Wohlergehen aller Familienmitglieder
Donnerstag, März 12th, 2009Swamiji unterstützte aktiv seine Schüler, die in Beziehung lebten, ermutigte sie und erinnerte sie an ihre gegenseitigen Pflichten.Er war immer aufrichtig an dem Wohlergehen aller Familienmitglieder interessiert.
Mein Mann Jim und ich wurden von Swamiji getraut. Er leitete persönlich eine wunderschöne Feuerzeremonie. Er hielt einen Vortrag über den Nutzen und die Schönheit eines Familienlebens. Unsere Verwandten, die sich wegen der Fremdheit der Zeremonie zu Beginn ein wenig unbehaglich fühlten, waren bewegt und angerührt von Swamijis Liebe und Enthusiasmus.
Eines Tages, als ich während einer zweistündigen Fahrt Swamiji vom New Yorker Zentrum zur Yogaranch fuhr, fragte ich ihn, ob er mir bei einem Problem behilflich sein könne. Ich hielt eine langen Vortrag darüber, daß Jim sich nicht so wie ich als Mitarbeiter auf der Ranch verpflichten wollte und daß das Spannungen erzeugte usw. usw. Obwohl ich am Anfang schüchtern war, konnte ich nicht mehr aufhören, als ich einmal angefangen hatte. Als ich endlich aufhörte, drehte sich Swamiji zu mir um und fragte, „Entschuldigung, was hast Du gesagt?“ Ich war etwas bestürzt, aber dann erkannte ich, daß es mir schon besser ging und daß ich die Situation nun präziser schildern konnte. Danach sagte riet Swamiji mir, mich nicht zu sorgen und zu Gott zu beten.
Als wir in die Straße zur Ranch einbogen, stand Jim dort und Swamiji begann sofort, ihn zu ermutigen und zu lieben. Die ganze Zeit, die Swamiji auf der Ranch war, schenkte er Jim besondere Aufmerksamkeit. An einem Satsang rief er Jim nach vorne und ließ ihn „Die Regeln für menschliches Sein“ aus einer früheren Ausgabe von Yoga Life vorlesen. Nach jeder Regel drehte Swamiji sich um und wandte sich direkt an Jim, als er darüber sprach, das Leben vollständig und wunderbar zu leben, ohne Gott zu vergessen. Weder schimpfte er noch ermahnte er ihn. Er verströmte nur reine Liebe und Anteilnahme. Nach dem Satsang sagte er zu Jim, daß er mit Yoga Life unter seinem Kopfkissen schlafen sollte. Das tat Jim. Später legten wir es unters Bett. Jetzt nach sieben Jahren liegt es immer noch da.
Über die Jahre hinweg vergaß Swamiji nie, mich zu fragen, „Wie geht es Jim?“ Als ich einmal den Ashram in Val Morin besuchte, wollte ich Swamiji begrüßen, der allein auf einer Picknickbank saß. Er praktizierte Mouna, also würde er nicht sprechen, aber er begann, einige Buchstaben auf die Bank zu zeichnen. Nach einigem Zaudern erkannte ich, daß er E-h-e-m-a-n-n buchstabierte. Eine andere Pflichterinnerung bekam ich, als Swamiji die Ranch nach einem kurzen Besuch wieder verließ. Swamiji lag auf der Rückbank des Wagens und ich beugte mich hinein, um seine Füße zu berühren und mich zu verabschieden. Er sagte etwas zu mir, aber das Ganze geschah nach seinen Schlaganfällen und er war schwer zu verstehen. Ich riet, „Bleib dran an Deinem Sadhana?“ Swami schüttelte seinen Kopf. „Arbeite hart im Ashram?“ Nein, das war es auch nicht. Ich riet und riet, bis Swamij Kartikeyananda ins Auto stieg und übersetzte, „Wo ist Jim? Ist er zur Arbeit gegangen?“ Wieder erinnerte mich Swamji daran, an meinen Mann zu denken! Das war die fortwährende Botschaft.
Das letzte Mal, als Swamiji auf die Ranch kam, war er recht schwach, aber wie gewöhnlich wunderbar, für alle erreichbar und interessiert an allen. Jim und ich hatten darüber nachgedacht, Kinder zu bekommen, aber wir hatten doch noch einige Zweifel. Ich wollte unbedingt mit Swamiji darüber sprechen, und ich wußte, daß wir befolgen würden, was immer er uns riet. Ich erzählte Swamiji über unsere Bedenken darüber, Kinder zu bekommen. Swamiji antwortete sofort, „Warum nicht?“ Ich antwortete, daß unser Sadhana sich verändern würde und daß ich nicht mehr viel im Ashram helfen könnte. Es würde sich alles um das Kind drehen. Ich war mir nicht sicher, da es so eine große Umstellung wäre. Swamiji aber antwortete mir, „Sogar Lord Rama hatte Kinder. Das höchste Gut ist es, Kinder sorgsam zu erziehen, und sie in einem Ashram aufzuziehen, ist ein großer Segen.
Lisa
Woodbourne, NY
Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna
Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.