatischen, sprechen von Gott, als wäre er auf ihrer Seite, sie verstehen seine unendliche Natur nicht. Gott ist weder auf der Seite der Russen oder der Amerikaner noch auf der der Moslems, Israelis oder Hindus. Gott ist ein unendlicher Ozean der Liebe, des Mitgefühls, der Gnade, der Wahrheit, der Freude und des Friedens. Wir können nicht ermessen, wie groß er ist, wie mitfühlend dieses höchste Wesen ist. Noch können wir die unendliche Schöpfung ermessen, die er erschaffen hat.

Obwohl viele von Euch gebildet sind, denken die meisten von Euch immer noch, daß Gott nur den Planeten Erde erschaffen hat, vielleicht noch die Sonne und den Mond. Und auf diesem Planet Erde nahm er sich viel Zeit, um Euch Menschen zu erschaffen. Er erschuf Adam und Eva und sie benahmen sich nicht rechtmäßig. Sie aßen den Apfel und dann bevölkerten sie diesen Planet Erde. Dann kamen einige Millionen Juden, einige Millionen Christen, einige Millionen Hindus, Araber, Amerikaner, Russen usw. So gibt es jetzt ungefähr fünf Milliarden Menschen auf diesem Planeten Erde. Und dann teilen wir diesen Gott in verschiedene Sektionen auf: Gott der Hindus, Gott der Christen, Gott der Katholiken, Gott der Protestanten, Gott der Israelis, Gott der Moslems, Gott der Buddhisten. Das ist nicht Gott. Wir teilen dieses Höchste Wesen und machen aus ihm ein endliches Objekt.

Dieser Gott, dieses unendliche Wesen, das wir nicht durch unseren Intellekt oder durch unseren Verstand erkennen können, wird so aufgespalten, daß er in unseren geistigen Zustand paßt. Wir pressen dieses Höchste Wesen in einen schmalen, winzigen Umschlag. Ein Hindu denkt, „Gott ist nur da, um mich zu beschützen, weil ich ein Hindu bin. Ich verehre Gott Krishna, also wird Krishna nur mir helfen, einem Hindu, der Krishna verehrt und vielleicht auch den Hare Krishna Leuten.Auch sie verehren Krishna.“ Aber Krishna wird nicht den Christen, Moslems, Juden, Arabern, Russen, Gläubigen oder Ungläubigen helfen, weil sie ihn nicht Krishna nennen. So sagen die Moslems, „Oh nein! Nein, nein! Der Name Gottes ist Allah, nicht Krishna. Euer Krishna ist ein Nichts. Unser Allah ist der Höchste Gott. Er wird nur Moslems beschützen oder diejenigen, die ihn Allah nennen und ihn so verehren, wie Moslems es tun. Sonst wird Allah Euch nicht helfen. Er wird Euch zerstören. Also seid bei uns dabei.“ Und Israelis und Juden sagen, „Oh, nein, nein, nein! Gott ist auf unserer Seite. Solange Ihr nicht diesen besonderen Weg geht, wird Gott Euch keinerlei Erlösung geben.“ Protestanten sagen, „Oh nein, nein. Nein! Das stimmt nicht! Wir haben einen Höchsten Vater, und Jesus kam und nur durch ihn werdet Ihr Gott erkennen. Kommt zu uns.“

Jeder Religionsführer kam und sagte, „Gott ist Eins und er ist auf meiner Seite.“ Jede Religion – Christentum, Judaismus, Islam, Hinduismus- ganz egal. Sie sagen alle, daß es nur einen Gott gibt. Aber wenn Du diesen Gott verehrst, heißt es, „Oh nein! Wir sind gespalten. Es gibt nicht nur einen Gott. Der Gott der Hindus ist verschieden vom Gott der Christen oder der Juden.“ Das ist Ignoranz. Das ist nicht das Ziel von Yoga und Vedanta.

Erinnert Euch an den Fluß. Der Ganges vereint sich mit dem Ozean und dieser Ozean enthält das Wasser von Tausenden von Flüssen auf der ganzen Welt. Nicht nur das Wasser des heiligen Ganges erreicht diesen Ozean, sondern auch das Wasser aller Flüsse, die nicht verehrt werden, die zum Fischen benutzt werden und auch die, die verschmutzt und nicht heilig sind. Wenn sie zum Ozean kommen, macht er keinen Unterschied bei dem heiligen Hinduwasser. Der verschmutzte und der heilige Fluß werden eins. Das ist der Weg der Gottesverwirklichung.

Unterscheidung ist im Yoga und Vedanta ein Widerspruch. Wenn Ihr folgende Gedanken auflöst: “Ich bin von Dir verschieden, meine Religion ist von Deiner verschieden, mein Gott ist von Deinem verschieden,“ dann habt Ihr Yoga und Vedanta. Weil die Menschen nicht in der Lage sind, diese Unterscheidungen aufzulösen, sind wir in unserem gegenwärtigen Zustand auf diesem Planeten Erde, in dieser speziellen Phase der Geschichte. Der Mensch hat einen Zustand erreicht, in dem er fast tot ist. Die Schlinge sitzt um seinen Hals. Er steht ganz oben auf seinen Zehenspitzen. Der Tisch unter ihm ist sehr wackelig. Jeden Moment kann er sich erhängen. Die menschliche Rasse ist verdammt, bis uns eine göttliche Macht rettet. Und diese göttliche Macht wird nicht kommen, um nur Hindus zu retten oder Juden oder Christen oder Moslems oder irgendeine andere Gruppe. Diese göttliche Macht wird uns alle aufnehmen, wie der Ozean.

Swamiji lehrte uns immer die Gleichheit aller Religionen und die Notwendigkeit der hingebungsvollen Praxis. Obwohl er von Geburt ein Hindu war, begrenzte er sich nicht auf irgendeine bestimmte religiöse Praxis. Zu Weihnachten und Ostern wurden oft katholische Messen gefeiert. Ein Baptistenchor kam regelmäßig zu den Yogaretreats in Nassau, um dort zu singen. Rabbi Shlomo Karlbach kam, um uns singen und tanzen zu lehren. Auf der Yoga Ranch in Woodbourne wurden oft typische uramerikanische Schwitzhütten abgehalten.

Menschen sind von Natur aus emotional und müssen diese Seite von ihnen ausdrücken können. Swamiji ermutigte uns, unsere emotionale Natur, welche wir anderen gegenüber ausdrückten, in bhakti (Hingabe) umzuwandeln, in den Ausdruck der Liebe zu Gott. Zweimal am Tag im satsang sangen wir Mantras und damit den Namen Gottes. Religiöse Feiertage wurden mit besonderen pujas gefeiert. In den Ashrams waren überall Schreine und Tempel.

Swamiji zögerte niemals, seine eigene Hingabe auszudrücken. Er brach oft in Tränen aus, wenn jemand das Bhagavatam sang oder wenn Schüler fromme Stücke über das Leben von Krishna, Rama oder anderen Personen aus den Schriften aufführten. Swamiji ging auch regelmäßig auf Pilgertouren, besonders als er älter wurde und seine Hingabe an die Göttliche Mutter immer stärker wurde.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Swamijis Blick

Mittwoch, April 8th, 2009

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Swamiji schaute mich an und sah alles, was unvollkommen war. Ich konnte mich nicht verstecken. Aber er schaute nicht mit Augen des Vorwurfs auf mich. Sein Blick machte mich nicht nieder oder ließ mich klein oder begrenzt fühlen. Sein fester Blick war auch nicht nachsichtig. Er war ohne Wertung, einfach sehend, was war.

Swamijis Augen inspirierten mich, es besser zu machen. Ich konnte in ihnen den Unterschied zwischen Vollkommenheit und Unvollkommenheit sehen und den Weg, Vollkommenheit zu erreichen.

Swami Sitaramananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Einfach nur da sein! Das reicht.

Montag, April 6th, 2009

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Als ich an einem Wochenende auf der Yogaranch ankam, war mein Geist sehr erschöpft und aufgewühlt, müde von einer langen hektischen Woche im New Yorker Zentrum. Ich schritt durch die Halle des Haupthauses, als Swami Kartikeyananda aus dem Eßraum herausschaute und mich hineinzog, wo Swamiji sich hingelegt hatte. Sofort wurde mein Geist vollständig leer. Es war, als ob Swamiji mit einem Radiergummi meine ganzen Gedanken wegewischt hätte. Ich mußte überhaupt nichts tun, um wieder aufgerichtet zu werden, sondern einfach nur da sein!

Swami Gajananmananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Der Ashram ist in Euren Herzen

Samstag, April 4th, 2009

Ich war gerade dabei, im Nassau Ashram das Eingangshäuschen zu betreten, als Swami Vishnu auf einem der Wege erschien. Er spazierte herum, beobachtete alles genau, grüßte alle und gab Anweisungen. Ein Mitarbeiter begrüßte mich und erklärte ihm, daß Kanti Devi mich aus Uruguay geschickt hatte.

Er antwortete, „Ah, Kanti Devi, Kanti Devi…“ Ich sprach kein englisch. Es war nicht nötig. Seine Präsenz, seine Augen, seine Gesten und seine Schwingungen reichten vollkommen aus.

Das Yogalehrertraining wurde von ihm geleitet, Vorträge und Meditationen begleiteten den Unterricht. Eine intensive erste Woche, in der Swamiji uns auf Spaziergängen begleitete, mit uns lachte, spielte und alles auskundschaftete. Am Samstag bei der Talentshow war er wie ein Daddy, der mit uns eine tolle Zeit verbrachte.

Die Tage gingen vorbei. Swamiji war das Zentrum, die Verbindung und die Präsenz, obwohl er nicht immer in unserer Mitte war. Dann kam die Zeit des Abschieds. Die Erinnerung an seine Worte ist immer noch in meinem Herzen. „Der Ashram ist in Euren Herzen, wenn Ihr Eure Augen schließt, werdet Ihr hier sein, wenn Ihr es wollt.“ Ich brauchte nie mit Swamiji selbst zu reden. Ihn zu sehen reichte aus, um zu verstehen und zu begreifen, was er sagte. Hier und jetzt schließe ich meine Augen und er ist in meinem Herzen.

Vishnu

Montevideo, Uruguay

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Ein Beispiel dafür zu sein, wie die Dinge getan werden sollten

Donnerstag, April 2nd, 2009

Für mich war das interessanteste Merkmal bei Swamiji, daß er niemals damit aufhörte, daß beste Beispiel dafür zu sein, wie die Dinge getan werden sollten. Durch alles, was er tat, wurde Yoga zum lebendigen Prinzip.

Ich erinnere mich deutlich an den Neujahrstag 1993 im Ashram in Val Morin. Der Morgen war sehr klar, mit strahlendem Sonnenschein, aber es war eiskalt. Beim Frühstück kündigte Swamiji an, daß er eine kleine Pilgertour machen wollte, einen Spaziergang durch den Ashram, um Blumen, Räucherwerk und Gebete in den verschiedenen Tempeln darzubringen. Jeder war eingeladen, daran teilzunehmen. Das war Swamijis Art, Gott um Segen für das Neue Jahr zu bitten. Wie immer in den letzten Jahren war Swamjis Gesundheit sehr schlecht, selbstverständlich saß er in einem Rollstuhl.

Ich muß zugeben, daß ich nie daran gedacht hatte, im Schnee an diesem eiskalten Morgen spazierenzugehen, um Gott um Gnade zu bitten, aber glücklicherweise saß Swamiji dort in seinem Rollstuhl, unfähig seinen Körper zu bewegen. Mir kam sofort der Gedanke, „Wenn er es kann, wenn es ihm nicht zu kalt ist…“

Swamiji war dementsprechend angezogen, er saß auf einer Decke, dann noch eine extra Decke unter ihm, zwei Decken, die ihn zudeckten, zwei Mützen auf seinem Kopf, Handschuhe und zwei Paar Socken. Er wurde mehrfach gefragt, ob er wirklich gehen wollte. Er bestand darauf. Also gingen wir los, und natürlich war es der beste Anfang des Jahres! Ich hätte ohne Swamiji diese wundervolle Möglichkeit verpaßt.

Auf eine Weise fühlte ich mich beschämt. Ich war gesund, konnte laufen und war 20 Jahre jünger als Swamiji, aber ich hatte das Gefühl gehabt, es war zu kalt, um auf eine Pilgertour zu gehen. Einmal mehr hatte Swamiji mir gezeigt, daß äußere Bedingungen, physische Bedingungen eingeschlossen, keine Hindernisse sein dürfen und können, um seinen Pflichten nachzukommen, sei es die tägliche Arbeit oder die Verehrung von Gott. Ich kann nicht ausdrücken, wie dankbar ich bin, daß ich den Segen habe, von Swamiji zu lernen, meistens nur dadurch, daß ich ihn und die Art seiner Handlung betrachte.

Swami Yajnavalkyananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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Meditation am Ganges

Montag, März 30th, 2009

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Draußen braust der Ganges schnell vorbei, kracht über Felsbrocken in die Schlucht unter unserem Hotel. Hier haben wir nur das Allernotwendigste und das beste Essen, wie durch ein Wunder von den Mitarbeitern des Hotel Interlok zubereitet, auf etwas, was wie ein tragbarer Herd aussieht und mit dem Wasser, das vom Fluß heraufgebracht wird. An diesem Morgen, unserem ersten Morgen hier, waren viele von uns krank. Einige waren einfach zu alt, um die Höhe zu vertragen. Einige konnten sich nicht mit der rauhen Unterkunft abfinden. Sieben kehrten nach Rishikesh zurück. Ich tat, was ich konnte, um den Kranken zu helfen. Dann nach dem Frühstück ging ich den Fluß hinauf zu Swamijis kutir. Ich hoffte, daß er mich mein Sadhana in seiner Höhle machen lassen würde.

Auf meinem Weg kam ich an ca. 20 Leuten vorbei, die die Nacht entweder in Höhlen oder in Zelten verbracht hatten. Sie sagten mir, daß ich umkehren sollte, da wir eine Gruppenwanderung zu einigen Wasserfällen machen würden, aber ich ignorierte sie. Endlich erreichte ich Swamijis Höhle. Ich fand ihn auf einer Bank sitzend, außerhalb der Guha. Er verbeugte sich vor mir mit einem wunderbaren, liebenden Lächeln. „Geh und esse Dein Frühstück,“ sagte er.

Es scheint, daß er mir immer sagt, daß ich etwas essen soll! Aber ich sagte ihm, daß ich bereits gegessen hätte. „Swamiji, ich möchte baden.“

„Ja, ja – meditiere, ruhe Dich aus, genieße die Sonne.“ Und so badete ich mit seinem Segen in dem eiskalten Fluß und verbrachte anderthalb Stunden damit, draußen auf einem Felsen im Ganges Pranayam und Meditation zu praktizieren.

Als ich meditierte, hatte ich das Gefühl, der Ganges würde direkt durch mich hindurchfließen. Anschließend saß ich im Schutz eines großen Felses und aß einen Apfel. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, sicher geborgen im Mutterschoß, ohne irgendeine Sorge auf dieser Welt. Ich war mir einfach nur der göttlichen Liebe bewußt, die von den Bergen, vom Himmel, vom Ganges und von Swamiji durch mich strömte. Er hatte mir eine besondere Erlaubnis erteilt, geliebter Guru, und ließ mich in der Nähe seines guha bleiben, als alle außer ein paar Mitarbeiter abwesend waren.

Saraswati

New York, NY

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Madasal berichtet über Swami Vishnu Devananda

Samstag, März 28th, 2009

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Nach zwölf Stunden Busfahrt erreichten wir unser Hotel in Palghat gerade nach Einbruch der Dunkelheit. Es gab keinen Strom, da abends öfter der Strom abgestellt wurde. In der fensterlosen Hotelgängen konnte man die Zimmernummern an den Türen nicht erkennen, also erfühlten wir uns gewissermaßen den Weg raus aus der Halle zum zweiten Stock und ertasteten die Nummern wie Braille, bis wir bei Nr. 206 angelangt waren.

Wir zogen uns rasch um und gingen direkt wieder los, um Swamiji am Abend im Sivananda Ashram in Palghat zu treffen. Swamiji sprach bereits, als wir eintrafen und einige von unserer Gruppe gaben eine sehr improvisierte Vorstellung von Asanas. Die Halle war mit über 600 Menschen gefüllt, die auf dem Boden saßen oder herumstanden. Viele irrten draußen umher. Der ansässige Swami sprach Malayalam, was für jeden, der es verstand, sehr lustig erschien - irgendwas vom fliegenden Swami, der nun bodenständig geworden war.

Swamiji sprach kurz über das Konzept des Meisters vom integralen Yoga und endete mit einem sehr spirituellen kirtan. Nach dem arati kam die Menge, um seine Füße zu berühren, da er am Rand der Bühne stand. Es sah erst aus, als würde es sehr emotional werden, aber Swamiji glich die Situation aus, indem er ständig ruhig Om Namo Narayanaya sang, mit geschlossenen Augen, während eine Welle von Menschen nach der anderen zu ihm heraufkam.

Madasala

Ottawa, Ontario, Canada

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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Verschmelzung von spirituellem und praktischem Handeln

Donnerstag, März 26th, 2009

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Es ist wie ein einziger Tag, der nicht zu Ende geht, seit wir hier angekommen sind, an diesem magischen Platz, an dem die Zeit von allem abgeschnitten ist. Die meisten Teilnehmer der Reise wohnen in dem kleinen Ort Gangotri, der ungefähr fünfzehn Minuten zu Fuß von der Höhle entfernt ist. Eine kleine Gruppe, fast alles Mitarbeiter von verschiedenen Zentren, wohnt auf dem Höhlengelände. Sie schlafen entweder in Zelten oder in einer der beiden kleinen Höhlen.

Ich habe nie zuvor in einer Höhle gewohnt. Es ist erstaunlich, wie gut sich die Augen anpassen können. Wenn man zuerst hineingeht, ist es pechschwarz, aber wenn man die Augen schließt und sie dann wieder öffnet, kann man viele Details deutlich erkennen. Hier zu schlafen, gibt einem ein ungeheures Gefühl von Kraft und Sicherheit. Man fühlt sich wirklich geborgen, und die Wände könnten nicht stärker sein.

Swamiji hatte viel Pranayam und eigene Meditation während unseres Aufenthaltes hier geplant, und es konnte wirklich kaum einen dienlicheren Platz für beides geben. Die Höhe, die frische Luft, die Wälder und das eiskalte Wasser des Ganges ergaben eine natürliche Umgebung voller prana. Dazu kamen noch die vielen Ashrams, nicht nur die Höhle von Swamiji, sondern auch all die kleinen Höhlen, Hütten und Schreine entlang des Gangesufer.

Ich kann nun viel besser die Verschmelzung von spirituellem und praktischem Handeln verstehen, was einen verinnerlichten Teil der hinduistischen Mentalität ausmacht. Es gibt hier wirklich keinen Unterschied. Man wacht morgens auf und geht hinunter zum Ganges, um sich zu waschen. Vor dem Waschen betet man zum Fluß. Das Bad ist gleichzeitig Verehrung und Reinigung. Dann werden einige Kleidungsstücke gewaschen und auf den Felsen zum Trocknen in der Sonne ausgelegt. Man muß warten, bis sie trocken sind, also gibt es keinen besseren Zeitpunkt, sich in der Nähe einen glatten Felsen auszusuchen und Pranayam zu üben. Die Meditation kommt von selbst, das Brausen des Ganges übertönt jeden anderen Laut.

Da die meisten auf einer Wanderung bis morgen unterwegs sind, kommt einem der ganze Tag wie ein einziger satsang vor. Swamiji ist oft draußen, unterhält sich ein wenig mit uns und hat hier draußen auch sein Mittagessen mit uns zusammen eingenommen.

Am Ende der Mahlzeit, als wir in sehr gehobener Stimmung waren, hatte Swamiji ein Chapatti auf seinem Teller zurückgelassen. Er fragte uns, „Wer möchte das essen?“. Bevor jemand antworten konnte, drehte er sich zu mir um und sagte zu mir, „Biete es jedem an.“ Ich nahm das chapatti und bot es auf einem Tablett jedem am Tisch an. Die verschiedenen Reaktionen waren interessant. Einige sahen ein kaltes, fettiges chapatti und sagten, „Danke, ich bin satt.“ Andere sahen prasad ( gesegnetes Essen) darin, brachen sofort ein Stück ab und aßen es.

Danach drehte sich Swamiji einfach auf die Seite und legte sich hin, um auf einer großen Steinplatte in der Sonne zu dösen. Es ist schwer für mich zu verstehen, aber Swamiji muß überhaupt nichts tun oder sagen. Einfach ruhig in einem bestimmten Radius dieses Körpers zu sitzen fühlt sich wie der herrlichste Frieden an.

22. September 1987, Hotel Indraprastha, Palghat

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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Tagesbuch eines Schülers der Sivananda Jahrhundert Tour von 1987

Sonntag, März 22nd, 2009

Folgendes steht in einem Tagesbuch eines Schülers der Sivananda Jahrhundert Tour von 1987:

Heute war ein wundervoller Tag. Wir konnten fast den ganzen Tag im Divine Life Society Ashram verbringen. Wir nahmen heute morgen gleich den ersten Bus. Swamiji brachte uns zur Bibliothek, wo wir einen kurzen Satsang hatten. Sogar in der Bibliothek, die nicht unbedingt einer der heiligsten Gebäude ist, war der Frieden so intensiv spürbar. Wenn man einmal seine Augen geschlossen hat, mag man sie nicht mehr aufmachen. Wenn man sie öffnet, umgibt einen die physische Manifestation von Meister Sivananda: große Fotographien, Sinnsprüche, die an der Wand hängen – „Hasse niemanden – Verletze niemanden.“ „In allem siehe Gott.“ Egal, ob die Augen geschlossen oder offen sind, der Meister ist immer da. Der ganze Raum ist mit dem Meister erfüllt. Einfach nur unter dem Baum zu sitzen, unter dem der Meister oft gesessen hat, und das Leben im Ashram rundherum zu betrachten, gab uns das Gefühl, auf einen Teil der persönlichen Geschichte gestoßen zu sein. Zum ersten Mal, seitdem wir in Indien angekommen waren, hatte ich das Gefühl, ganz zu Hause zu sein. Auf den Straßen und in den Städten sahen wir viele Dinge, die mir völlig unbegreiflich waren. Hier ergab alles einen Sinn. Natürlich hing das auch mit der ganzen Zeit zusammen, die wir im Ashram von Val Morin mit Swamiji verbracht hatten. Er hatte uns gut vorbereitet und uns viel über die Wege des Meisters erklärt.

Um 3.00 Uhr begann der kirtan (Mantrasingen) im mahasamadhi Schrein. Ging hinein und sang eine Stunde lang. Konnte gleichzeitig die Hingabe aller Menschen spüren, die durch das Singen deutlich wurde und die Liebe des Meisters, die vom Schrein zurückkam, so wie überschwappende Wellen, elektrisierend.

Nach Einbruch der Dunkelheit ging jeder für das Ganga arati, das Swamiji vorbereitet hatte, hinunter zum Ganges. Swamiji hatte jeden im Ashram eingeladen, daran teilzunehmen, und es wurde auch in der Konferenzhalle angekündigt, so daß es ein riesiges Hin und Her gab, vielleicht tausend Menschen, die alle die engen Wege und die krummen Treppen zum Fluß hinuntergingen. Jeder sang OM Namo Narayanaya. Es war ein wunderschöner Anblick, die Mantraboote den Fluß hinunterschwimmen zu sehen, erst eins nach dem anderen als isolierter Punkt einer Flamme, dann weiter weg als ein kontinuierliches Band des Lichts.

Es war keine Zeit, um herumzustehen, all das aufzunehmen und in das Gefühl des arati einzutauchen. In dem Augenblick, wo es gelang, sein Boot zu Wasser zu lassen, mußte man umkehren und mit Hilfe seiner Ellenbogen den Weg zurück die Stufen hinauf erkämpfen oder man ging das Risiko ein, geradewegs mit den Booten im Ganges zu landen, da hinter einem bereits die nächste Welle von Menschen war, mit Booten in ihren Händen.

Diese Erfahrung ließ mich die Intimität unseres kleinen satsangs zu würdigen wissen, den wir in Val Morin oft mit Swamiji hatten, wenn die Sommerzeit einmal vorbei war. Wie viele Menschen haben die Möglichkeit, ihren Lehrer so persönlich zu erleben, und das über Jahre hinweg? Es ist wirklich ein Geschenk.

12,. 13. und 14. September 1987, Sivananda Guha, Gangotri

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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Die Gegenwart eines Gurus

Freitag, März 20th, 2009

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Wenn Du jemals in der Gegenwart von jemandem bist, der die Gottesverwirklichung erreicht hat, oder auf dem Weg dahin ist, wirst Du sofort verstehen, was Swamiji hier meint. Du erfährst ein unbeschreibliches Gefühl von Frieden und Wonne, wenn Du mit jemandem zusammen bist, der diese spirituelle Energie ausstrahlt. Dieses Gefühl von Einssein mit Gott ist etwas, wonach jeder sucht und was jeder braucht. Es ist die einzige Quelle des Glücks in dieser Welt.

Swamiji hat mit Sicherheit diese Stärke und Vitalität auf andere ausgestrahlt. Einfach im selben Raum mit ihm zu sein hatte oft einen starken Effekt auf die Menschen. Sogar wenn er freiwillig schwieg (früher hatte er oft Zeiten von Mouna), oder später nach seinem Schlaganfall (als er wenig oder gar nicht sprach), berührte er die Menschen in einer unbestimmten, aber vollkommenden Art und Weise. Er lehrte nicht durch das, was er sagte, sondern dadurch, wer er war.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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Über Yoga

Mittwoch, März 18th, 2009

Primär ist Yoga eine spirituelle Schule, die eine äußere körperliche Komponente aufweist. Die Praxis des Yoga ist wie eine Blume. Was wir sehen können- den physischen Prozeß und seine Auswirkung auf den Körper- ist sehr schön. Aber diese Schönheit wird von den starken, unsichtbaren Wurzeln der Blume gestützt. Durchtrenne die Wurzeln und die Blume wird schnell austrocknen und sterben. Ähnlich ist es, wenn die körperliche Praxis des Yoga von seinen spirituellen Wurzeln getrennt wird, sie wird entstellt und somit bedeutungslos.

Was ist der Nutzen, wenn man sich nicht nur auf den physischen Prozess konzentriert, sondern auf das spirituelle Fundament des Yoga Sadhana? Zuerst müssen wir uns daran erinnern, daß das Wort Yoga selbst Einheit bedeutet, das Zusammenkommen des höheren Selbst, der Seele und Gott. Der Zustand der Einheit mit Gott hat viele verschiedene Namen in verschiedenen Traditionen, nirvana, Samadhi, Christ-Bewußtsein. Alle Traditionen stimmen darin überein, daß es das Ziel des Lebens und die erste Pflicht aller menschlichen Wesen ist, diesen Zustand zu erreichen, wie auch immer der Name lautet.

Was geschieht, wenn wir diesen Zustand der Einheit mit Gott erreichen? Swamiji sagte gewöhnlich, daß diese Frage zu beantworten genauso sei, wie jemandem, der nie Honig probiert habe, zu beschreiben, wie Honig schmeckt. Wir können sagen, daß er süß ist, wie Zucker. Er ist in seiner Beschaffenheit wie Maissyrup, aber ohne den Maisgeschmack usw. Egal, wie sehr wir uns anstrengen, wir können niemandem, der noch nie Honig probiert hat, erklären, wie Honig schmeckt. Gebt Ihr dieser Person jedoch einen Tropfen Honig auf die Zunge, ist es nicht mehr notwendig, irgendetwas zu erklären. Sie „weiß“ es jetzt einfach ohne die Notwendigkeit einer Erklärung. Genauso ist es mit Samadhi. Wir können verbal um die Idee kreisen, wir können Analogien benutzen, aber es kann nicht wirklich erklärt werden. Es kann nur erfahren werden.

Warum ist es so wichtig, dieses spirituelle Ziel zu erreichen? Es hört sich so wischi-waschi und vage an. Was soll da schon gut dran sein, in diesem Zustand zu sein, wenn wir es nicht verstehen können, da es so irrational ist? Wenn wir es schon intellektuell nicht verstehen können, dann sollten wir vielleicht die Wirkung nach außen bei jemandem anschauen, der die Gottesverwirklichung erreicht hat.Was hatte Swamiji über die äußeren Ergebnisse dieses inneren Prozesses zu sagen?

Wenn die Energie sich richtig bewegt, wirst Du gesund, stark und friedvoll und strahlst Stärke und Vitalität auf andere aus, auf Deine Familie, diejenigen, die Du liebst, Deine Freunde. Dann werden alle Menschen Energie durch Dich bekommen, egal, wohin Du gehst und wem Du begegnest. Du wirst das Zentrum der Aufmerksamkeit, und jeder wird Dich berühren, Dir die Hand schütteln und mit Dir zusammensein wollen. Sogar Deine einfache Präsenz wird ihnen Energie und Stärke bringen.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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DIE PHYSISCHE PRÄSENZ

Montag, März 16th, 2009

Es ist etwas besonderes, wenn man sich in der Gegenwart von Menschen befindet, die auf dem spirituellen Weg fortgeschritten sind. Einfach im selben physischen Raum mit ihnen zu sein, auch wenn sie nichts sagen oder tun, hat oft eine tiefe Wirkung auf Menschen. Warum haben große Yogis und Weise einen so mächtigen Einfluß? Swamiji erklärt es folgendermaßen.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Flexibilität des Körpers, besonders der Wirbelsäule, und der Flexibilität des Geistes. Flexibilität des Geistes bedeutet Anpassungsfähigkeit. Das Gegenteil davon, die Starrheit des Geistes, wird Ego genannt. Da das Ego Spannung ans Nervensystem abgibt, schafft es einen starren Körper. So sagt der Yoga, daß Flexibilität des Geistes und der Wirbelsäule zusammenhängen. Wenn Ihr die Wirbelsäule flexibel haltet, habt Ihr einen flexiblen Geist und Ihr werdet herausfinden, daß der flexible Geist mehr arbeiten kann als der unflexible.

Habt Ihr jemals einen Baum am Strand stehen sehen? Solche Bäume sind sehr stark, sie stehen noch nach 70, 80 oder 90 Jahren. Wenn eine plötzliche Flut kommt, werden sie vollständig entwurzelt und weggespült, weil sie sehr starr sind. Wenn die Flut zurückgeht, steht das hohe Gras immer noch. Die kraftvolle Flut konnte es nicht wegspülen. Warum? Weil es sich einfach dem Fluß des Wassers beugte anstatt sich zu widersetzen. Das Wasser konnte ihm nichts anhaben. Der kräftigere, aber starrere Baum jedoch wurde entwurzelt.

Gräser beugen sich vor dem Wind und erheben wieder ihre Köpfe zur Mittagssonne. Die stolzen Giganten des Waldes bleiben steif, rühren sich keinen Zentimeter, nur um unsanft entwurzelt zu werden. Der demütige Diener verbeugt sich vor allen und dient bis in sein hohes Alter, während sein unbeugsamer Herr beneidet wird, nur weil er Premierminister oder Senator ist oder sogar in Ungnade fällt und ins Gefängnis gehen muß. Aber der einfache Diener macht weiter.

Besonders für einen spirituellen Aspiranten ist Flexibilität notwendig. Wenn das Prana einmal wächst, wird jeder Widerstand seine freie Bewegung verhindern. Also solltest Du jeden Morgen Asanas (Yogastellungen), Pranayam (Atemübungen) und mantra japa (Wiederholung des Namen Gottes) praktizieren. Flexibilität der Wirbelsäule wird der Energie erlauben, sorgsam zu fließen, so daß nach oben anstatt nach unten fließen wird. Es ist wie Wasser, welches in einer groben Form abwärts fließt, aber in subtiler Form (wie beim Dampf) aufsteigt. Auf gleiche Weise wird eine flexible Wirbelsäule Deiner Energie erlauben, nach oben zu steigen, an den unteren Zentren vorbei zu den oberen. Das ist gemeint mit dem „Aufstieg der Kundalini Shakti.“

Die Shakti oder die Energie, welche sich in den unteren Chakras befindet, wird Kundalini genannt. Es ist wie die Feder in einer Uhr, eng aufgerollt durchs Aufziehen, so daß die Uhrzeiger sich bewegen. Die Energie hat sich verdichtet, ist latent geworden. Kundalini ist zusammengerollt und liegt für die meisten von uns im schlafenden Zustand. Mit der Durchführung von Asanas und Pranayam entrollt sie sich, befreit sich und steigt auf in die höheren Zentren. Wenn die einzelnen Zentren (oder Chakras) stimuliert werden, geben sie eine bestimmte Wellenlänge von Energie ab, die in ihnen liegt, so wie Batterien. Während des Aufsteigens vermehrt sich die Spannung. Die unteren Chakras haben, sagen wir einmal, sechs Volt, aber wenn wir höher kommen, können wir zehn, fünfzig, hundert oder tausend Volt dazu addieren. Für die spirituelle Entwicklung ist es also wichtig, die Energie zu den oberen Zentren zu ziehen. Nun könnt Ihr die Wechselbeziehung zwischen dem physischen Körper und der physisch-mentalen Flexibilität sehen. Wir führen alle körperlichen Übungen aus, um mentale Flexibilität zu bekommen und die Energie dazu zu bringen, sich angemessen zu bewegen, so daß Blockaden in den Zentren gelöst werden können.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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Swami Vishnu Devanada betet für Shambu Das

Samstag, März 14th, 2009

Am 22. September 1992 besuchten meine Frau und ich Swamiji in seinem Haus in Val Morin. Obwohl er nicht deutlich sprechen konnte, erkundigte er sich mit Hilfe von Zeichensprache und seinen Augen nach meinen Kindern. Er betete für uns alle, so als könnte er sehen, daß bald etwas mit uns geschehen würde. Früh am Morgen des 26. September verließ mein Sohn Sandeep seinen Körper bei einem Autounfall.

Shambu Das

Toronto, ON, Canada

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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Yogatherapie Video - Yoga für die Füße

Donnerstag, März 12th, 2009

Yoga für die Füße

Om Shanti und viele Grüße

euer Heinz

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