Posts Tagged ‘Sadhana’

Die Broschüre

Mittwoch, Mai 20th, 2009

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SADHANA TATTWA

Im Einführungskapitel hat Swamiji über eine Broschüre gesprochen, die er in einem Papierkorb in seinem Büro gefunden hatte.Der Inhalt dieser Broschüre war sein erster Einblick in ein spirituelles Leben. Es führte dazu, daß er Swami Sivananda traf, seinen zukünftigen Guru.

Was war das für eine kleine Broschüre, die den jungen Mann so fesselte? Es ist wohl am besten, die Worte für sich selbst sprechen zu lassen.

Die Wissenschaft der Sieben Disziplinen für die Schnelle Entwicklung der Menschlichen Seele,

geschrieben von H.H. Sri Swami Sivananda

Eine Unze Praxis ist mehr Wert als Tonnen Theorie. Praktiziere Yoga, Religion und Philosophie und erhalte Selbstverwirklichung.

Diese zweiunddreißig Instruktionen geben die Essenz der ewigen Religion (Sanatana Dharma) in seiner reinsten Form wider. Sie sind auch geeignet für den modernen arbeitenden Hausherrn mit festgelegten Arbeitszeiten. Modifiziere sie nach Deinen Bedürfnissen und verlängere die Zeiten nach und nach.

Am Anfang fasse nur einige praktikable Vorsätze, die eine kleine, aber bestimmte Verbesserung für Deinen jetzigen Gewohnheiten und Wesenszüge ermöglichen. Falls Du krank bist, unter Arbeitsdruck stehst oder unvermeidbare Verpflichtungen hast, ersetze Dein aktives Sadhana durch häufiges Denken an Gott.

Disziplin der Gesundheit

Esse mäßig. Nehme leichtes und einfaches Essen zu Dir. Opfere es Gott, bevor Du ißt. Laß Deine Ernährung ausgewogen sein.

Vermeide Chillies, Knoblauch, Zwiebeln, Tarmarind u.a. so gut wie möglich. Gib Tee- und Kaffeetrinken, Rauchen, Betelkauen, Fleisch und Wein vollständig auf.

Faste an Ekadasi (alle vierzehn Tage). Nehme nur Früchte, Milch und Wurzelgemüse zu Dir. Praktiziere Asanas oder andere körperliche Übungen für fünfzehn bis dreißig Minuten. Gehe täglich lange spazieren oder spiele kraftvolle Spiele.

Disziplin der Energie

Schweige zwei Stunden am Tag und sonntags vier bis acht Stunden.

Lebe Deinem Alter und den Umständen entsprechend im Zölibat. Schränke die Befriedigung auf einmal im Monat ein. Vermindere sie nach und nach auf einmal im Jahr. Schließlich lege den Eid der Entsagung für das ganze Leben ab.

Disziplin der Ethik

Spreche die Wahrheit. Spreche wenig. Spreche freundlich. Spreche sanft.

Verletze niemanden in Gedanken, Worten oder Taten. Sei freundlich zu allen.

Sei ehrlich, aufrichtig und offenherzig in all Deinen Gedanken und Taten.

Sei rechtschaffen. Verdiene im Schweiße Deines Angesichtes. Akzeptiere kein Geld, Geschenk oder Gefälligkeit, bevor Du sie nicht gesetzmäßig verdient hast.

Entwickel Würde und Integrität.

Kontrolliere Ausbrüche von Ärger, indem Du Gelassenheit, Geduld, Liebe, Gnade und Toleranz entwickelst. Vergesse und Vergebe. Passe Dich Menschen und Ereignissen an.

Disziplin des Willens

Lebe für eine Woche oder einen Monat ohne Zucker. Gib Sonntags das Salz auf.

Gib das Kartenspielen auf, ferner das Lesen von Geschichten und den Besuch von Kinos und Klubs. Entfliehe schlechter Gesellschaft. Vermeide Diskussionen mit Materialisten. Mische Dich nicht unter Leute, die kein Vertrauen zu Gott haben oder die Dein Sadhana kritisieren.

Schränke Deine Wünsche ein. Verringere Deinen Besitz. Lebe einfach und denke erhaben.

Disziplin des Herzens

Anderen Gutes zu tun ist die höchste Religion. Verrichte jede Woche einige Stunden selbstlosen Dienst, ohne Egoismus oder Erwartung einer Belohnung. Erfülle Deine weltlichen Pflichten mit der gleichen Einstellung. Arbeit ist Verehrung. Widme sie Gott.

Gib zwei bis zehn Prozent Deines Einkommens jeden Monat einer wohltätigen Einrichtung. Teile alles, was Du besitzt, mit anderen. Laß die Welt Deine Familie sein. Beseitige Selbstssucht.

Sei bescheiden und verbeuge Dich geistig vor allen Wesen. Fühle überall die göttliche Gegenwart. Gib Eitelkeit, Stolz und Heuchelei auf.

Habe unerschütterliches Vertrauen in Gott, in die Gita und in Deinen Guru. Gebe Dich vollständig Gott hin und bete:“Dein Wille geschehe, ich will nichts.“ Unterwerfe Dich bei allen Ereignissen und Lebenslagen mit Gleichmut dem göttlichen Willen.

Erschaue Gott in allen Wesen und liebe sie wie Dich selbst. Hasse niemanden.

Erinnere Dich ständig an Gott oder wenigstens beim Aufstehen, während der Arbeitspause und beim Zubettgehen. Bewahre in Deiner Tasche eine mala (Rosenkranz) auf.

Disziplin der Psyche

Studiere jeden Tag ein Kapitel oder zehn bis zwanzig Verse der Gita, mit seiner Bedeutung. Lerne Sanskrit, wenigstens soviel, daß Du die Gita im Original verstehen kannst.

Nach und nach lerne die ganze Gita auswendig. Bewahre sie immer bei Dir auf.

Lese täglich oder feiertags Ramayana, Bhagavata, Upanishaden, Yoga Vasishta oder andere religiöse Bücher.

Geh bei jeder Gelegenheit zu religiösen Treffen, kirtans und Satsangs von Heiligen. Organisiere solche Treffen an Sonn- und Feiertagen.

Besuche einen Tempel oder einen Platz der Verehrung mindestens einmal die Woche und organisiere dort kirtans und Gesprächskreise.

Verbringe Deine Feiertage und Urlaube, wenn möglich, in der Gemeinschaft von Heiligen oder praktiziere Sadhana zurückgezogen an heiligen Plätzen.

Disziplin der Spiritualität

Geh früh zu Bett. Steh um vier Uhr morgens auf. Gib dem natürlichen Drang nach, säubere Deinen Mund und nimm ein Bad.

Rezitiere einige Gebete und kirtan dwanis. Praktiziere Pranayam, japa und Meditation von 5.00 bis 6.00 Uhr. Sitze bewegungslos in padmasana, siddhasana oder sukhasana.

Führe Deine tägliches sandya, gayatri japa, nityakarma aus und verehre sie, wenn Du welche hast.

Schreibe Dein bevorzugtes Mantra oder den Namen Gottes zehn bis dreißig Minuten täglich in ein Notizbuch.

Singe die Namen des Herrn (kirtan). Wiederhole abends einige Gebete, stotras und bhajans eine halbe bis eine Stunde lang, zusammen mit Deiner Familie und Deinen Bediensteten.

Fasse jährlich Entschlüsse zu den obigen Zeilen. Regelmäßigkeit, Zähigkeit und Beständigkeit sind wesentlich. Halte Dein Sadhana täglich in einem spirituellen Tagebuch fest. Schau es jeden Monat erneut an und verbessere die Fehler.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Jala samadhi eines wahren Yogis

Samstag, Mai 16th, 2009

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Die Küche der Divine Life Society hatte Essen für uns vorbereitet, welches wir auf die Fahrt mitnahmen. Nach einer Stunde hielten wir an der Straße an, um schnell etwas zu essen und Tee zu trinken. Es war wichtig, Uttar Kashi vor dem Abend zu erreichen, und die lange, kurvenreiche Straße durch die Garwhal Himalayas lag noch vor uns. Nach der Kreuzung in Tehri führte die Straße am Ganges entlang, bekannt als Bhagirathi. Es war ein unglaublich klarer, blauer Tag (nachmittags ist es oft neblig und dunstig) und wir hatten die ganze Zeit einen wunderbaren Blick auf Mutter Ganga, dieser Strom des Bewußtseins auf der Erde, durch den Swamiji vom Meister vor vielen Jahren seinen ersten Einblick in das Unendliche bekommen hatte und zu dem er an diesem heiligen Tag, an dem Krishna die Kühe heimbrachte, zurückkehrte.

Die Fahrer beeilten sich, ans Ziel zu kommen, sie spürten die Eile oder wurden von Swamijis Wille angetrieben. Die Sonne begann bereits hinter den großen Gipfeln unterzugehen und man konnte die friedliche Atmosphäre der Dämmerung spüren. Wir hielten kurz in Uttar Kashi an, um Swami Chaitanyananda von unserer Ankunft zu informieren, aber es wurde uns mitgeteilt, daß er in Nettala bereits auf uns wartete. Wir passierten den Kutir von Swami Premananda, sahen ihn dort warten und winkten ihn zu uns. Als wir uns der Straße zum Ashram näherten, wurde das Gefühle von einem Zusammenströmen auf einem Punkt hin erschreckend mächtig. Swamis, Sadhus und Dorfbewohner machten sich resolut auf den Weg zum Ganges am Ashram.

Der Krankenwagen fuhr hinunter, um die Hängebrücke herum und setzte zurück in Richtung Swamijis kutir. Swamiji wurde in den kutir gebracht und im Hauptraum auf ein Bett gelegt. Ein Jeep mit einem großen massiven Holzsarg wartete bereits. Er war von den Swamis der Umgebung Swamiji zu Ehren hergerichtet worden. Das Holz war sehr gut und zwischen den Brettern gab es Löcher für das eintretende Wasser. Es waren zwei Särge bereitgestellt worden, einen für den Fall, daß Swamiji sitzen würde, den anderen für eine liegende Position. Es wurde der letztere ausgewählt und Swami Chaitanyananda und Swami Umananda vom Kailash Ashram wies die jüngeren Swamis an, diesen wundervollen Sarg zu dem hohen Felsenvorsprung zu tragen, der in einer Kurve herausragte und das Wasser ein großes, ruhiges und tiefes Becken bildete.

Menschen strömten von überall her und die Intensität der Atmosphäre stieg sehr schnell an. Innerhalb des kutirs, in Swamijis Zimmer, begann Potti Swami damit, Meister Sivananda um Erlaubnis zu bitten, sich zum Ganges zu begeben. Harihara Chaitanya fing an, eine Glocke zu läuten.

Von nun an übernahm Gott. Niemand sagte oder fragte noch irgendetwas. Gesang und der Klang der Glocke und der Muschel erfüllten die Luft. Der Sarg wurde hochgenommen und Swamiji wurde in einer Prozession vom kutir zum Ganges getragen. Die Energie war unbeschreiblich. Staunen, Geheimnis, Ruhe und Kraft, Stille und Lärm, Licht und Zwielicht und Dunkelheit, Klarheit und Verwirrung, Freude und Sorge, Ritual und Vermeidung von Ritual – alles war gegenwärtig. Alles war genau vorbereitet und fand nach einem göttlichen Skript statt, das nur Gott kannte. Es war das jala samadhi eines wahren Yogis.

Mehr als 400 Menschen hatten sich auf dem glatten Felsvorsprung zusammengedrängt. Der neue Sarg wartete direkt an der Ecke auf dem höchsten Punkt zwei Meter über dem Ganges. Swamiji wurde direkt unterhalb zu einer Felsplatte getragen, aus dem alten Sarg geholt und mit dem Rücken auf die Felsplatte gelegt. Das Timing war perfekt. Wenn wir eine halbe Stunde später gekommen wären, hätten wir es verpaßt.

Jetzt erschien alles gleichzeitig zu geschehen: verschiedene Swamis sangen unterschiedliche Mantras und Slokas, große Bündel von Räucherstäbchen wurden per Hand hin und hergeschwenkt, Glocken läuteten und die Muschel erklang immer und immer wieder. Die vielen Blumenkränze wurden aufgehoben und in den Ganges geworfen. Dort lag er nackt auf dem Felsen, sein Gesicht ruhig, sein Lächeln lieblich und voll, vielleicht direkt unter seinen Augenlidern zuschauend. Seine Arme lagen neben seinem Körper, die Handflächen nach unten. Demut und Herrlichkeit waren gleichzeitig gegenwärtig.

Dann begann das Bad mit Milch und Gangeswasser. Jeder, der um Swamijis Körper herum saß, badete ihn. Es gab ein großes Gerempel, als jeder der Himalaya mahatma sich zu Swamiji durchdrängte, um Swamiji mit Milch aus einer Muschel zu baden. Potti Swami versicherte sich, daß alle anwesenden Seniorschüler und Mitarbeiter ebenfalls die Möglichkeit dazu hatten. Hände reichten wunderschöne neue saubere Kleidung – orange, rot, gelb und weiß – und Hände begannen Swamiji von Kopf bis Fuß einzurollen und ihn vollständig zu bedecken. Blumenkränze wurden um seinen Hals, auf seine Brust, zu seinen Füßen und überallhin gelegt. Alles geschah mit solch einer Energie und Intensität, daß es sich anfühlte, als sei dies das Zentrum des Universums, eine Konvergenz von Wesen, die in die Unendlichkeit ausstrahlen, mit Swamiji mitten im Zentrum.

Swamijis Körper, der vollständig eingehüllt und bekränzt war, wurde vorsichtig aufgehoben und zum neuen Sarg gebracht, der auf der höheren Felsplatte wartete. Dicke neue Seile wurden an den Seiten drapiert und ein paar neue Decken obendrauf gelegt. Dann wurde Swamiji in den Sarg hinabgelassen und mit noch mehr Wolldecken zugedeckt. Die Seile wurden oberhalb seines Körpers befestigt und wieder begannen viele Hände damit, schwere große Felsbrocken um seinen Körper herum in den Sarg zu legen. Die ganze Zeit über wurde arati zelebriert, Kistchen mit brennenden Räucherstäbchen wurden um Swamiji geschwenkt und junge Sadhus aus dem Himalaya riefen mit kraftvollen Stimmen zu Mutter Ganges und den hohen Himalayas. Die älteren und geachteten Swamis der Region verrichteten jede Tat selbst. Mit einer tiefen Würde begannen sie damit, mit einem Hammer den Deckel zu verschließen, während ihre Augen dabei funkelten und glänzten.

Es war nun fast dunkel. Eine Petroleumlampe gab uns Licht. Die Menschen entfernten sich von der Seite des Sarges, die zum Ganges zeigte und begaben sich auf die andere Seite. Alle schoben den nun äußerst schweren Sarg zum Rand. Eine erwartungsvolle Ruhe entstand. Die chaotische Atmosphäre beruhigte sich und wich einer Einheit, die gemeinsam den Sarg Stück für Stück zum äußersten Rand des Felsens hin bewegte, wo er stehenblieb, leicht Richtung Ganges geneigt. Ein Augenblick verging, jeder war klar und bereit. Die Zeit stand still.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Manifestation seines Lebenswerks

Dienstag, Mai 12th, 2009

Während des Sommers 1993 verschlechterte sich Swamijis Gesundheit. Er saß nur noch selten im Rollstuhl. Stattdessen wurde er mit Hilfe einer Liege überall hingetragen. Er konzentrierte seine ganze Energie auf den Bau des Tempels.

Verschiedene Male im September und Oktober ließ Swamiji von Swami Kartikeyananda Tickets nach Indien buchen. Dann mußte er die Reise absagen. Er schien hin und hergerissen zwischen der Vollendung seines Karmas – den Bau des Tempels – und seinem Wunsch, in Indien zu sein, wenn er seinen Körper verlassen würde. Endlich, früh am Morgen des 17. Oktober, erhielten alle Mitglieder der Geschäftsführung, Swamijis Seniorschüler, einen Anruf. „Swamiji möchrte, daß Ihr sofort zu ihm kommt.“ Jeder von uns raste von seinem jeweiligen Platz zu ihm, da wir dachten, er würde seinen Körper verlassen. Als wir ankamen, schien Swamiji aber stark und lebhaft zu sein. Er teilte uns mit, wie wichtig der Tempel für ihn sei und daß er die physische Manifestation seines Lebenswerks darstellte. Wir erkannten, daß dies Swamijis letzter Wunsch war. Jeder von uns gab das Versprechen, daß der Tempelbau vollendet werden würde.

Es schien, daß Swamiji jetzt erst fühlte, daß seine letzte Bürde von ihm genommen wurde. Am 22. Oktober reiste er nach Indien ab.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Ohne Hingabe sind all unsere Bemühungen bedeutungslos

Freitag, Mai 8th, 2009

In den letzten Jahren seines Lebens erfüllte Swamiji eine weitere große Aufgabe, den Bau eines neuen Tempels im Val Morin Ashram, der Subramanya und Ayyappa gewidmet war. Subramanya war die Gottheit von Swamijis Familie. Ayyappa ist eine Gottheit, die in Südindien verehrt wird. Der Tradition nach war Vavar, der größte Ergebene Ayyappas, ein Moslem gewesen. Das war typisch für Swamiji, der sich permanent gegen die Hindu-Moslem Gewalt in Indien aussprach.

Warum war es so wichtig, diesen Tempel zu bauen? Dazu sagt Swamiji folgendes:

Ohne Hingabe, ohne Gottes Gnade, sind all unsere Bemühungen bedeutungslos. Wir können die Spitze nicht erreichen. Egal, wie sehr wir danach streben, Maya wird uns überwältigen und herunterziehen. Hingabe ist sehr wichtig auf dem spirituellen Pfad. Gottes Gnade muß dabei sein.

Wie viele von Swamijis Projekten begann der Tempel als ein Gedanke in seinem Geist. Dann konzentrierte er alle seine Energie darauf, diesen Gedanken zu manifestieren. Einer seiner Schüler erinnert sich daran, wie alles begann.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Kanti Devi pflegt Swamiji

Montag, Mai 4th, 2009

Obwohl Swami Vishnu-devananda linksseitig gelähmt war und auch ernste Probleme mit seinem rechten Bein hatte, strengte er sich sehr an, wenn es notwendig war und spiegelte auf eine gewisse Weise damit die Geschichte wider, die er über Sivananda erzählte.

Im April 1991 wurde ich gefragt, ob ich für einen Monat helfen wollte, Swamiji zu pflegen. Mein Herz war schwer, weil ich nicht wußte, in welcher Verfassung ich ihn finden würde. Ich kannte Swamiji nun seit 25 Jahren, seit meinem 15. Lebensjahr. Er war eine Mann ohne Begrenzungen, voller Liebe, Kreativität und großem Respekt für die Menschheit. Wie konnte er sich jetzt ausdrücken ohne die Fähigkeit zu sprechen, zu gehen, Asanas zu machen, zu fliegen, all seiner Bewegungsfähigkeit beraubt?

Zu meiner großen Überraschung vermißte Swamiji seinen Körper nicht. Ich war nun in der Gegenwart eines weiseren, heiligeren Swamijis – voller Anmut, Frieden und Liebe. Er machte immer Späße über seinen Zustand, sagte „Ich bin nicht dieser Körper, dieser Körper ist nicht ich.“ Ich habe ihn nicht einmal über seine Verfassung klagen hören. Er betete und meditierte mehr als vorher und niemals, auch nicht für einen Moment, ließ er davon ab, zu dienen und sich in alles miteinzubeziehen, was um ihn herum geschah.

Wenn ich meiner Nachtschicht allein war, hatte ich Angst einzuschlafen, seine undeutliche Sprache nicht zu verstehen oder nicht zu wissen, was ich tun sollte. Es war ein wenig so, als würde man sich um ein Baby kümmern. Ich kannte mich aus mit Babies, aber ich hatte mich niemals um einen kranken Swamiji gekümmert, sondern er sich um mich.

Eines Tages zog ein dicker Nebel auf, so daß die Sicht praktisch gleich null war. Swamiji wollte trotzdem zu seiner üblichen nächtlichen Fahrt aufbrechen. Ich rief das Hauptbüro und Hanuman an (ein Schüler, der neben dem Ashram wohnte und der oft bei Swamiji aushalf), doch niemand nahm den Hörer ab. Ich ging zu Swamiji und erklärte ihm sanft, daß die Mitarbeiter sehr müde seien und daß es ziemlich gefährlich sei, bei diesem Wetter hinauszugehen. Swamiji sagte OK.

Zehn Minuten später bat er wiederum um eine Autofahrt. Ich rief wieder jeden an, mit dem gleichen Erfolg. Diesmal sagte Swamiji, „Ok, dann lasse mir ein Bad ein.“ Das würde für mich auch sehr problematisch werden. Swamiji war in der unteren Etage. Ich wußte, daß es für mich allein unmöglich war, ihn die Treppen hinauf ins Bad zu bringen.

Trotzdem sagte ich, „Ja, Swamiji.“ Ich ging nach oben, bereitete das Bad, und als alles fertig war, bat Swamiji mich, Swami Kartikeyananda zu wecken. Ich ging zu ihrem Zimmer und bat sie um Hilfe bei Swamiji. Sie war zu müde, um mir überhaupt zu antworten, geschweige denn aufzustehen.

Das war das erste Mal, daß ich mich nicht beeilte, Swamijis Bitte zu erfüllen. Aber ich konnte ihm diese Bitte auch nicht abschlagen, also gab ich mir einen Ruck. Er nahm meinen Arm und sehr langsam gingen wir Richtung Treppe. Ich betete inständig, daß es klappen würde. Swamiji bemühte sich gewaltig, seine Beine zu bewegen, aber er konnte es nicht und bat mich um Unterstützung. Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, aber endlich erreichten wir das Bad oben an der Treppe. Er lag für eine sehr lange Zeit in der Badewanne.

Kanti Devi

Montevideo, Uruguay

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Das Parlament der Religionen

Samstag, Mai 2nd, 2009

Swamijis Guru, Swami Sivananda, hatte später in seinem Leben auch Schwierigkeiten mit seinen Beinen. Eine lange Zeit konnte er überhaupt nicht laufen, außer er bemühte sich mit sehr großer Willenskraft. Ein Beispiel war das erste Parlament der Religionen, das von Sivananda in den 50er Jahren organisiert wurde. Es war eine Zusammenkunft aller religiösen Führer aus vielen verschiedenen Glaubensrichtungen, um die Einheit aller Religionen zu demonstrieren. Swamiji konnte sich gut daran erinnern:

Es war während des Parlaments der Religionen, das erste Mal. Es war die größte Feier überhaupt, dieses Parlament der Religionen, alle großen Führer aus unterschiedlichen Ländern kamen aus diesem Grund zusammen, und der Meister war der große Gastgeber, der alle diesen großartigen Menschen von überall her eingeladen hatte, aus Japan und anderen Ländern. Der Meister hatte Rückenschmerzen und Arthritis. Ausgerechnet einige Tage vor dem Eröffungstag hatte der Meister mitten in den intensiven Vorbereitungen schreckliche Rückenschmerzen. Er konnte sich noch nicht einmal aus dem Bett bewegen. Die Ärzte sagten, daß er die nächsten Monate nicht aufstehen könnte. Der Meister konnte nicht aufstehen, aber immer noch befolgte er seine strenge Routine. Zu einer bestimmten Zeit machte er eine bestimmte Sache. Jeden Tag, wenn es an der Zeit war, sein Buch zu schreiben, dann schrieb er sein Buch. Da er nicht aufstehen und schreiben konnte, schrieb er liegend, aber trotzdem hielt er seine Routine ein.

Wir waren alle beunruhigt, da das ganze Parlament der Religionen ohne ihn nichts wäre. Seine Gegenwart war notwendig, aber er konnte sich noch nicht einmal bewegen. Viele Minister und große Politiker trafen inzwischen ein. Der Meister wollte eigentlich am Einführungstag die Begrüßungsrede halten. Aber wie sollte er das machen? Seine Hütte war ganz unten an einem Hügel gelegen, direkt neben dem Ganges. Ganz oben auf diesem Hügel war der HauptAshram und die Yogahalle, wo alle großen Veranstaltungen stattfinden sollten. Das bedeutete, daß er von unten vom Ganges bis zur Spitze des Hügels hinaufgehen mußte. Aber er konnte noch nicht einmal seinen Rücken bewegen, er lag seit einigen Tagen im Bett und die Ärzte hatten gesagt, daß er für eine sehr lange Zeit nicht in der Lage sein würde, sich zu bewegen.

Und eine halbe Stunde, bevor die Veranstaltung anfangen sollte, stand er einfach auf und ging den Hügel hinauf. Genau auf die Minute stand er da und hielt seine Begrüßungsansprache. Er sprach über eine Stunde lang in stehender Haltung, ging dann den Hügel hinunter und legte sich wieder ins Bett. Er konnte sich anschließend nicht mehr bewegen. Ihr seht, er hat nicht einfach den Schmerz von sich genommen, wenn er das wollte. Weise Menschen können den Schmerz überwinden, wenn sie wollen, aber nur zu diesem entscheidenen Zeitpunkt hat er seine Willenskraft benutzt, um den Schmerz zu besiegen. Danach lag er für einige Monate nur im Bett. Das nennt man prarabha karma, das Karma, was wir in diesem Leben erfahren müssen. Sogar Weise und Heilige versuchen nicht, das zu umgehen, da es das Ziel dieses Körpers ist, dieses karma zu ertragen.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Krankenpflege als Lektion

Dienstag, April 28th, 2009

Im Sommer 1991 fuhr ich für zwei Wochen in den Ashram nach Val Morin. Ich wollte gerne aushelfen und etwas KarmaYoga machen. Da ich ziemlich geschickt war, vermutete ich, in die technische Crew zu kommen und bei den üblichen sommerlichen Bauprojekten mitzumachen. Sehr zu meiner Überraschung wurde ich gefragt, ob ich die ‚Nachtschicht‘ übernehmen wollte, um bei der Pflege Swamijis zu helfen. Ich nahm das freudig an, obwohl ich nicht viel darüber wußte, was auf mich zukommen würde.

Fast die ganze erste Woche war Swamiji im Krankenhaus in Montreal, wo er wegen des Nierenversagens behandelt wurde. Ich fuhr gegen 18.00 Uhr ungefähr eine Stunde in die Stadt und begann meine Schicht um 19.00 Uhr. Ich war mit einem , manchmal auch mit zwei anderen Mitarbeitern zusammen. Wir schliefen auf dem Fußboden neben seinem Bett, immer bereit, alles zu tun, was Swamiji von uns brauchte. Viel schlafen konnten wir nur selten.

Swamiji hatte sehr viel Schmerzen und körperliche Beschwerden. Da er auf der ganzen linken Seite gelähmt war, konnte er sich ohne unsere Hilfe nicht herumdrehen, sich aufsetzen, sich hinlegen, auf die Toilette gehen oder irgendetwas anderes tun. Wir massierten ständig seine Beine und seinen Rücken, um die Schmerzen und die Anspannung zu lindern. Er mochte das Krankenhausessen nicht und wurde zu den seltsamsten Stunden hungrig. Oft endete es damit, daß wir ihn mitten in der Nacht fütterten oder ihm etwas zu trinken gaben. Er war oft rastlos, und wir mußten ihm aus dem Bett in seinen Rollstuhl helfen und ihn die Krankenhausflure hinauf und hinunter fahren. Jedesmal, wenn wir ihn bewegten, mußten wir unsere Arme um ihn legen und ihn hochheben. Wir mußten sehr vorsichtig sein, daß wir nicht an die Dialyseschläuche stießen, die aus seinem Nacken heraushingen.

Es war wunderbar. Ich umarmte Swamji jede Nacht mehrere Male. Ich liebte es, einfach meine Arme um ihn zu legen, ihn zu fühlen und für ihn die Kontrolle über seinen Körper zu übernehmen. Ich wußte, daß es ihn jedesmal schmerzte, wenn ich ihn bewegte, aber er beschwerte sich nie. Stattdessen sagte er jedesmal „Ram“, wenn ich ihn hochhob.

Früh am Morgen gegen 5.30 Uhr oder so, noch bevor die täglichen Aktivitäten des Krankenhauses anliefen, hatten wir unseren eigenen kleinen Satsang, meditierten und sangen leise, um die anderen Menschen im Krankenhaus nicht zu stören. Ich bekam jedesmal einen riesigen Energieschub durch diesen privaten Darshan, oft nur ich und Swami Kartikeyananda, wie wir uns am Bettrand gegenübersaßen mit Swamiji liegend oder halb sitzend auf dem Bett.

Gegen 7.00 Uhr kam die „Tagschicht“ und ich fuhr zurück in den Ashram, wo ich gegen 8.00 ankam. Ich berichtete alles dem dienstältesten Mitarbeiter und krabbelte dann in mein Zelt, um bis zum Brunch um 10.00 Uhr ein paar Stunden zu schlafen. Nach dem Brunch war es im Zelt zu heiß, also wickelte ich mich in eine Decke und tat mein Bestes, auf dem Rasen unter einem Baum zu schlafen, mitten im Betrieb des Ashrams, wo die Leute hin und her liefen und die Glocken läuteten. Ich stand gegen 14.00 Uhr auf, um zu schwimmen und in die Sauna zu gehen, Asanas und Pranayam zu machen, ein schnelles Abendessen zu mir zu nehmen und dann zurück nach Montreal zur nächsten Schicht zu fahren.

Ich schlief wahrscheinlich höchstens vier Stunden täglich, und auch das war immer nur Gedöse und kleine Nickerchen. Es erstaunte mich sehr, daß ich mich unglaublich gut fühlte. Oft beendete ich meine Schicht und konnte kaum einschlafen, weil ich durch das Zusammensein mit Swamiji so energetisiert war. Ich fragte mich oft, wer sich eigentlich um wen kümmerte. Es wurde mir klar, daß ich zwar Swamijis Körper diente, er sich aber um mich kümmerte und mir dieEnergie gab, die ich zum Durchhalten brauchte.

Ich erinnere mich an einen sonnigen Morgen, wie ich nach dem Ende meiner Schicht herumstand und mich mit einigen Leuten unterhielt. Ich war richtig high, voller Energie. Ich war auch aufgeregt. Ich sagte zu den anderen, „Er ist nicht dieser Körper! Es ist mir wirklich klar, daß sein Körper nichts mit dem zu tun hat, was er wirklich ist.“ Sie lächelten alle nur. Trotz seines eigenen Schmerzes und Unbehagen nutzte Swamiji seine körperliche Verfassung einfach als einen zusätzlichen Weg, um mich die Lektionen zu lehren, die ich lernen mußte. Ich verstand endlich ganz konkret, was Swamiji uns die ganzen Jahre über gesagt hatte.

Gopala Krishna

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Das ist genau das, woran wir Yogis glauben

Freitag, April 24th, 2009

Eine besondere Erinnerung hat seine Spuren hinterlassen und wird mit der Zeit immer bedeutungsvoller. Swamiji hatte mich gebeten, ihm bei der Herausgabe seines Buches „The Complete Illustrated Book of Yoga“ zu helfen. Bevor ich mit meiner Arbeit begann, mußte ich mit aller Ehrlichkeit klarstellen, daß ich nicht an Gott glaubte und daß ich schon lange diesbezüglich meinen Frieden mit der Entscheidung gemacht hatte, daß ich selbst Gott sei. Wenn ich für irgendetwas beten mußte, sollte ich besser zu mir selber beten, wenn ich etwas dafür tun wollte. Swamijis sanftes „Das ist genau das, woran wir Yogis glauben“ blieb an mir haften, und es brauchte Jahre, um zu reifen und Früchte zu tragen.

Sylvia K

New York, NY

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Gegenwärtigkeit

Mittwoch, April 22nd, 2009

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Swamiji ermutigte jeden zu beten, ob er nun einer bestimmten Religion angehörte oder nicht. Gebete waren ein regelmäßiger, täglicher Bestandteil bei jedem Satsang, auch vor und nach jeder Yogastunde.

Eines Tages, gerade als wir im Auto durch den Eingang des Ashrams fuhren, erschien Swamiji auf dem Weg. Wir hielten an, um uns zu verabschieden. Er wies uns an, das Om Trayambakam Mantra jedesmal dreimal zu singen, wenn wir den Wagen starteten. Dieses Gebet würde uns auf unserer Reise beschützen. Natürlich beteten wir sofort mit ihm zusammen und fuhren dann los.

Als ich später über diese Situation nachdachte, erkannte ich, daß Swamiji uns mehr als eine Ebene gelehrt hatte. Oberflächlich gesehen glaubte er aufrichtig daran, daß das Sprechen des Gebetes vor der Abreise uns beschützen würde. Auf einer subtileren Ebene aber half er uns, immer an Gott zu denken. Er nahm eine weltliche, alltägliche Handlung wie das Starten eines Autos und machte daraus etwas Spirituelles.

Swamiji betonte immer, wie wichtig es sei, sich unaufhörlich an Gott zu erinnern und immer zu versuchen, Gott im Geist zu bewahren. Indem er eine einfache körperliche Aktion wie das Starten eines Autos mit der Erinnerung an Gott verband, half er uns, den Geist zu disziplinieren. Anstatt einfach in den Wagen zu springen und loszudüsen, sollten wir uns regelmäßig einige Augenblicke Zeit nehmen und nachdenken.

Die Aktion, die er auswählte, um sie mit den Gedanken zu verbinden, war nicht so wichtig. Was er wirklich bei uns erreichen wollte, war ein regelmäßiges Innehalten und Erinnern an Gott. Es kann alles sein, was wir normalerweise tun, mit dem Bus fahren, den Herd anschalten oder sogar die Toilettenspülung betätigen. Jede Aktion kann ein spiritueller Akt werden. Alles, was Du tun mußt, ist Dich an Gott zu erinnern, wenn Du etwas tust.

Gopala Krishna

Wer weiß etwas vom Weihnachtsbaum?

Samstag, April 18th, 2009

Swamiji ermutigte jeden, der eine bestimmte Religion praktizierte, bei dieser zu bleiben. Priester, Mönche und Rabbis waren regelmäßig Gäste und Redner in den Ashrams. Die Feiertage der verschiedenen Religionen wurden geehrt und gefeiert. Er sagte immer, daß die Philosophie des Yoga den Lehren anderer Religionen nicht widersprach und daß die Yogapraxis die persönliche religiöse Praxis nur stärken würde. Gleichzeitig zögerte er nicht, den Schüler die wahre Bedeutung der Lehren ihrer eigenen Religion nahezubringen.

Ich war erst seit kurzem Mitarbeiter im Ashram und war in Swamijis Haus damit beschäftigt, den Weihnachtsbaum aufzustellen. Swamiji war mit im Zimmer. Ich hatte immer noch Scheu vor ihm und war nervös, so zwanglos mit ihm zusammen zu sein.

Ich hatte meine Aufgabe fast beendet, als Swamiji sagte, „Jaya, mach den Weihanchtsbaum feuersicher.“ Ich sah mir den Baum an. Die Lichter waren alle sicher, und er stand sechs Meter vom Kamin entfernt. Es erschien mir sicher genug, also machte ich einfach weiter mit meiner Arbeit.

Einige Minuten später sagte Swamiji wieder, „Jaya, mach den Weihnachtsbaum feuersicher!“ Diesmal war er etwas eindringlicher. Ich sah mir den Baum an und konnte immer noch nichts Falsches entdecken. Ich sagte Swamiji, daß ich ihn so, wie er wäre, gut finden würde. Da wurde Swamiji noch erregter. „Nein. Nein. Argumentiere nicht. Mach den Weihnachtsbaum feuersicher!“ schrie er.

Ich war sehr verwirrt. Ich verstand nicht, was er wollte. Ich zeigte ihm, daß die Kabel alle unversehrt waren und der Baum weit entfernt vom Kamin aufgestellt war. Er wurde noch aufgeregter. „Nein! Nein! Jaya. Du mußt ihn mit dem Feuerschutzspray einsprühen. Mach den Weihnachtsbaum feuersicher!“

Ich wußte überhaupt nichts von diesem Spray. Ich sagte, „Swamiji, ich bin ein Jude, was weiß ich von Weihnachtsbäumen!“ Er antwortete, „Ich bin ein Hindu, was weiß ich von Weihnachtsbäumen!“ Dann lachten wir beide und ich fühlte mich ihm näher als je zuvor.

Jaya

Atlanta, Georgia

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Pilgerreise zum Himalaya

Donnerstag, April 16th, 2009

„Der Zweck einer Pilgerfahrt ist die Reinigung“, sagte Swamiji, als er auf seinem Lieblingsplatz auf der linken Seite neben dem Eingang seiner Höhle „Sivananda Guha“ saß, mit dem Gesicht zu dem lärmenden, tosenden Ganges und den gigantischen felsigen Bergen. „Ich habe alle Möglichkeiten auf dieser Welt, Nassau, New York, Kanada usw., aber nichts ist vergleichbar mit diesem Ort hier, erklärte Swamiji. „Ich muß diesen ganzen Weg hierhin gehen, um am Ufer von Mutter Ganges zu sitzen!“

Reinigung. Unsere Ideen loslassen, unsere Anhaftungen, all diese kleinen Würmer und Insekten unserer Gedanken, die uns lebendig auffressen, Tag und Nacht. Loslassen und Frieden finden. Diese wundervolle, magische Energie einatmen, die uns kräftigt und uns jeden Moment als einzig und ewig fühlen und schmecken läßt.

Einzig und ewig ist dieses kleine Dorf Gangotri, sehr tibetisch mit seinen alten Stein- und Felshäusern, seinen engen Dorfstraßen, die gesäumt sind mit winzigen Hütten, Bazaren und Läden, die religiöse Gegenstände, Süßigkeiten, Opfergaben und Flaschen mit Gangeswasser verkaufen. Einzig und ewig der alte Tempel von Mutter Ganges, wo Swamiji uns zuerst hinbrachte, sich vor der Mutter niederwarf, vom pujari Prasad bekam und ein bis dreimal um den Tempel herumging, um ihren Segen zu erhalten. Einzig und ewig dieser Spaziergang am Ufer des Ganges, an den blanken Felsen entlang, auf ihrem (sehr heiligen, wie Swamiji sagte) grauen Sand, im kühlen Wind des Himalaya.

„Es werden einem alle Sünden abgewaschen, wenn man einmal in Mutter Ganges in Gangotri eintaucht“ (das letzte Dorf auf dem Weg hoch zur Gangesquelle), so ist der allgemeine Glaube. „Wie wäre es mit einem Bad in Gomukh (die Quelle des Ganges, 15 Meilen von Gangotri entfernt und nochmal 5000 Fuß höher)?“ Vielleicht sogar alle Sünden und die der vorigen Leben, da das Wasser eiskalt ist und direkt aus dem Gletscher kommt.

„Ihr müßt ein sehr gutes Karma haben, wenn Ihr von so weit hierher kommt, um ein Bad im Ganges zu nehmen,“ sagte Swamiji. „So viele Menschen träumen davon und können nicht kommen, auch wenn sie in Indien leben. Was wollt Ihr noch? In den Schwingungen von Heiligen und Weisen verweilen. In ihren Fußstapfen laufen. In ihrer Gegenwart sein. Man fühlt sich so winzig und unbedeutend, wenn man diese heiligen Plätze besucht, diese heiligen Tempel.

Tempel zu besuchen ist wie mit unseren physischen Augen die Herrlichkeit, die Farben und das Licht unseres inneren Tempels zu sehen. Ihre Hügel hinaufzusteigen und ihre Stufen zu erklimmen ist wie der Aufstieg, das Erklimmen der inneren Stufen zum Tempel unseres Herzens. Durch dunkle Labyrinthe und erhabene, innere Höfe der Tempel zu gehen, sich selbst vorzubereiten, das Innere zu erreichen und darshan mit Gott zu erfahren! Von Angesicht zu Angesicht mit seiner Herrlichkeit!

Angeführt von mystischen Kräften, ohne große Planung im voraus, erreichte Swamiji unerwartet Kedarnath via GauriKund, wo der Fluß Mandakini sein Lied singt und wo es keine Autos mehr gibt. Wir brauchten fünf Stunden mit den Pferden, um an der Spitze anzukommen. Wir mußten 1800 Meter hoch auf dem17 km weiten Weg.Wir ritten auf Pferden und diese gingen langsam in einer Reihe, den jungen Männern folgend, ihren Führern.

„Welch ein Karma, so ein Pferd zu sein, nicht wahr, Swamiji?“ fragte C.P., unser Begleiter. „Es ist alles Gottes lila,“ flüsterte Swamiji. Und er fuhr fort: „Der eine oben, der andere unten und der eine vorne sind eins. Wer trägt wen und wer führt wen?“

Nach einigen chai (heißer Tee)läden, näherten wir uns langsam der Stätte Shivas. Das Schauspiel war sehr erhebend. Die Berghänge waren mit üppiger tropischer Vegetation bedeckt, durchzogen von Flüssen und Wasserfällen. Endlich erreichten wir Kedarnath und gingen zum Tempel.

Was die Augen im Herzstück des Tempels sehen, ist eine dreieckige Form eines schwarzen Felsens, der vom Boden nach oben zeigt. Was der Geist erkennt, ist der heilige Sivalingam, der von Sri Adi Guru Sankachariya aufgestellt wurde. Was das Herz fühlt, ist sofortige Hingabe, die Augen wollen diese liebliche Erscheinung verschlingen, die Ohren sind erfüllt von unirdischen Liedern und Hymnen. Swamiji saß für die Puja direkt neben dem Sivalingam. Er saß mit gekreuzten Beinen und meditierte, während wir eine Verehrungszeremonie durchführten. Sein Körper zitterte und er weinte und schluchzte. Seine Hände waren zum Gebet und demütigen Gesten gefaltet. Was er sah, können wir niemals erahnen, und er kann es niemals beschreiben. Alles was wir sahen, war dieser wonnevolle und fremde Ausdruck auf seinem Gesicht, als er versuchte, es uns zu beschreiben: „Ich brauchte 60 Jahre meines Lebens, um diese Vision zu haben. Es ist unbeschreiblich, diese Vision von Siva und Parvati in einer Einheit zu sehen, der kosmische Vater und die kosmische Mutter. Es ist wie als ob Mutter und Vater auf mich gewartet haben, um mir in diesem Moment diese Vision zu geben.“

Zwei Tage später während der frühmorgendlichen Puja in Badrinath, im heiligsten der heiligen Tempel Indiens, geschah Swamiji das Gleiche. Er sprach nicht viel darüber, außer daß er dem Ersten Priester des Tempels, dem Rawal, einem Mann aus Kerala, der seit 25 Jahren seinen Dienst tat, erzählte, wie wunderschön Gott Badri Narayan war. Er wurde königlich behandelt. Der Rawal gab ihm eine große Tasche voller Prasad (gesegnete Speisen), direkt vom Abishekam, außerdem das goldene Tempeltuch selbst.

Badrinath ist im Gegensatz zu Kedarnath mit dem Auto erreichbar. Er hat einen wunderschönen, majestätisch dekorierten Eingang mit einer großen Glocke. Unten am Eingang gab es zwei natürliche, sehr heiße Quellwasserbecken (Napta Kund), wo wir vor der Puja ein reinigendes Bad nahmen.

„Ich war ein 19 Jahre alter Junge, als ich zum ersten Mal Badrinath besuchte,“ sagte Swamiji. „Gott erlaubt mir, es vierzig Jahre später noch einmal zu sehen. Nun bin ich sechzig Jahre alt.“ Er erzählte uns Geschichten von seiner ersten Pilgerfahrt, wie er barfuß und ohne Essen auf den Bergwegen von Rishikesh nach Badrinath unterwegs war, mit dem Gelübde, kein Geld anzurühren.

„Narada, Sarada, Sri Sankarcharyia, alle haben sie hier meditiert! Sie kamen alle hierher!“ rief Swamiji mit leuchtenden Augen, während er die Straße den Hügel hinunterging.

Swamijis hat buchstäblich seine eigene Fußspuren in dieser Region des Himalaya hinterlassen. Er blieb mit seinen Füßen im geschmolzenen Asphalt an der Seite der Straße stecken. Es dauerte einige Zeit, den Asphalt von seinen Füßen zu entfernen, selbst mit Benzin! Später im Auto, als wir herunterbrausten, lachte er von ganzem Herzen. „Sitaramananda! Erzähl jedem, daß Du der erste Schüler bist, der padapuja (rituelle Verehrung der Füße des Gurus) mit Benzin gemacht hat!“

Swami Sitaramananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Das Wasser des heiligen Ganges

Dienstag, April 14th, 2009

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In dieser individuellen Existenz kann in einer sehr kurzen Lebensphase die natürliche Entwicklung gesteigert werden und wachsen. Wir bewegen uns alle in dieselbe Richtung und diese Richtung ist Gott entgegen, oder der Gottheit entgegen, wie auch immer Ihr es ausdrücken wollt.

Es regnet heute und der Regen fällt auf eine weite Fläche, von der Spitze zum Fuß der Berge und überall dazwischen, auf die Bäume, die Seen und die Wiesen. Dieses Wasser sammelt sich langsam, ganz langsam und wird zu kleinen Strömen, die Ströme werden schließlich zu größeren Flüssen. Die Flüsse tragen dasselbe Wasser langsam zu den Stromschnellen, durch Gebirge und Felsen, durch schwierige Pfade, neue Wege durchbrechend, um Hindernisse herum. Die turbulenten Flüsse enden im unermeßlichen Ozean. Ihre Reise ist zu Ende, keine Turbulenzen mehr. Kein Gerenne mehr seit der ganzen Zeit, seit sie die Berge verlassen haben, um Tausende von Meilen in vielen verschiedenen Gestalten durch jegliche Geländeform zu reisen, und viele Hindernisse zu überwinden. Durch all dies ist der rastlose Fluß ständig unterwegs gewesen, seinem Ursprung entgegen, von wo er zuerst kam. Das ist der Ozean. Der Ozean wird Wasserdampf und formiert sich zu Wolken, und wenn diese zu Regenwolken werden, verteilen sie sich auf den verschiedenen Erdteilen und kommen als Regen zur Erde zurück.

Das Wasser war nicht glücklich, weder am Himmel noch auf der Spitze des Berges, es war rastlos. Es wollte zu seinem Ursprung zurück, dem Ozean. Nur dann, wenn der Fluß seine Quelle erreicht hat, wird er wieder majestätisch, universell. Er hat seinen Namen und seine Form verloren. Dieser Fluß, der vom Himalaya kommt und Ganges genannt wird, erreicht nach einer Reise von 3000 Meilen den östlichen Teil von Indien, und wenn er sich mit dem Ozean vereint, verliert er sowohl seinen Namen als auch seine Form. Er wird nicht länger Ganges genannt, er hat auch keine Form mehr. Er vereint sich mit dem riesigen Ozean, sein Name, seine Form und seine Eigenschaften sind verloren. So ergeht es auch dem Colorado River, dem Mississippi und dem Nil, alle Flüsse erreichen den Ozean, und wenn sie ihn erreichen – egal, woher sie kommen - verlieren sie alle Namen und Form. Niemand nennt ihn nun noch Colorado River oder Mississippi oder Ganges. Es ist einfach ein einziger Ozean. Niemand behauptet, „Oh, das ist mein heiliger Ganges. Ich liebe ihn. Ich verehre meinen heiligen Ganges.“ Andere verehren andere Flüsse, sie lieben sie. Aber hier behauptet niemand, „Er gehört mir.“ Er ist allumfassend geworden.

Im Yoga und Vedanta wird diese universelle Erfahrung Gottesverwirklichung genannt, oder wenn Ihr nicht an Gott glaubt, Selbstverwirklichung. Mit dem gewöhnlichen menschlichen Verstand, dem gewöhnlichen menschlichen Intellekt können wir den unendlichen Ozean nicht erfassen, wie groß er ist, wie lang er ist, wie tief er ist und wie weit entfernt. Mit seinen gewöhnlichen Sinnen kann der Mensch das Ende des Ozeans nicht sehen, wie weit und wie tief er ist, wieviele Millionen und Millionen Kreaturen in ihm leben und welche Stürme toben. Nichts von alledem können wir mit unseren Sinnen erfassen, wenn wir auf das Meer schauen. Wenn es also so schwierig ist, den gewöhnlichen Ozean mit unseren Sinnen, unserem Verstand und Intellekt zu ergründen, wie können wir dann über Gott nachdenken?

Gottes unendliche Natur geht weit über unseren Verstand hinaus. Sogenannte Gottesführer, besonders die fanatischen, sprechen von Gott, als wäre er auf ihrer Seite, sie verstehen seine unendliche Natur nicht. Gott ist weder auf der Seite der Russen oder der Amerikaner noch auf der der Moslems, Israelis oder Hindus. Gott ist ein unendlicher Ozean der Liebe, des Mitgefühls, der Gnade, der Wahrheit, der Freude und des Friedens. Wir können nicht ermessen, wie groß er ist, wie mitfühlend dieses höchste Wesen ist. Noch können wir die unendliche Schöpfung ermessen, die er erschaffen hat.

Obwohl viele von Euch gebildet sind, denken die meisten von Euch immer noch, daß Gott nur den Planeten Erde erschaffen hat, vielleicht noch die Sonne und den Mond. Und auf diesem Planet Erde nahm er sich viel Zeit, um Euch Menschen zu erschaffen. Er erschuf Adam und Eva und sie benahmen sich nicht rechtmäßig. Sie aßen den Apfel und dann bevölkerten sie diesen Planet Erde. Dann kamen einige Millionen Juden, einige Millionen Christen, einige Millionen Hindus, Araber, Amerikaner, Russen usw. So gibt es jetzt ungefähr fünf Milliarden Menschen auf diesem Planeten Erde. Und dann teilen wir diesen Gott in verschiedene Sektionen auf: Gott der Hindus, Gott der Christen, Gott der Katholiken, Gott der Protestanten, Gott der Israelis, Gott der Moslems, Gott der Buddhisten. Das ist nicht Gott. Wir teilen dieses Höchste Wesen und machen aus ihm ein endliches Objekt.

Dieser Gott, dieses unendliche Wesen, das wir nicht durch unseren Intellekt oder durch unseren Verstand erkennen können, wird so aufgespalten, daß er in unseren geistigen Zustand paßt. Wir pressen dieses Höchste Wesen in einen schmalen, winzigen Umschlag. Ein Hindu denkt, „Gott ist nur da, um mich zu beschützen, weil ich ein Hindu bin. Ich verehre Gott Krishna, also wird Krishna nur mir helfen, einem Hindu, der Krishna verehrt und vielleicht auch den Hare Krishna Leuten.Auch sie verehren Krishna.“ Aber Krishna wird nicht den Christen, Moslems, Juden, Arabern, Russen, Gläubigen oder Ungläubigen helfen, weil sie ihn nicht Krishna nennen. So sagen die Moslems, „Oh nein! Nein, nein! Der Name Gottes ist Allah, nicht Krishna. Euer Krishna ist ein Nichts. Unser Allah ist der Höchste Gott. Er wird nur Moslems beschützen oder diejenigen, die ihn Allah nennen und ihn so verehren, wie Moslems es tun. Sonst wird Allah Euch nicht helfen. Er wird Euch zerstören. Also seid bei uns dabei.“ Und Israelis und Juden sagen, „Oh, nein, nein, nein! Gott ist auf unserer Seite. Solange Ihr nicht diesen besonderen Weg geht, wird Gott Euch keinerlei Erlösung geben.“ Protestanten sagen, „Oh nein, nein. Nein! Das stimmt nicht! Wir haben einen Höchsten Vater, und Jesus kam und nur durch ihn werdet Ihr Gott erkennen. Kommt zu uns.“

Jeder Religionsführer kam und sagte, „Gott ist Eins und er ist auf meiner Seite.“ Jede Religion – Christentum, Judaismus, Islam, Hinduismus- ganz egal. Sie sagen alle, daß es nur einen Gott gibt. Aber wenn Du diesen Gott verehrst, heißt es, „Oh nein! Wir sind gespalten. Es gibt nicht nur einen Gott. Der Gott der Hindus ist verschieden vom Gott der Christen oder der Juden.“ Das ist Ignoranz. Das ist nicht das Ziel von Yoga und Vedanta.

Erinnert Euch an den Fluß. Der Ganges vereint sich mit dem Ozean und dieser Ozean enthält das Wasser von Tausenden von Flüssen auf der ganzen Welt. Nicht nur das Wasser des heiligen Ganges erreicht diesen Ozean, sondern auch das Wasser aller Flüsse, die nicht verehrt werden, die zum Fischen benutzt werden und auch die, die verschmutzt und nicht heilig sind. Wenn sie zum Ozean kommen, macht er keinen Unterschied bei dem heiligen Hinduwasser. Der verschmutzte und der heilige Fluß werden eins. Das ist der Weg der Gottesverwirklichung.

Unterscheidung ist im Yoga und Vedanta ein Widerspruch. Wenn Ihr folgende Gedanken auflöst: “Ich bin von Dir verschieden, meine Religion ist von Deiner verschieden, mein Gott ist von Deinem verschieden,“ dann habt Ihr Yoga und Vedanta. Weil die Menschen nicht in der Lage sind, diese Unterscheidungen aufzulösen, sind wir in unserem gegenwärtigen Zustand auf diesem Planeten Erde, in dieser speziellen Phase der Geschichte. Der Mensch hat einen Zustand erreicht, in dem er fast tot ist. Die Schlinge sitzt um seinen Hals. Er steht ganz oben auf seinen Zehenspitzen. Der Tisch unter ihm ist sehr wackelig. Jeden Moment kann er sich erhängen. Die menschliche Rasse ist verdammt, bis uns eine göttliche Macht rettet. Und diese göttliche Macht wird nicht kommen, um nur Hindus zu retten oder Juden oder Christen oder Moslems oder irgendeine andere Gruppe. Diese göttliche Macht wird uns alle aufnehmen, wie der Ozean.

Swamiji lehrte uns immer die Gleichheit aller Religionen und die Notwendigkeit der hingebungsvollen Praxis. Obwohl er von Geburt ein Hindu war, begrenzte er sich nicht auf irgendeine bestimmte religiöse Praxis. Zu Weihnachten und Ostern wurden oft katholische Messen gefeiert. Ein Baptistenchor kam regelmäßig zu den Yogaretreats in Nassau, um dort zu singen. Rabbi Shlomo Karlbach kam, um uns singen und tanzen zu lehren. Auf der Yoga Ranch in Woodbourne wurden oft typische uramerikanische Schwitzhütten abgehalten.

Menschen sind von Natur aus emotional und müssen diese Seite von ihnen ausdrücken können. Swamiji ermutigte uns, unsere emotionale Natur, welche wir anderen gegenüber ausdrückten, in bhakti (Hingabe) umzuwandeln, in den Ausdruck der Liebe zu Gott. Zweimal am Tag im satsang sangen wir Mantras und damit den Namen Gottes. Religiöse Feiertage wurden mit besonderen pujas gefeiert. In den Ashrams waren überall Schreine und Tempel.

Swamiji zögerte niemals, seine eigene Hingabe auszudrücken. Er brach oft in Tränen aus, wenn jemand das Bhagavatam sang oder wenn Schüler fromme Stücke über das Leben von Krishna, Rama oder anderen Personen aus den Schriften aufführten. Swamiji ging auch regelmäßig auf Pilgertouren, besonders als er älter wurde und seine Hingabe an die Göttliche Mutter immer stärker wurde.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Unterschiede in den Religionen?

Freitag, April 10th, 2009

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HINGABE

Swamiji ermutigte jeden, seine Hingabe zu Gott auszudrücken, indem er die religiösen Regeln praktizierte, mit denen er sich am wohlsten fühlte. Er sagte immer, daß Yoga selbst keine Religion sei, aber eine Form des Lebens, die sich dem religiosen Glauben eines jeden angleichen konnte. Er bestand darauf, daß alle Religionen in ihren Ursprüngen grundsätzlich das Gleiche sagten, daß es nur einen Gott gebe und daß die Unterschiede in den Religionen sich nur in der Form der Verehrung ausdrückten. Er betonte auch, daß keine Religion besser sei als die andere, daß keine Religion für alle gleich sei und daß es notwendig sei, darauf aufzupassen, in keine fanatische oder ausschließende Art und Weise des Denkens und Handelns hineingezogen zu werden.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Swamijis Blick

Mittwoch, April 8th, 2009

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Swamiji schaute mich an und sah alles, was unvollkommen war. Ich konnte mich nicht verstecken. Aber er schaute nicht mit Augen des Vorwurfs auf mich. Sein Blick machte mich nicht nieder oder ließ mich klein oder begrenzt fühlen. Sein fester Blick war auch nicht nachsichtig. Er war ohne Wertung, einfach sehend, was war.

Swamijis Augen inspirierten mich, es besser zu machen. Ich konnte in ihnen den Unterschied zwischen Vollkommenheit und Unvollkommenheit sehen und den Weg, Vollkommenheit zu erreichen.

Swami Sitaramananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Einfach nur da sein! Das reicht.

Montag, April 6th, 2009

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Als ich an einem Wochenende auf der Yogaranch ankam, war mein Geist sehr erschöpft und aufgewühlt, müde von einer langen hektischen Woche im New Yorker Zentrum. Ich schritt durch die Halle des Haupthauses, als Swami Kartikeyananda aus dem Eßraum herausschaute und mich hineinzog, wo Swamiji sich hingelegt hatte. Sofort wurde mein Geist vollständig leer. Es war, als ob Swamiji mit einem Radiergummi meine ganzen Gedanken wegewischt hätte. Ich mußte überhaupt nichts tun, um wieder aufgerichtet zu werden, sondern einfach nur da sein!

Swami Gajananmananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.