Posts Tagged ‘Swami Vishnu Devnanda’

Liebet eure Feinde

Montag, April 20th, 2009

Als Swamiji zu unserem Haus kam, um meine Yogaschüler zu treffen, war gerade das Passahfest, der jüdische Feiertag, der an unsere Befreiung der Sklaverei in Ägypten erinnert. Meine Herkunft ist für meine Familie und mich wichtig, und Swamiji bemerkte unsere religiösen Feierlichkeiten. Also sprach er an diesem Abend über die Teilung des Roten Meeres, als die Juden flüchteten und die gesamte Armee des Pharaos dabei ertrank. „Freut Euch nicht darüber, daß die Ägypter gestorben sind“, mahnte er. „Glaubt Ihr, daß Gott sie weniger geliebt hat als Euch? Auch sie waren seine Kinder.“ Als eine Jüdin und eine Yogini lehrte er mich, meine Feinde zu lieben und jede Person als einen Botschafter Gottes zu sehen.

Sarabess Forster,

Silver Springs, Maryland

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Wer weiß etwas vom Weihnachtsbaum?

Samstag, April 18th, 2009

Swamiji ermutigte jeden, der eine bestimmte Religion praktizierte, bei dieser zu bleiben. Priester, Mönche und Rabbis waren regelmäßig Gäste und Redner in den Ashrams. Die Feiertage der verschiedenen Religionen wurden geehrt und gefeiert. Er sagte immer, daß die Philosophie des Yoga den Lehren anderer Religionen nicht widersprach und daß die Yogapraxis die persönliche religiöse Praxis nur stärken würde. Gleichzeitig zögerte er nicht, den Schüler die wahre Bedeutung der Lehren ihrer eigenen Religion nahezubringen.

Ich war erst seit kurzem Mitarbeiter im Ashram und war in Swamijis Haus damit beschäftigt, den Weihnachtsbaum aufzustellen. Swamiji war mit im Zimmer. Ich hatte immer noch Scheu vor ihm und war nervös, so zwanglos mit ihm zusammen zu sein.

Ich hatte meine Aufgabe fast beendet, als Swamiji sagte, „Jaya, mach den Weihanchtsbaum feuersicher.“ Ich sah mir den Baum an. Die Lichter waren alle sicher, und er stand sechs Meter vom Kamin entfernt. Es erschien mir sicher genug, also machte ich einfach weiter mit meiner Arbeit.

Einige Minuten später sagte Swamiji wieder, „Jaya, mach den Weihnachtsbaum feuersicher!“ Diesmal war er etwas eindringlicher. Ich sah mir den Baum an und konnte immer noch nichts Falsches entdecken. Ich sagte Swamiji, daß ich ihn so, wie er wäre, gut finden würde. Da wurde Swamiji noch erregter. „Nein. Nein. Argumentiere nicht. Mach den Weihnachtsbaum feuersicher!“ schrie er.

Ich war sehr verwirrt. Ich verstand nicht, was er wollte. Ich zeigte ihm, daß die Kabel alle unversehrt waren und der Baum weit entfernt vom Kamin aufgestellt war. Er wurde noch aufgeregter. „Nein! Nein! Jaya. Du mußt ihn mit dem Feuerschutzspray einsprühen. Mach den Weihnachtsbaum feuersicher!“

Ich wußte überhaupt nichts von diesem Spray. Ich sagte, „Swamiji, ich bin ein Jude, was weiß ich von Weihnachtsbäumen!“ Er antwortete, „Ich bin ein Hindu, was weiß ich von Weihnachtsbäumen!“ Dann lachten wir beide und ich fühlte mich ihm näher als je zuvor.

Jaya

Atlanta, Georgia

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Pilgerreise zum Himalaya

Donnerstag, April 16th, 2009

„Der Zweck einer Pilgerfahrt ist die Reinigung“, sagte Swamiji, als er auf seinem Lieblingsplatz auf der linken Seite neben dem Eingang seiner Höhle „Sivananda Guha“ saß, mit dem Gesicht zu dem lärmenden, tosenden Ganges und den gigantischen felsigen Bergen. „Ich habe alle Möglichkeiten auf dieser Welt, Nassau, New York, Kanada usw., aber nichts ist vergleichbar mit diesem Ort hier, erklärte Swamiji. „Ich muß diesen ganzen Weg hierhin gehen, um am Ufer von Mutter Ganges zu sitzen!“

Reinigung. Unsere Ideen loslassen, unsere Anhaftungen, all diese kleinen Würmer und Insekten unserer Gedanken, die uns lebendig auffressen, Tag und Nacht. Loslassen und Frieden finden. Diese wundervolle, magische Energie einatmen, die uns kräftigt und uns jeden Moment als einzig und ewig fühlen und schmecken läßt.

Einzig und ewig ist dieses kleine Dorf Gangotri, sehr tibetisch mit seinen alten Stein- und Felshäusern, seinen engen Dorfstraßen, die gesäumt sind mit winzigen Hütten, Bazaren und Läden, die religiöse Gegenstände, Süßigkeiten, Opfergaben und Flaschen mit Gangeswasser verkaufen. Einzig und ewig der alte Tempel von Mutter Ganges, wo Swamiji uns zuerst hinbrachte, sich vor der Mutter niederwarf, vom pujari Prasad bekam und ein bis dreimal um den Tempel herumging, um ihren Segen zu erhalten. Einzig und ewig dieser Spaziergang am Ufer des Ganges, an den blanken Felsen entlang, auf ihrem (sehr heiligen, wie Swamiji sagte) grauen Sand, im kühlen Wind des Himalaya.

„Es werden einem alle Sünden abgewaschen, wenn man einmal in Mutter Ganges in Gangotri eintaucht“ (das letzte Dorf auf dem Weg hoch zur Gangesquelle), so ist der allgemeine Glaube. „Wie wäre es mit einem Bad in Gomukh (die Quelle des Ganges, 15 Meilen von Gangotri entfernt und nochmal 5000 Fuß höher)?“ Vielleicht sogar alle Sünden und die der vorigen Leben, da das Wasser eiskalt ist und direkt aus dem Gletscher kommt.

„Ihr müßt ein sehr gutes Karma haben, wenn Ihr von so weit hierher kommt, um ein Bad im Ganges zu nehmen,“ sagte Swamiji. „So viele Menschen träumen davon und können nicht kommen, auch wenn sie in Indien leben. Was wollt Ihr noch? In den Schwingungen von Heiligen und Weisen verweilen. In ihren Fußstapfen laufen. In ihrer Gegenwart sein. Man fühlt sich so winzig und unbedeutend, wenn man diese heiligen Plätze besucht, diese heiligen Tempel.

Tempel zu besuchen ist wie mit unseren physischen Augen die Herrlichkeit, die Farben und das Licht unseres inneren Tempels zu sehen. Ihre Hügel hinaufzusteigen und ihre Stufen zu erklimmen ist wie der Aufstieg, das Erklimmen der inneren Stufen zum Tempel unseres Herzens. Durch dunkle Labyrinthe und erhabene, innere Höfe der Tempel zu gehen, sich selbst vorzubereiten, das Innere zu erreichen und darshan mit Gott zu erfahren! Von Angesicht zu Angesicht mit seiner Herrlichkeit!

Angeführt von mystischen Kräften, ohne große Planung im voraus, erreichte Swamiji unerwartet Kedarnath via GauriKund, wo der Fluß Mandakini sein Lied singt und wo es keine Autos mehr gibt. Wir brauchten fünf Stunden mit den Pferden, um an der Spitze anzukommen. Wir mußten 1800 Meter hoch auf dem17 km weiten Weg.Wir ritten auf Pferden und diese gingen langsam in einer Reihe, den jungen Männern folgend, ihren Führern.

„Welch ein Karma, so ein Pferd zu sein, nicht wahr, Swamiji?“ fragte C.P., unser Begleiter. „Es ist alles Gottes lila,“ flüsterte Swamiji. Und er fuhr fort: „Der eine oben, der andere unten und der eine vorne sind eins. Wer trägt wen und wer führt wen?“

Nach einigen chai (heißer Tee)läden, näherten wir uns langsam der Stätte Shivas. Das Schauspiel war sehr erhebend. Die Berghänge waren mit üppiger tropischer Vegetation bedeckt, durchzogen von Flüssen und Wasserfällen. Endlich erreichten wir Kedarnath und gingen zum Tempel.

Was die Augen im Herzstück des Tempels sehen, ist eine dreieckige Form eines schwarzen Felsens, der vom Boden nach oben zeigt. Was der Geist erkennt, ist der heilige Sivalingam, der von Sri Adi Guru Sankachariya aufgestellt wurde. Was das Herz fühlt, ist sofortige Hingabe, die Augen wollen diese liebliche Erscheinung verschlingen, die Ohren sind erfüllt von unirdischen Liedern und Hymnen. Swamiji saß für die Puja direkt neben dem Sivalingam. Er saß mit gekreuzten Beinen und meditierte, während wir eine Verehrungszeremonie durchführten. Sein Körper zitterte und er weinte und schluchzte. Seine Hände waren zum Gebet und demütigen Gesten gefaltet. Was er sah, können wir niemals erahnen, und er kann es niemals beschreiben. Alles was wir sahen, war dieser wonnevolle und fremde Ausdruck auf seinem Gesicht, als er versuchte, es uns zu beschreiben: „Ich brauchte 60 Jahre meines Lebens, um diese Vision zu haben. Es ist unbeschreiblich, diese Vision von Siva und Parvati in einer Einheit zu sehen, der kosmische Vater und die kosmische Mutter. Es ist wie als ob Mutter und Vater auf mich gewartet haben, um mir in diesem Moment diese Vision zu geben.“

Zwei Tage später während der frühmorgendlichen Puja in Badrinath, im heiligsten der heiligen Tempel Indiens, geschah Swamiji das Gleiche. Er sprach nicht viel darüber, außer daß er dem Ersten Priester des Tempels, dem Rawal, einem Mann aus Kerala, der seit 25 Jahren seinen Dienst tat, erzählte, wie wunderschön Gott Badri Narayan war. Er wurde königlich behandelt. Der Rawal gab ihm eine große Tasche voller Prasad (gesegnete Speisen), direkt vom Abishekam, außerdem das goldene Tempeltuch selbst.

Badrinath ist im Gegensatz zu Kedarnath mit dem Auto erreichbar. Er hat einen wunderschönen, majestätisch dekorierten Eingang mit einer großen Glocke. Unten am Eingang gab es zwei natürliche, sehr heiße Quellwasserbecken (Napta Kund), wo wir vor der Puja ein reinigendes Bad nahmen.

„Ich war ein 19 Jahre alter Junge, als ich zum ersten Mal Badrinath besuchte,“ sagte Swamiji. „Gott erlaubt mir, es vierzig Jahre später noch einmal zu sehen. Nun bin ich sechzig Jahre alt.“ Er erzählte uns Geschichten von seiner ersten Pilgerfahrt, wie er barfuß und ohne Essen auf den Bergwegen von Rishikesh nach Badrinath unterwegs war, mit dem Gelübde, kein Geld anzurühren.

„Narada, Sarada, Sri Sankarcharyia, alle haben sie hier meditiert! Sie kamen alle hierher!“ rief Swamiji mit leuchtenden Augen, während er die Straße den Hügel hinunterging.

Swamijis hat buchstäblich seine eigene Fußspuren in dieser Region des Himalaya hinterlassen. Er blieb mit seinen Füßen im geschmolzenen Asphalt an der Seite der Straße stecken. Es dauerte einige Zeit, den Asphalt von seinen Füßen zu entfernen, selbst mit Benzin! Später im Auto, als wir herunterbrausten, lachte er von ganzem Herzen. „Sitaramananda! Erzähl jedem, daß Du der erste Schüler bist, der padapuja (rituelle Verehrung der Füße des Gurus) mit Benzin gemacht hat!“

Swami Sitaramananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Das Wasser des heiligen Ganges

Dienstag, April 14th, 2009

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In dieser individuellen Existenz kann in einer sehr kurzen Lebensphase die natürliche Entwicklung gesteigert werden und wachsen. Wir bewegen uns alle in dieselbe Richtung und diese Richtung ist Gott entgegen, oder der Gottheit entgegen, wie auch immer Ihr es ausdrücken wollt.

Es regnet heute und der Regen fällt auf eine weite Fläche, von der Spitze zum Fuß der Berge und überall dazwischen, auf die Bäume, die Seen und die Wiesen. Dieses Wasser sammelt sich langsam, ganz langsam und wird zu kleinen Strömen, die Ströme werden schließlich zu größeren Flüssen. Die Flüsse tragen dasselbe Wasser langsam zu den Stromschnellen, durch Gebirge und Felsen, durch schwierige Pfade, neue Wege durchbrechend, um Hindernisse herum. Die turbulenten Flüsse enden im unermeßlichen Ozean. Ihre Reise ist zu Ende, keine Turbulenzen mehr. Kein Gerenne mehr seit der ganzen Zeit, seit sie die Berge verlassen haben, um Tausende von Meilen in vielen verschiedenen Gestalten durch jegliche Geländeform zu reisen, und viele Hindernisse zu überwinden. Durch all dies ist der rastlose Fluß ständig unterwegs gewesen, seinem Ursprung entgegen, von wo er zuerst kam. Das ist der Ozean. Der Ozean wird Wasserdampf und formiert sich zu Wolken, und wenn diese zu Regenwolken werden, verteilen sie sich auf den verschiedenen Erdteilen und kommen als Regen zur Erde zurück.

Das Wasser war nicht glücklich, weder am Himmel noch auf der Spitze des Berges, es war rastlos. Es wollte zu seinem Ursprung zurück, dem Ozean. Nur dann, wenn der Fluß seine Quelle erreicht hat, wird er wieder majestätisch, universell. Er hat seinen Namen und seine Form verloren. Dieser Fluß, der vom Himalaya kommt und Ganges genannt wird, erreicht nach einer Reise von 3000 Meilen den östlichen Teil von Indien, und wenn er sich mit dem Ozean vereint, verliert er sowohl seinen Namen als auch seine Form. Er wird nicht länger Ganges genannt, er hat auch keine Form mehr. Er vereint sich mit dem riesigen Ozean, sein Name, seine Form und seine Eigenschaften sind verloren. So ergeht es auch dem Colorado River, dem Mississippi und dem Nil, alle Flüsse erreichen den Ozean, und wenn sie ihn erreichen – egal, woher sie kommen - verlieren sie alle Namen und Form. Niemand nennt ihn nun noch Colorado River oder Mississippi oder Ganges. Es ist einfach ein einziger Ozean. Niemand behauptet, „Oh, das ist mein heiliger Ganges. Ich liebe ihn. Ich verehre meinen heiligen Ganges.“ Andere verehren andere Flüsse, sie lieben sie. Aber hier behauptet niemand, „Er gehört mir.“ Er ist allumfassend geworden.

Im Yoga und Vedanta wird diese universelle Erfahrung Gottesverwirklichung genannt, oder wenn Ihr nicht an Gott glaubt, Selbstverwirklichung. Mit dem gewöhnlichen menschlichen Verstand, dem gewöhnlichen menschlichen Intellekt können wir den unendlichen Ozean nicht erfassen, wie groß er ist, wie lang er ist, wie tief er ist und wie weit entfernt. Mit seinen gewöhnlichen Sinnen kann der Mensch das Ende des Ozeans nicht sehen, wie weit und wie tief er ist, wieviele Millionen und Millionen Kreaturen in ihm leben und welche Stürme toben. Nichts von alledem können wir mit unseren Sinnen erfassen, wenn wir auf das Meer schauen. Wenn es also so schwierig ist, den gewöhnlichen Ozean mit unseren Sinnen, unserem Verstand und Intellekt zu ergründen, wie können wir dann über Gott nachdenken?

Gottes unendliche Natur geht weit über unseren Verstand hinaus. Sogenannte Gottesführer, besonders die fanatischen, sprechen von Gott, als wäre er auf ihrer Seite, sie verstehen seine unendliche Natur nicht. Gott ist weder auf der Seite der Russen oder der Amerikaner noch auf der der Moslems, Israelis oder Hindus. Gott ist ein unendlicher Ozean der Liebe, des Mitgefühls, der Gnade, der Wahrheit, der Freude und des Friedens. Wir können nicht ermessen, wie groß er ist, wie mitfühlend dieses höchste Wesen ist. Noch können wir die unendliche Schöpfung ermessen, die er erschaffen hat.

Obwohl viele von Euch gebildet sind, denken die meisten von Euch immer noch, daß Gott nur den Planeten Erde erschaffen hat, vielleicht noch die Sonne und den Mond. Und auf diesem Planet Erde nahm er sich viel Zeit, um Euch Menschen zu erschaffen. Er erschuf Adam und Eva und sie benahmen sich nicht rechtmäßig. Sie aßen den Apfel und dann bevölkerten sie diesen Planet Erde. Dann kamen einige Millionen Juden, einige Millionen Christen, einige Millionen Hindus, Araber, Amerikaner, Russen usw. So gibt es jetzt ungefähr fünf Milliarden Menschen auf diesem Planeten Erde. Und dann teilen wir diesen Gott in verschiedene Sektionen auf: Gott der Hindus, Gott der Christen, Gott der Katholiken, Gott der Protestanten, Gott der Israelis, Gott der Moslems, Gott der Buddhisten. Das ist nicht Gott. Wir teilen dieses Höchste Wesen und machen aus ihm ein endliches Objekt.

Dieser Gott, dieses unendliche Wesen, das wir nicht durch unseren Intellekt oder durch unseren Verstand erkennen können, wird so aufgespalten, daß er in unseren geistigen Zustand paßt. Wir pressen dieses Höchste Wesen in einen schmalen, winzigen Umschlag. Ein Hindu denkt, „Gott ist nur da, um mich zu beschützen, weil ich ein Hindu bin. Ich verehre Gott Krishna, also wird Krishna nur mir helfen, einem Hindu, der Krishna verehrt und vielleicht auch den Hare Krishna Leuten.Auch sie verehren Krishna.“ Aber Krishna wird nicht den Christen, Moslems, Juden, Arabern, Russen, Gläubigen oder Ungläubigen helfen, weil sie ihn nicht Krishna nennen. So sagen die Moslems, „Oh nein! Nein, nein! Der Name Gottes ist Allah, nicht Krishna. Euer Krishna ist ein Nichts. Unser Allah ist der Höchste Gott. Er wird nur Moslems beschützen oder diejenigen, die ihn Allah nennen und ihn so verehren, wie Moslems es tun. Sonst wird Allah Euch nicht helfen. Er wird Euch zerstören. Also seid bei uns dabei.“ Und Israelis und Juden sagen, „Oh, nein, nein, nein! Gott ist auf unserer Seite. Solange Ihr nicht diesen besonderen Weg geht, wird Gott Euch keinerlei Erlösung geben.“ Protestanten sagen, „Oh nein, nein. Nein! Das stimmt nicht! Wir haben einen Höchsten Vater, und Jesus kam und nur durch ihn werdet Ihr Gott erkennen. Kommt zu uns.“

Jeder Religionsführer kam und sagte, „Gott ist Eins und er ist auf meiner Seite.“ Jede Religion – Christentum, Judaismus, Islam, Hinduismus- ganz egal. Sie sagen alle, daß es nur einen Gott gibt. Aber wenn Du diesen Gott verehrst, heißt es, „Oh nein! Wir sind gespalten. Es gibt nicht nur einen Gott. Der Gott der Hindus ist verschieden vom Gott der Christen oder der Juden.“ Das ist Ignoranz. Das ist nicht das Ziel von Yoga und Vedanta.

Erinnert Euch an den Fluß. Der Ganges vereint sich mit dem Ozean und dieser Ozean enthält das Wasser von Tausenden von Flüssen auf der ganzen Welt. Nicht nur das Wasser des heiligen Ganges erreicht diesen Ozean, sondern auch das Wasser aller Flüsse, die nicht verehrt werden, die zum Fischen benutzt werden und auch die, die verschmutzt und nicht heilig sind. Wenn sie zum Ozean kommen, macht er keinen Unterschied bei dem heiligen Hinduwasser. Der verschmutzte und der heilige Fluß werden eins. Das ist der Weg der Gottesverwirklichung.

Unterscheidung ist im Yoga und Vedanta ein Widerspruch. Wenn Ihr folgende Gedanken auflöst: “Ich bin von Dir verschieden, meine Religion ist von Deiner verschieden, mein Gott ist von Deinem verschieden,“ dann habt Ihr Yoga und Vedanta. Weil die Menschen nicht in der Lage sind, diese Unterscheidungen aufzulösen, sind wir in unserem gegenwärtigen Zustand auf diesem Planeten Erde, in dieser speziellen Phase der Geschichte. Der Mensch hat einen Zustand erreicht, in dem er fast tot ist. Die Schlinge sitzt um seinen Hals. Er steht ganz oben auf seinen Zehenspitzen. Der Tisch unter ihm ist sehr wackelig. Jeden Moment kann er sich erhängen. Die menschliche Rasse ist verdammt, bis uns eine göttliche Macht rettet. Und diese göttliche Macht wird nicht kommen, um nur Hindus zu retten oder Juden oder Christen oder Moslems oder irgendeine andere Gruppe. Diese göttliche Macht wird uns alle aufnehmen, wie der Ozean.

Swamiji lehrte uns immer die Gleichheit aller Religionen und die Notwendigkeit der hingebungsvollen Praxis. Obwohl er von Geburt ein Hindu war, begrenzte er sich nicht auf irgendeine bestimmte religiöse Praxis. Zu Weihnachten und Ostern wurden oft katholische Messen gefeiert. Ein Baptistenchor kam regelmäßig zu den Yogaretreats in Nassau, um dort zu singen. Rabbi Shlomo Karlbach kam, um uns singen und tanzen zu lehren. Auf der Yoga Ranch in Woodbourne wurden oft typische uramerikanische Schwitzhütten abgehalten.

Menschen sind von Natur aus emotional und müssen diese Seite von ihnen ausdrücken können. Swamiji ermutigte uns, unsere emotionale Natur, welche wir anderen gegenüber ausdrückten, in bhakti (Hingabe) umzuwandeln, in den Ausdruck der Liebe zu Gott. Zweimal am Tag im satsang sangen wir Mantras und damit den Namen Gottes. Religiöse Feiertage wurden mit besonderen pujas gefeiert. In den Ashrams waren überall Schreine und Tempel.

Swamiji zögerte niemals, seine eigene Hingabe auszudrücken. Er brach oft in Tränen aus, wenn jemand das Bhagavatam sang oder wenn Schüler fromme Stücke über das Leben von Krishna, Rama oder anderen Personen aus den Schriften aufführten. Swamiji ging auch regelmäßig auf Pilgertouren, besonders als er älter wurde und seine Hingabe an die Göttliche Mutter immer stärker wurde.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Unterschiede in den Religionen?

Freitag, April 10th, 2009

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HINGABE

Swamiji ermutigte jeden, seine Hingabe zu Gott auszudrücken, indem er die religiösen Regeln praktizierte, mit denen er sich am wohlsten fühlte. Er sagte immer, daß Yoga selbst keine Religion sei, aber eine Form des Lebens, die sich dem religiosen Glauben eines jeden angleichen konnte. Er bestand darauf, daß alle Religionen in ihren Ursprüngen grundsätzlich das Gleiche sagten, daß es nur einen Gott gebe und daß die Unterschiede in den Religionen sich nur in der Form der Verehrung ausdrückten. Er betonte auch, daß keine Religion besser sei als die andere, daß keine Religion für alle gleich sei und daß es notwendig sei, darauf aufzupassen, in keine fanatische oder ausschließende Art und Weise des Denkens und Handelns hineingezogen zu werden.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Swamijis Blick

Mittwoch, April 8th, 2009

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Swamiji schaute mich an und sah alles, was unvollkommen war. Ich konnte mich nicht verstecken. Aber er schaute nicht mit Augen des Vorwurfs auf mich. Sein Blick machte mich nicht nieder oder ließ mich klein oder begrenzt fühlen. Sein fester Blick war auch nicht nachsichtig. Er war ohne Wertung, einfach sehend, was war.

Swamijis Augen inspirierten mich, es besser zu machen. Ich konnte in ihnen den Unterschied zwischen Vollkommenheit und Unvollkommenheit sehen und den Weg, Vollkommenheit zu erreichen.

Swami Sitaramananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Einfach nur da sein! Das reicht.

Montag, April 6th, 2009

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Als ich an einem Wochenende auf der Yogaranch ankam, war mein Geist sehr erschöpft und aufgewühlt, müde von einer langen hektischen Woche im New Yorker Zentrum. Ich schritt durch die Halle des Haupthauses, als Swami Kartikeyananda aus dem Eßraum herausschaute und mich hineinzog, wo Swamiji sich hingelegt hatte. Sofort wurde mein Geist vollständig leer. Es war, als ob Swamiji mit einem Radiergummi meine ganzen Gedanken wegewischt hätte. Ich mußte überhaupt nichts tun, um wieder aufgerichtet zu werden, sondern einfach nur da sein!

Swami Gajananmananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Der Ashram ist in Euren Herzen

Samstag, April 4th, 2009

Ich war gerade dabei, im Nassau Ashram das Eingangshäuschen zu betreten, als Swami Vishnu auf einem der Wege erschien. Er spazierte herum, beobachtete alles genau, grüßte alle und gab Anweisungen. Ein Mitarbeiter begrüßte mich und erklärte ihm, daß Kanti Devi mich aus Uruguay geschickt hatte.

Er antwortete, „Ah, Kanti Devi, Kanti Devi…“ Ich sprach kein englisch. Es war nicht nötig. Seine Präsenz, seine Augen, seine Gesten und seine Schwingungen reichten vollkommen aus.

Das Yogalehrertraining wurde von ihm geleitet, Vorträge und Meditationen begleiteten den Unterricht. Eine intensive erste Woche, in der Swamiji uns auf Spaziergängen begleitete, mit uns lachte, spielte und alles auskundschaftete. Am Samstag bei der Talentshow war er wie ein Daddy, der mit uns eine tolle Zeit verbrachte.

Die Tage gingen vorbei. Swamiji war das Zentrum, die Verbindung und die Präsenz, obwohl er nicht immer in unserer Mitte war. Dann kam die Zeit des Abschieds. Die Erinnerung an seine Worte ist immer noch in meinem Herzen. „Der Ashram ist in Euren Herzen, wenn Ihr Eure Augen schließt, werdet Ihr hier sein, wenn Ihr es wollt.“ Ich brauchte nie mit Swamiji selbst zu reden. Ihn zu sehen reichte aus, um zu verstehen und zu begreifen, was er sagte. Hier und jetzt schließe ich meine Augen und er ist in meinem Herzen.

Vishnu

Montevideo, Uruguay

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Ein Beispiel dafür zu sein, wie die Dinge getan werden sollten

Donnerstag, April 2nd, 2009

Für mich war das interessanteste Merkmal bei Swamiji, daß er niemals damit aufhörte, daß beste Beispiel dafür zu sein, wie die Dinge getan werden sollten. Durch alles, was er tat, wurde Yoga zum lebendigen Prinzip.

Ich erinnere mich deutlich an den Neujahrstag 1993 im Ashram in Val Morin. Der Morgen war sehr klar, mit strahlendem Sonnenschein, aber es war eiskalt. Beim Frühstück kündigte Swamiji an, daß er eine kleine Pilgertour machen wollte, einen Spaziergang durch den Ashram, um Blumen, Räucherwerk und Gebete in den verschiedenen Tempeln darzubringen. Jeder war eingeladen, daran teilzunehmen. Das war Swamijis Art, Gott um Segen für das Neue Jahr zu bitten. Wie immer in den letzten Jahren war Swamjis Gesundheit sehr schlecht, selbstverständlich saß er in einem Rollstuhl.

Ich muß zugeben, daß ich nie daran gedacht hatte, im Schnee an diesem eiskalten Morgen spazierenzugehen, um Gott um Gnade zu bitten, aber glücklicherweise saß Swamiji dort in seinem Rollstuhl, unfähig seinen Körper zu bewegen. Mir kam sofort der Gedanke, „Wenn er es kann, wenn es ihm nicht zu kalt ist…“

Swamiji war dementsprechend angezogen, er saß auf einer Decke, dann noch eine extra Decke unter ihm, zwei Decken, die ihn zudeckten, zwei Mützen auf seinem Kopf, Handschuhe und zwei Paar Socken. Er wurde mehrfach gefragt, ob er wirklich gehen wollte. Er bestand darauf. Also gingen wir los, und natürlich war es der beste Anfang des Jahres! Ich hätte ohne Swamiji diese wundervolle Möglichkeit verpaßt.

Auf eine Weise fühlte ich mich beschämt. Ich war gesund, konnte laufen und war 20 Jahre jünger als Swamiji, aber ich hatte das Gefühl gehabt, es war zu kalt, um auf eine Pilgertour zu gehen. Einmal mehr hatte Swamiji mir gezeigt, daß äußere Bedingungen, physische Bedingungen eingeschlossen, keine Hindernisse sein dürfen und können, um seinen Pflichten nachzukommen, sei es die tägliche Arbeit oder die Verehrung von Gott. Ich kann nicht ausdrücken, wie dankbar ich bin, daß ich den Segen habe, von Swamiji zu lernen, meistens nur dadurch, daß ich ihn und die Art seiner Handlung betrachte.

Swami Yajnavalkyananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Meditation am Ganges

Montag, März 30th, 2009

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Draußen braust der Ganges schnell vorbei, kracht über Felsbrocken in die Schlucht unter unserem Hotel. Hier haben wir nur das Allernotwendigste und das beste Essen, wie durch ein Wunder von den Mitarbeitern des Hotel Interlok zubereitet, auf etwas, was wie ein tragbarer Herd aussieht und mit dem Wasser, das vom Fluß heraufgebracht wird. An diesem Morgen, unserem ersten Morgen hier, waren viele von uns krank. Einige waren einfach zu alt, um die Höhe zu vertragen. Einige konnten sich nicht mit der rauhen Unterkunft abfinden. Sieben kehrten nach Rishikesh zurück. Ich tat, was ich konnte, um den Kranken zu helfen. Dann nach dem Frühstück ging ich den Fluß hinauf zu Swamijis kutir. Ich hoffte, daß er mich mein Sadhana in seiner Höhle machen lassen würde.

Auf meinem Weg kam ich an ca. 20 Leuten vorbei, die die Nacht entweder in Höhlen oder in Zelten verbracht hatten. Sie sagten mir, daß ich umkehren sollte, da wir eine Gruppenwanderung zu einigen Wasserfällen machen würden, aber ich ignorierte sie. Endlich erreichte ich Swamijis Höhle. Ich fand ihn auf einer Bank sitzend, außerhalb der Guha. Er verbeugte sich vor mir mit einem wunderbaren, liebenden Lächeln. „Geh und esse Dein Frühstück,“ sagte er.

Es scheint, daß er mir immer sagt, daß ich etwas essen soll! Aber ich sagte ihm, daß ich bereits gegessen hätte. „Swamiji, ich möchte baden.“

„Ja, ja – meditiere, ruhe Dich aus, genieße die Sonne.“ Und so badete ich mit seinem Segen in dem eiskalten Fluß und verbrachte anderthalb Stunden damit, draußen auf einem Felsen im Ganges Pranayam und Meditation zu praktizieren.

Als ich meditierte, hatte ich das Gefühl, der Ganges würde direkt durch mich hindurchfließen. Anschließend saß ich im Schutz eines großen Felses und aß einen Apfel. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, sicher geborgen im Mutterschoß, ohne irgendeine Sorge auf dieser Welt. Ich war mir einfach nur der göttlichen Liebe bewußt, die von den Bergen, vom Himmel, vom Ganges und von Swamiji durch mich strömte. Er hatte mir eine besondere Erlaubnis erteilt, geliebter Guru, und ließ mich in der Nähe seines guha bleiben, als alle außer ein paar Mitarbeiter abwesend waren.

Saraswati

New York, NY

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Tagesbuch eines Schülers der Sivananda Jahrhundert Tour von 1987

Sonntag, März 22nd, 2009

Folgendes steht in einem Tagesbuch eines Schülers der Sivananda Jahrhundert Tour von 1987:

Heute war ein wundervoller Tag. Wir konnten fast den ganzen Tag im Divine Life Society Ashram verbringen. Wir nahmen heute morgen gleich den ersten Bus. Swamiji brachte uns zur Bibliothek, wo wir einen kurzen Satsang hatten. Sogar in der Bibliothek, die nicht unbedingt einer der heiligsten Gebäude ist, war der Frieden so intensiv spürbar. Wenn man einmal seine Augen geschlossen hat, mag man sie nicht mehr aufmachen. Wenn man sie öffnet, umgibt einen die physische Manifestation von Meister Sivananda: große Fotographien, Sinnsprüche, die an der Wand hängen – „Hasse niemanden – Verletze niemanden.“ „In allem siehe Gott.“ Egal, ob die Augen geschlossen oder offen sind, der Meister ist immer da. Der ganze Raum ist mit dem Meister erfüllt. Einfach nur unter dem Baum zu sitzen, unter dem der Meister oft gesessen hat, und das Leben im Ashram rundherum zu betrachten, gab uns das Gefühl, auf einen Teil der persönlichen Geschichte gestoßen zu sein. Zum ersten Mal, seitdem wir in Indien angekommen waren, hatte ich das Gefühl, ganz zu Hause zu sein. Auf den Straßen und in den Städten sahen wir viele Dinge, die mir völlig unbegreiflich waren. Hier ergab alles einen Sinn. Natürlich hing das auch mit der ganzen Zeit zusammen, die wir im Ashram von Val Morin mit Swamiji verbracht hatten. Er hatte uns gut vorbereitet und uns viel über die Wege des Meisters erklärt.

Um 3.00 Uhr begann der kirtan (Mantrasingen) im mahasamadhi Schrein. Ging hinein und sang eine Stunde lang. Konnte gleichzeitig die Hingabe aller Menschen spüren, die durch das Singen deutlich wurde und die Liebe des Meisters, die vom Schrein zurückkam, so wie überschwappende Wellen, elektrisierend.

Nach Einbruch der Dunkelheit ging jeder für das Ganga arati, das Swamiji vorbereitet hatte, hinunter zum Ganges. Swamiji hatte jeden im Ashram eingeladen, daran teilzunehmen, und es wurde auch in der Konferenzhalle angekündigt, so daß es ein riesiges Hin und Her gab, vielleicht tausend Menschen, die alle die engen Wege und die krummen Treppen zum Fluß hinuntergingen. Jeder sang OM Namo Narayanaya. Es war ein wunderschöner Anblick, die Mantraboote den Fluß hinunterschwimmen zu sehen, erst eins nach dem anderen als isolierter Punkt einer Flamme, dann weiter weg als ein kontinuierliches Band des Lichts.

Es war keine Zeit, um herumzustehen, all das aufzunehmen und in das Gefühl des arati einzutauchen. In dem Augenblick, wo es gelang, sein Boot zu Wasser zu lassen, mußte man umkehren und mit Hilfe seiner Ellenbogen den Weg zurück die Stufen hinauf erkämpfen oder man ging das Risiko ein, geradewegs mit den Booten im Ganges zu landen, da hinter einem bereits die nächste Welle von Menschen war, mit Booten in ihren Händen.

Diese Erfahrung ließ mich die Intimität unseres kleinen satsangs zu würdigen wissen, den wir in Val Morin oft mit Swamiji hatten, wenn die Sommerzeit einmal vorbei war. Wie viele Menschen haben die Möglichkeit, ihren Lehrer so persönlich zu erleben, und das über Jahre hinweg? Es ist wirklich ein Geschenk.

12,. 13. und 14. September 1987, Sivananda Guha, Gangotri

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Swami Vishnu Devanada betet für Shambu Das

Samstag, März 14th, 2009

Am 22. September 1992 besuchten meine Frau und ich Swamiji in seinem Haus in Val Morin. Obwohl er nicht deutlich sprechen konnte, erkundigte er sich mit Hilfe von Zeichensprache und seinen Augen nach meinen Kindern. Er betete für uns alle, so als könnte er sehen, daß bald etwas mit uns geschehen würde. Früh am Morgen des 26. September verließ mein Sohn Sandeep seinen Körper bei einem Autounfall.

Shambu Das

Toronto, ON, Canada

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Eine größere Pilgerfahrt

Samstag, Mai 10th, 2008

Im Juli 1992 war ich Mitarbeiter im Ashram in Val Morin. Ich hatte viel Glück, da ich unten in Swamijis Haus war. Wir trugen ihn zu den Plätzen ums Haus herum, machten kleine Pilgerfahrten, sangen und überreichten Blumen. Wie aus heiterem Himmel sagte Swamiji, daß er auf den Hügel, den wir Mount Kailas nannten und der hinter dem Ashram lag, eine größere Pilgerfahrt unternehmen wollte, um einen Platz für einen neuen Tempel zu suchen. Swami Kartikeyananda fragte ihn, wie wir ihn den Hügel hinauftragen sollten, da es keinen Wanderweg gab und der Ashram ganz unten an diesem Hügel lag. Swamiji bestand darauf.

Tatsächlich schoben wir ihn den Berg in seinem Rollstuhl hinauf und sangen Mantras dabei. Es war eine Tortur, ihn dort hochzuschieben. Er war schwer. Wir nahmen jeder eine Seite des Rollstuhls und schleppten ihn hoch. Es gab überall Moskitos und wir wurden alle gestochen, versuchten aber aufzupassen, daß Swamiji nicht gestochen wurde. Das Lustige daran war, daß sich anscheinend niemand um diese schwierige Lage Sorgen machte. Es war wirklich sehr heiß und wir schwitzten alle, aber wir wollten natürlich alles tun, was Swamiji wünschte.

Als wir auf der Spitze des Hügels ankamen, waren wir dort von vielen Bäumen umgeben. Er wählte einen Platz für den Tempel aus, einen einfachen Felsen zwischen den Bäumen. Wir legten einen Kaavadi, den wir mitgebracht hatten und die Blumen, die wir unterwegs gepflückt hatten, auf diesen Felsen. Ich fühlte mich sehr belebt.

Als ich hörte, daß hier wirklich ein Tempel entstehen sollte, dachte ich sofort an den kleinen (ca. 10m hohen) Shivatempel auf dem Hügel der Yoga Ranch in Woodbourne. Als ich im folgenden Jahr zurückkehrte, war der Platz gerodet und der Felsen freigelegt worden. Es gab Statuen der zwei Gottheiten, Subramanya und Ayappa, und einen indischen Baldachin. Es war sehr friedlich. Ergebene Schüler vollzogen bereits pujas und erhöhten damit die Energie. Jetzt, zwei Jahre später, gibt es dort einen riesigen Tempel. Er ist wunderschön und die Menschen kommen von überall her, um zu beten. Als wir Swamiji den Hügel heraufbrachten, wußte ich nicht, daß das daraus entstehen würde, was es heute ist. Ich fühle mich sehr geehrt, daß ich daran teilnehmen durfte.

Uma

Chicago, Illinois

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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