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Pilgerreise zum Himalaya

Donnerstag, April 16th, 2009

„Der Zweck einer Pilgerfahrt ist die Reinigung“, sagte Swamiji, als er auf seinem Lieblingsplatz auf der linken Seite neben dem Eingang seiner Höhle „Sivananda Guha“ saß, mit dem Gesicht zu dem lärmenden, tosenden Ganges und den gigantischen felsigen Bergen. „Ich habe alle Möglichkeiten auf dieser Welt, Nassau, New York, Kanada usw., aber nichts ist vergleichbar mit diesem Ort hier, erklärte Swamiji. „Ich muß diesen ganzen Weg hierhin gehen, um am Ufer von Mutter Ganges zu sitzen!“

Reinigung. Unsere Ideen loslassen, unsere Anhaftungen, all diese kleinen Würmer und Insekten unserer Gedanken, die uns lebendig auffressen, Tag und Nacht. Loslassen und Frieden finden. Diese wundervolle, magische Energie einatmen, die uns kräftigt und uns jeden Moment als einzig und ewig fühlen und schmecken läßt.

Einzig und ewig ist dieses kleine Dorf Gangotri, sehr tibetisch mit seinen alten Stein- und Felshäusern, seinen engen Dorfstraßen, die gesäumt sind mit winzigen Hütten, Bazaren und Läden, die religiöse Gegenstände, Süßigkeiten, Opfergaben und Flaschen mit Gangeswasser verkaufen. Einzig und ewig der alte Tempel von Mutter Ganges, wo Swamiji uns zuerst hinbrachte, sich vor der Mutter niederwarf, vom pujari Prasad bekam und ein bis dreimal um den Tempel herumging, um ihren Segen zu erhalten. Einzig und ewig dieser Spaziergang am Ufer des Ganges, an den blanken Felsen entlang, auf ihrem (sehr heiligen, wie Swamiji sagte) grauen Sand, im kühlen Wind des Himalaya.

„Es werden einem alle Sünden abgewaschen, wenn man einmal in Mutter Ganges in Gangotri eintaucht“ (das letzte Dorf auf dem Weg hoch zur Gangesquelle), so ist der allgemeine Glaube. „Wie wäre es mit einem Bad in Gomukh (die Quelle des Ganges, 15 Meilen von Gangotri entfernt und nochmal 5000 Fuß höher)?“ Vielleicht sogar alle Sünden und die der vorigen Leben, da das Wasser eiskalt ist und direkt aus dem Gletscher kommt.

„Ihr müßt ein sehr gutes Karma haben, wenn Ihr von so weit hierher kommt, um ein Bad im Ganges zu nehmen,“ sagte Swamiji. „So viele Menschen träumen davon und können nicht kommen, auch wenn sie in Indien leben. Was wollt Ihr noch? In den Schwingungen von Heiligen und Weisen verweilen. In ihren Fußstapfen laufen. In ihrer Gegenwart sein. Man fühlt sich so winzig und unbedeutend, wenn man diese heiligen Plätze besucht, diese heiligen Tempel.

Tempel zu besuchen ist wie mit unseren physischen Augen die Herrlichkeit, die Farben und das Licht unseres inneren Tempels zu sehen. Ihre Hügel hinaufzusteigen und ihre Stufen zu erklimmen ist wie der Aufstieg, das Erklimmen der inneren Stufen zum Tempel unseres Herzens. Durch dunkle Labyrinthe und erhabene, innere Höfe der Tempel zu gehen, sich selbst vorzubereiten, das Innere zu erreichen und darshan mit Gott zu erfahren! Von Angesicht zu Angesicht mit seiner Herrlichkeit!

Angeführt von mystischen Kräften, ohne große Planung im voraus, erreichte Swamiji unerwartet Kedarnath via GauriKund, wo der Fluß Mandakini sein Lied singt und wo es keine Autos mehr gibt. Wir brauchten fünf Stunden mit den Pferden, um an der Spitze anzukommen. Wir mußten 1800 Meter hoch auf dem17 km weiten Weg.Wir ritten auf Pferden und diese gingen langsam in einer Reihe, den jungen Männern folgend, ihren Führern.

„Welch ein Karma, so ein Pferd zu sein, nicht wahr, Swamiji?“ fragte C.P., unser Begleiter. „Es ist alles Gottes lila,“ flüsterte Swamiji. Und er fuhr fort: „Der eine oben, der andere unten und der eine vorne sind eins. Wer trägt wen und wer führt wen?“

Nach einigen chai (heißer Tee)läden, näherten wir uns langsam der Stätte Shivas. Das Schauspiel war sehr erhebend. Die Berghänge waren mit üppiger tropischer Vegetation bedeckt, durchzogen von Flüssen und Wasserfällen. Endlich erreichten wir Kedarnath und gingen zum Tempel.

Was die Augen im Herzstück des Tempels sehen, ist eine dreieckige Form eines schwarzen Felsens, der vom Boden nach oben zeigt. Was der Geist erkennt, ist der heilige Sivalingam, der von Sri Adi Guru Sankachariya aufgestellt wurde. Was das Herz fühlt, ist sofortige Hingabe, die Augen wollen diese liebliche Erscheinung verschlingen, die Ohren sind erfüllt von unirdischen Liedern und Hymnen. Swamiji saß für die Puja direkt neben dem Sivalingam. Er saß mit gekreuzten Beinen und meditierte, während wir eine Verehrungszeremonie durchführten. Sein Körper zitterte und er weinte und schluchzte. Seine Hände waren zum Gebet und demütigen Gesten gefaltet. Was er sah, können wir niemals erahnen, und er kann es niemals beschreiben. Alles was wir sahen, war dieser wonnevolle und fremde Ausdruck auf seinem Gesicht, als er versuchte, es uns zu beschreiben: „Ich brauchte 60 Jahre meines Lebens, um diese Vision zu haben. Es ist unbeschreiblich, diese Vision von Siva und Parvati in einer Einheit zu sehen, der kosmische Vater und die kosmische Mutter. Es ist wie als ob Mutter und Vater auf mich gewartet haben, um mir in diesem Moment diese Vision zu geben.“

Zwei Tage später während der frühmorgendlichen Puja in Badrinath, im heiligsten der heiligen Tempel Indiens, geschah Swamiji das Gleiche. Er sprach nicht viel darüber, außer daß er dem Ersten Priester des Tempels, dem Rawal, einem Mann aus Kerala, der seit 25 Jahren seinen Dienst tat, erzählte, wie wunderschön Gott Badri Narayan war. Er wurde königlich behandelt. Der Rawal gab ihm eine große Tasche voller Prasad (gesegnete Speisen), direkt vom Abishekam, außerdem das goldene Tempeltuch selbst.

Badrinath ist im Gegensatz zu Kedarnath mit dem Auto erreichbar. Er hat einen wunderschönen, majestätisch dekorierten Eingang mit einer großen Glocke. Unten am Eingang gab es zwei natürliche, sehr heiße Quellwasserbecken (Napta Kund), wo wir vor der Puja ein reinigendes Bad nahmen.

„Ich war ein 19 Jahre alter Junge, als ich zum ersten Mal Badrinath besuchte,“ sagte Swamiji. „Gott erlaubt mir, es vierzig Jahre später noch einmal zu sehen. Nun bin ich sechzig Jahre alt.“ Er erzählte uns Geschichten von seiner ersten Pilgerfahrt, wie er barfuß und ohne Essen auf den Bergwegen von Rishikesh nach Badrinath unterwegs war, mit dem Gelübde, kein Geld anzurühren.

„Narada, Sarada, Sri Sankarcharyia, alle haben sie hier meditiert! Sie kamen alle hierher!“ rief Swamiji mit leuchtenden Augen, während er die Straße den Hügel hinunterging.

Swamijis hat buchstäblich seine eigene Fußspuren in dieser Region des Himalaya hinterlassen. Er blieb mit seinen Füßen im geschmolzenen Asphalt an der Seite der Straße stecken. Es dauerte einige Zeit, den Asphalt von seinen Füßen zu entfernen, selbst mit Benzin! Später im Auto, als wir herunterbrausten, lachte er von ganzem Herzen. „Sitaramananda! Erzähl jedem, daß Du der erste Schüler bist, der padapuja (rituelle Verehrung der Füße des Gurus) mit Benzin gemacht hat!“

Swami Sitaramananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Das Wasser des heiligen Ganges

Dienstag, April 14th, 2009

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In dieser individuellen Existenz kann in einer sehr kurzen Lebensphase die natürliche Entwicklung gesteigert werden und wachsen. Wir bewegen uns alle in dieselbe Richtung und diese Richtung ist Gott entgegen, oder der Gottheit entgegen, wie auch immer Ihr es ausdrücken wollt.

Es regnet heute und der Regen fällt auf eine weite Fläche, von der Spitze zum Fuß der Berge und überall dazwischen, auf die Bäume, die Seen und die Wiesen. Dieses Wasser sammelt sich langsam, ganz langsam und wird zu kleinen Strömen, die Ströme werden schließlich zu größeren Flüssen. Die Flüsse tragen dasselbe Wasser langsam zu den Stromschnellen, durch Gebirge und Felsen, durch schwierige Pfade, neue Wege durchbrechend, um Hindernisse herum. Die turbulenten Flüsse enden im unermeßlichen Ozean. Ihre Reise ist zu Ende, keine Turbulenzen mehr. Kein Gerenne mehr seit der ganzen Zeit, seit sie die Berge verlassen haben, um Tausende von Meilen in vielen verschiedenen Gestalten durch jegliche Geländeform zu reisen, und viele Hindernisse zu überwinden. Durch all dies ist der rastlose Fluß ständig unterwegs gewesen, seinem Ursprung entgegen, von wo er zuerst kam. Das ist der Ozean. Der Ozean wird Wasserdampf und formiert sich zu Wolken, und wenn diese zu Regenwolken werden, verteilen sie sich auf den verschiedenen Erdteilen und kommen als Regen zur Erde zurück.

Das Wasser war nicht glücklich, weder am Himmel noch auf der Spitze des Berges, es war rastlos. Es wollte zu seinem Ursprung zurück, dem Ozean. Nur dann, wenn der Fluß seine Quelle erreicht hat, wird er wieder majestätisch, universell. Er hat seinen Namen und seine Form verloren. Dieser Fluß, der vom Himalaya kommt und Ganges genannt wird, erreicht nach einer Reise von 3000 Meilen den östlichen Teil von Indien, und wenn er sich mit dem Ozean vereint, verliert er sowohl seinen Namen als auch seine Form. Er wird nicht länger Ganges genannt, er hat auch keine Form mehr. Er vereint sich mit dem riesigen Ozean, sein Name, seine Form und seine Eigenschaften sind verloren. So ergeht es auch dem Colorado River, dem Mississippi und dem Nil, alle Flüsse erreichen den Ozean, und wenn sie ihn erreichen – egal, woher sie kommen - verlieren sie alle Namen und Form. Niemand nennt ihn nun noch Colorado River oder Mississippi oder Ganges. Es ist einfach ein einziger Ozean. Niemand behauptet, „Oh, das ist mein heiliger Ganges. Ich liebe ihn. Ich verehre meinen heiligen Ganges.“ Andere verehren andere Flüsse, sie lieben sie. Aber hier behauptet niemand, „Er gehört mir.“ Er ist allumfassend geworden.

Im Yoga und Vedanta wird diese universelle Erfahrung Gottesverwirklichung genannt, oder wenn Ihr nicht an Gott glaubt, Selbstverwirklichung. Mit dem gewöhnlichen menschlichen Verstand, dem gewöhnlichen menschlichen Intellekt können wir den unendlichen Ozean nicht erfassen, wie groß er ist, wie lang er ist, wie tief er ist und wie weit entfernt. Mit seinen gewöhnlichen Sinnen kann der Mensch das Ende des Ozeans nicht sehen, wie weit und wie tief er ist, wieviele Millionen und Millionen Kreaturen in ihm leben und welche Stürme toben. Nichts von alledem können wir mit unseren Sinnen erfassen, wenn wir auf das Meer schauen. Wenn es also so schwierig ist, den gewöhnlichen Ozean mit unseren Sinnen, unserem Verstand und Intellekt zu ergründen, wie können wir dann über Gott nachdenken?

Gottes unendliche Natur geht weit über unseren Verstand hinaus. Sogenannte Gottesführer, besonders die fanatischen, sprechen von Gott, als wäre er auf ihrer Seite, sie verstehen seine unendliche Natur nicht. Gott ist weder auf der Seite der Russen oder der Amerikaner noch auf der der Moslems, Israelis oder Hindus. Gott ist ein unendlicher Ozean der Liebe, des Mitgefühls, der Gnade, der Wahrheit, der Freude und des Friedens. Wir können nicht ermessen, wie groß er ist, wie mitfühlend dieses höchste Wesen ist. Noch können wir die unendliche Schöpfung ermessen, die er erschaffen hat.

Obwohl viele von Euch gebildet sind, denken die meisten von Euch immer noch, daß Gott nur den Planeten Erde erschaffen hat, vielleicht noch die Sonne und den Mond. Und auf diesem Planet Erde nahm er sich viel Zeit, um Euch Menschen zu erschaffen. Er erschuf Adam und Eva und sie benahmen sich nicht rechtmäßig. Sie aßen den Apfel und dann bevölkerten sie diesen Planet Erde. Dann kamen einige Millionen Juden, einige Millionen Christen, einige Millionen Hindus, Araber, Amerikaner, Russen usw. So gibt es jetzt ungefähr fünf Milliarden Menschen auf diesem Planeten Erde. Und dann teilen wir diesen Gott in verschiedene Sektionen auf: Gott der Hindus, Gott der Christen, Gott der Katholiken, Gott der Protestanten, Gott der Israelis, Gott der Moslems, Gott der Buddhisten. Das ist nicht Gott. Wir teilen dieses Höchste Wesen und machen aus ihm ein endliches Objekt.

Dieser Gott, dieses unendliche Wesen, das wir nicht durch unseren Intellekt oder durch unseren Verstand erkennen können, wird so aufgespalten, daß er in unseren geistigen Zustand paßt. Wir pressen dieses Höchste Wesen in einen schmalen, winzigen Umschlag. Ein Hindu denkt, „Gott ist nur da, um mich zu beschützen, weil ich ein Hindu bin. Ich verehre Gott Krishna, also wird Krishna nur mir helfen, einem Hindu, der Krishna verehrt und vielleicht auch den Hare Krishna Leuten.Auch sie verehren Krishna.“ Aber Krishna wird nicht den Christen, Moslems, Juden, Arabern, Russen, Gläubigen oder Ungläubigen helfen, weil sie ihn nicht Krishna nennen. So sagen die Moslems, „Oh nein! Nein, nein! Der Name Gottes ist Allah, nicht Krishna. Euer Krishna ist ein Nichts. Unser Allah ist der Höchste Gott. Er wird nur Moslems beschützen oder diejenigen, die ihn Allah nennen und ihn so verehren, wie Moslems es tun. Sonst wird Allah Euch nicht helfen. Er wird Euch zerstören. Also seid bei uns dabei.“ Und Israelis und Juden sagen, „Oh, nein, nein, nein! Gott ist auf unserer Seite. Solange Ihr nicht diesen besonderen Weg geht, wird Gott Euch keinerlei Erlösung geben.“ Protestanten sagen, „Oh nein, nein. Nein! Das stimmt nicht! Wir haben einen Höchsten Vater, und Jesus kam und nur durch ihn werdet Ihr Gott erkennen. Kommt zu uns.“

Jeder Religionsführer kam und sagte, „Gott ist Eins und er ist auf meiner Seite.“ Jede Religion – Christentum, Judaismus, Islam, Hinduismus- ganz egal. Sie sagen alle, daß es nur einen Gott gibt. Aber wenn Du diesen Gott verehrst, heißt es, „Oh nein! Wir sind gespalten. Es gibt nicht nur einen Gott. Der Gott der Hindus ist verschieden vom Gott der Christen oder der Juden.“ Das ist Ignoranz. Das ist nicht das Ziel von Yoga und Vedanta.

Erinnert Euch an den Fluß. Der Ganges vereint sich mit dem Ozean und dieser Ozean enthält das Wasser von Tausenden von Flüssen auf der ganzen Welt. Nicht nur das Wasser des heiligen Ganges erreicht diesen Ozean, sondern auch das Wasser aller Flüsse, die nicht verehrt werden, die zum Fischen benutzt werden und auch die, die verschmutzt und nicht heilig sind. Wenn sie zum Ozean kommen, macht er keinen Unterschied bei dem heiligen Hinduwasser. Der verschmutzte und der heilige Fluß werden eins. Das ist der Weg der Gottesverwirklichung.

Unterscheidung ist im Yoga und Vedanta ein Widerspruch. Wenn Ihr folgende Gedanken auflöst: “Ich bin von Dir verschieden, meine Religion ist von Deiner verschieden, mein Gott ist von Deinem verschieden,“ dann habt Ihr Yoga und Vedanta. Weil die Menschen nicht in der Lage sind, diese Unterscheidungen aufzulösen, sind wir in unserem gegenwärtigen Zustand auf diesem Planeten Erde, in dieser speziellen Phase der Geschichte. Der Mensch hat einen Zustand erreicht, in dem er fast tot ist. Die Schlinge sitzt um seinen Hals. Er steht ganz oben auf seinen Zehenspitzen. Der Tisch unter ihm ist sehr wackelig. Jeden Moment kann er sich erhängen. Die menschliche Rasse ist verdammt, bis uns eine göttliche Macht rettet. Und diese göttliche Macht wird nicht kommen, um nur Hindus zu retten oder Juden oder Christen oder Moslems oder irgendeine andere Gruppe. Diese göttliche Macht wird uns alle aufnehmen, wie der Ozean.

Swamiji lehrte uns immer die Gleichheit aller Religionen und die Notwendigkeit der hingebungsvollen Praxis. Obwohl er von Geburt ein Hindu war, begrenzte er sich nicht auf irgendeine bestimmte religiöse Praxis. Zu Weihnachten und Ostern wurden oft katholische Messen gefeiert. Ein Baptistenchor kam regelmäßig zu den Yogaretreats in Nassau, um dort zu singen. Rabbi Shlomo Karlbach kam, um uns singen und tanzen zu lehren. Auf der Yoga Ranch in Woodbourne wurden oft typische uramerikanische Schwitzhütten abgehalten.

Menschen sind von Natur aus emotional und müssen diese Seite von ihnen ausdrücken können. Swamiji ermutigte uns, unsere emotionale Natur, welche wir anderen gegenüber ausdrückten, in bhakti (Hingabe) umzuwandeln, in den Ausdruck der Liebe zu Gott. Zweimal am Tag im satsang sangen wir Mantras und damit den Namen Gottes. Religiöse Feiertage wurden mit besonderen pujas gefeiert. In den Ashrams waren überall Schreine und Tempel.

Swamiji zögerte niemals, seine eigene Hingabe auszudrücken. Er brach oft in Tränen aus, wenn jemand das Bhagavatam sang oder wenn Schüler fromme Stücke über das Leben von Krishna, Rama oder anderen Personen aus den Schriften aufführten. Swamiji ging auch regelmäßig auf Pilgertouren, besonders als er älter wurde und seine Hingabe an die Göttliche Mutter immer stärker wurde.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Swamijis Blick

Mittwoch, April 8th, 2009

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Swamiji schaute mich an und sah alles, was unvollkommen war. Ich konnte mich nicht verstecken. Aber er schaute nicht mit Augen des Vorwurfs auf mich. Sein Blick machte mich nicht nieder oder ließ mich klein oder begrenzt fühlen. Sein fester Blick war auch nicht nachsichtig. Er war ohne Wertung, einfach sehend, was war.

Swamijis Augen inspirierten mich, es besser zu machen. Ich konnte in ihnen den Unterschied zwischen Vollkommenheit und Unvollkommenheit sehen und den Weg, Vollkommenheit zu erreichen.

Swami Sitaramananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Einfach nur da sein! Das reicht.

Montag, April 6th, 2009

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Als ich an einem Wochenende auf der Yogaranch ankam, war mein Geist sehr erschöpft und aufgewühlt, müde von einer langen hektischen Woche im New Yorker Zentrum. Ich schritt durch die Halle des Haupthauses, als Swami Kartikeyananda aus dem Eßraum herausschaute und mich hineinzog, wo Swamiji sich hingelegt hatte. Sofort wurde mein Geist vollständig leer. Es war, als ob Swamiji mit einem Radiergummi meine ganzen Gedanken wegewischt hätte. Ich mußte überhaupt nichts tun, um wieder aufgerichtet zu werden, sondern einfach nur da sein!

Swami Gajananmananda

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Der Ashram ist in Euren Herzen

Samstag, April 4th, 2009

Ich war gerade dabei, im Nassau Ashram das Eingangshäuschen zu betreten, als Swami Vishnu auf einem der Wege erschien. Er spazierte herum, beobachtete alles genau, grüßte alle und gab Anweisungen. Ein Mitarbeiter begrüßte mich und erklärte ihm, daß Kanti Devi mich aus Uruguay geschickt hatte.

Er antwortete, „Ah, Kanti Devi, Kanti Devi…“ Ich sprach kein englisch. Es war nicht nötig. Seine Präsenz, seine Augen, seine Gesten und seine Schwingungen reichten vollkommen aus.

Das Yogalehrertraining wurde von ihm geleitet, Vorträge und Meditationen begleiteten den Unterricht. Eine intensive erste Woche, in der Swamiji uns auf Spaziergängen begleitete, mit uns lachte, spielte und alles auskundschaftete. Am Samstag bei der Talentshow war er wie ein Daddy, der mit uns eine tolle Zeit verbrachte.

Die Tage gingen vorbei. Swamiji war das Zentrum, die Verbindung und die Präsenz, obwohl er nicht immer in unserer Mitte war. Dann kam die Zeit des Abschieds. Die Erinnerung an seine Worte ist immer noch in meinem Herzen. „Der Ashram ist in Euren Herzen, wenn Ihr Eure Augen schließt, werdet Ihr hier sein, wenn Ihr es wollt.“ Ich brauchte nie mit Swamiji selbst zu reden. Ihn zu sehen reichte aus, um zu verstehen und zu begreifen, was er sagte. Hier und jetzt schließe ich meine Augen und er ist in meinem Herzen.

Vishnu

Montevideo, Uruguay

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Tagesbuch eines Schülers der Sivananda Jahrhundert Tour von 1987

Sonntag, März 22nd, 2009

Folgendes steht in einem Tagesbuch eines Schülers der Sivananda Jahrhundert Tour von 1987:

Heute war ein wundervoller Tag. Wir konnten fast den ganzen Tag im Divine Life Society Ashram verbringen. Wir nahmen heute morgen gleich den ersten Bus. Swamiji brachte uns zur Bibliothek, wo wir einen kurzen Satsang hatten. Sogar in der Bibliothek, die nicht unbedingt einer der heiligsten Gebäude ist, war der Frieden so intensiv spürbar. Wenn man einmal seine Augen geschlossen hat, mag man sie nicht mehr aufmachen. Wenn man sie öffnet, umgibt einen die physische Manifestation von Meister Sivananda: große Fotographien, Sinnsprüche, die an der Wand hängen – „Hasse niemanden – Verletze niemanden.“ „In allem siehe Gott.“ Egal, ob die Augen geschlossen oder offen sind, der Meister ist immer da. Der ganze Raum ist mit dem Meister erfüllt. Einfach nur unter dem Baum zu sitzen, unter dem der Meister oft gesessen hat, und das Leben im Ashram rundherum zu betrachten, gab uns das Gefühl, auf einen Teil der persönlichen Geschichte gestoßen zu sein. Zum ersten Mal, seitdem wir in Indien angekommen waren, hatte ich das Gefühl, ganz zu Hause zu sein. Auf den Straßen und in den Städten sahen wir viele Dinge, die mir völlig unbegreiflich waren. Hier ergab alles einen Sinn. Natürlich hing das auch mit der ganzen Zeit zusammen, die wir im Ashram von Val Morin mit Swamiji verbracht hatten. Er hatte uns gut vorbereitet und uns viel über die Wege des Meisters erklärt.

Um 3.00 Uhr begann der kirtan (Mantrasingen) im mahasamadhi Schrein. Ging hinein und sang eine Stunde lang. Konnte gleichzeitig die Hingabe aller Menschen spüren, die durch das Singen deutlich wurde und die Liebe des Meisters, die vom Schrein zurückkam, so wie überschwappende Wellen, elektrisierend.

Nach Einbruch der Dunkelheit ging jeder für das Ganga arati, das Swamiji vorbereitet hatte, hinunter zum Ganges. Swamiji hatte jeden im Ashram eingeladen, daran teilzunehmen, und es wurde auch in der Konferenzhalle angekündigt, so daß es ein riesiges Hin und Her gab, vielleicht tausend Menschen, die alle die engen Wege und die krummen Treppen zum Fluß hinuntergingen. Jeder sang OM Namo Narayanaya. Es war ein wunderschöner Anblick, die Mantraboote den Fluß hinunterschwimmen zu sehen, erst eins nach dem anderen als isolierter Punkt einer Flamme, dann weiter weg als ein kontinuierliches Band des Lichts.

Es war keine Zeit, um herumzustehen, all das aufzunehmen und in das Gefühl des arati einzutauchen. In dem Augenblick, wo es gelang, sein Boot zu Wasser zu lassen, mußte man umkehren und mit Hilfe seiner Ellenbogen den Weg zurück die Stufen hinauf erkämpfen oder man ging das Risiko ein, geradewegs mit den Booten im Ganges zu landen, da hinter einem bereits die nächste Welle von Menschen war, mit Booten in ihren Händen.

Diese Erfahrung ließ mich die Intimität unseres kleinen satsangs zu würdigen wissen, den wir in Val Morin oft mit Swamiji hatten, wenn die Sommerzeit einmal vorbei war. Wie viele Menschen haben die Möglichkeit, ihren Lehrer so persönlich zu erleben, und das über Jahre hinweg? Es ist wirklich ein Geschenk.

12,. 13. und 14. September 1987, Sivananda Guha, Gangotri

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Die Gegenwart eines Gurus

Freitag, März 20th, 2009

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Wenn Du jemals in der Gegenwart von jemandem bist, der die Gottesverwirklichung erreicht hat, oder auf dem Weg dahin ist, wirst Du sofort verstehen, was Swamiji hier meint. Du erfährst ein unbeschreibliches Gefühl von Frieden und Wonne, wenn Du mit jemandem zusammen bist, der diese spirituelle Energie ausstrahlt. Dieses Gefühl von Einssein mit Gott ist etwas, wonach jeder sucht und was jeder braucht. Es ist die einzige Quelle des Glücks in dieser Welt.

Swamiji hat mit Sicherheit diese Stärke und Vitalität auf andere ausgestrahlt. Einfach im selben Raum mit ihm zu sein hatte oft einen starken Effekt auf die Menschen. Sogar wenn er freiwillig schwieg (früher hatte er oft Zeiten von Mouna), oder später nach seinem Schlaganfall (als er wenig oder gar nicht sprach), berührte er die Menschen in einer unbestimmten, aber vollkommenden Art und Weise. Er lehrte nicht durch das, was er sagte, sondern dadurch, wer er war.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Über Yoga

Mittwoch, März 18th, 2009

Primär ist Yoga eine spirituelle Schule, die eine äußere körperliche Komponente aufweist. Die Praxis des Yoga ist wie eine Blume. Was wir sehen können- den physischen Prozeß und seine Auswirkung auf den Körper- ist sehr schön. Aber diese Schönheit wird von den starken, unsichtbaren Wurzeln der Blume gestützt. Durchtrenne die Wurzeln und die Blume wird schnell austrocknen und sterben. Ähnlich ist es, wenn die körperliche Praxis des Yoga von seinen spirituellen Wurzeln getrennt wird, sie wird entstellt und somit bedeutungslos.

Was ist der Nutzen, wenn man sich nicht nur auf den physischen Prozess konzentriert, sondern auf das spirituelle Fundament des Yoga Sadhana? Zuerst müssen wir uns daran erinnern, daß das Wort Yoga selbst Einheit bedeutet, das Zusammenkommen des höheren Selbst, der Seele und Gott. Der Zustand der Einheit mit Gott hat viele verschiedene Namen in verschiedenen Traditionen, nirvana, Samadhi, Christ-Bewußtsein. Alle Traditionen stimmen darin überein, daß es das Ziel des Lebens und die erste Pflicht aller menschlichen Wesen ist, diesen Zustand zu erreichen, wie auch immer der Name lautet.

Was geschieht, wenn wir diesen Zustand der Einheit mit Gott erreichen? Swamiji sagte gewöhnlich, daß diese Frage zu beantworten genauso sei, wie jemandem, der nie Honig probiert habe, zu beschreiben, wie Honig schmeckt. Wir können sagen, daß er süß ist, wie Zucker. Er ist in seiner Beschaffenheit wie Maissyrup, aber ohne den Maisgeschmack usw. Egal, wie sehr wir uns anstrengen, wir können niemandem, der noch nie Honig probiert hat, erklären, wie Honig schmeckt. Gebt Ihr dieser Person jedoch einen Tropfen Honig auf die Zunge, ist es nicht mehr notwendig, irgendetwas zu erklären. Sie „weiß“ es jetzt einfach ohne die Notwendigkeit einer Erklärung. Genauso ist es mit Samadhi. Wir können verbal um die Idee kreisen, wir können Analogien benutzen, aber es kann nicht wirklich erklärt werden. Es kann nur erfahren werden.

Warum ist es so wichtig, dieses spirituelle Ziel zu erreichen? Es hört sich so wischi-waschi und vage an. Was soll da schon gut dran sein, in diesem Zustand zu sein, wenn wir es nicht verstehen können, da es so irrational ist? Wenn wir es schon intellektuell nicht verstehen können, dann sollten wir vielleicht die Wirkung nach außen bei jemandem anschauen, der die Gottesverwirklichung erreicht hat.Was hatte Swamiji über die äußeren Ergebnisse dieses inneren Prozesses zu sagen?

Wenn die Energie sich richtig bewegt, wirst Du gesund, stark und friedvoll und strahlst Stärke und Vitalität auf andere aus, auf Deine Familie, diejenigen, die Du liebst, Deine Freunde. Dann werden alle Menschen Energie durch Dich bekommen, egal, wohin Du gehst und wem Du begegnest. Du wirst das Zentrum der Aufmerksamkeit, und jeder wird Dich berühren, Dir die Hand schütteln und mit Dir zusammensein wollen. Sogar Deine einfache Präsenz wird ihnen Energie und Stärke bringen.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Swami Vishnu Devanada betet für Shambu Das

Samstag, März 14th, 2009

Am 22. September 1992 besuchten meine Frau und ich Swamiji in seinem Haus in Val Morin. Obwohl er nicht deutlich sprechen konnte, erkundigte er sich mit Hilfe von Zeichensprache und seinen Augen nach meinen Kindern. Er betete für uns alle, so als könnte er sehen, daß bald etwas mit uns geschehen würde. Früh am Morgen des 26. September verließ mein Sohn Sandeep seinen Körper bei einem Autounfall.

Shambu Das

Toronto, ON, Canada

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Wohlergehen aller Familienmitglieder

Donnerstag, März 12th, 2009

Swamiji unterstützte aktiv seine Schüler, die in Beziehung lebten, ermutigte sie und erinnerte sie an ihre gegenseitigen Pflichten.Er war immer aufrichtig an dem Wohlergehen aller Familienmitglieder interessiert.

Mein Mann Jim und ich wurden von Swamiji getraut. Er leitete persönlich eine wunderschöne Feuerzeremonie. Er hielt einen Vortrag über den Nutzen und die Schönheit eines Familienlebens. Unsere Verwandten, die sich wegen der Fremdheit der Zeremonie zu Beginn ein wenig unbehaglich fühlten, waren bewegt und angerührt von Swamijis Liebe und Enthusiasmus.

Eines Tages, als ich während einer zweistündigen Fahrt Swamiji vom New Yorker Zentrum zur Yogaranch fuhr, fragte ich ihn, ob er mir bei einem Problem behilflich sein könne. Ich hielt eine langen Vortrag darüber, daß Jim sich nicht so wie ich als Mitarbeiter auf der Ranch verpflichten wollte und daß das Spannungen erzeugte usw. usw. Obwohl ich am Anfang schüchtern war, konnte ich nicht mehr aufhören, als ich einmal angefangen hatte. Als ich endlich aufhörte, drehte sich Swamiji zu mir um und fragte, „Entschuldigung, was hast Du gesagt?“ Ich war etwas bestürzt, aber dann erkannte ich, daß es mir schon besser ging und daß ich die Situation nun präziser schildern konnte. Danach sagte riet Swamiji mir, mich nicht zu sorgen und zu Gott zu beten.

Als wir in die Straße zur Ranch einbogen, stand Jim dort und Swamiji begann sofort, ihn zu ermutigen und zu lieben. Die ganze Zeit, die Swamiji auf der Ranch war, schenkte er Jim besondere Aufmerksamkeit. An einem Satsang rief er Jim nach vorne und ließ ihn „Die Regeln für menschliches Sein“ aus einer früheren Ausgabe von Yoga Life vorlesen. Nach jeder Regel drehte Swamiji sich um und wandte sich direkt an Jim, als er darüber sprach, das Leben vollständig und wunderbar zu leben, ohne Gott zu vergessen. Weder schimpfte er noch ermahnte er ihn. Er verströmte nur reine Liebe und Anteilnahme. Nach dem Satsang sagte er zu Jim, daß er mit Yoga Life unter seinem Kopfkissen schlafen sollte. Das tat Jim. Später legten wir es unters Bett. Jetzt nach sieben Jahren liegt es immer noch da.

Über die Jahre hinweg vergaß Swamiji nie, mich zu fragen, „Wie geht es Jim?“ Als ich einmal den Ashram in Val Morin besuchte, wollte ich Swamiji begrüßen, der allein auf einer Picknickbank saß. Er praktizierte Mouna, also würde er nicht sprechen, aber er begann, einige Buchstaben auf die Bank zu zeichnen. Nach einigem Zaudern erkannte ich, daß er E-h-e-m-a-n-n buchstabierte. Eine andere Pflichterinnerung bekam ich, als Swamiji die Ranch nach einem kurzen Besuch wieder verließ. Swamiji lag auf der Rückbank des Wagens und ich beugte mich hinein, um seine Füße zu berühren und mich zu verabschieden. Er sagte etwas zu mir, aber das Ganze geschah nach seinen Schlaganfällen und er war schwer zu verstehen. Ich riet, „Bleib dran an Deinem Sadhana?“ Swami schüttelte seinen Kopf. „Arbeite hart im Ashram?“ Nein, das war es auch nicht. Ich riet und riet, bis Swamij Kartikeyananda ins Auto stieg und übersetzte, „Wo ist Jim? Ist er zur Arbeit gegangen?“ Wieder erinnerte mich Swamji daran, an meinen Mann zu denken! Das war die fortwährende Botschaft.

Das letzte Mal, als Swamiji auf die Ranch kam, war er recht schwach, aber wie gewöhnlich wunderbar, für alle erreichbar und interessiert an allen. Jim und ich hatten darüber nachgedacht, Kinder zu bekommen, aber wir hatten doch noch einige Zweifel. Ich wollte unbedingt mit Swamiji darüber sprechen, und ich wußte, daß wir befolgen würden, was immer er uns riet. Ich erzählte Swamiji über unsere Bedenken darüber, Kinder zu bekommen. Swamiji antwortete sofort, „Warum nicht?“ Ich antwortete, daß unser Sadhana sich verändern würde und daß ich nicht mehr viel im Ashram helfen könnte. Es würde sich alles um das Kind drehen. Ich war mir nicht sicher, da es so eine große Umstellung wäre. Swamiji aber antwortete mir, „Sogar Lord Rama hatte Kinder. Das höchste Gut ist es, Kinder sorgsam zu erziehen, und sie in einem Ashram aufzuziehen, ist ein großer Segen.

Lisa

Woodbourne, NY

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.


Sex und Yoga sind zwei verschiedene Dinge

Dienstag, März 10th, 2009

Als ich versuchte, meine sexuellen Beziehungen zu spiritualisieren, riet Swamiji mir, „Sex und Yoga sind zwei verschiedene Dinge. Wenn Du Sex hast, genieße es, aber versuche nicht, Yoga daraus zu machen.“ Also tat ich es nicht, und es ging wunderbar.

Sarabess Forster

Silver Springs, Maryland

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier: http://cms.yoga-vidya.de/ausbildung-weiterbildung.html

Sexuelle Enerige

Freitag, März 6th, 2009

Auch wenn Swamiji nie verheiratet war und sein Leben überwiegend als ein Sanyassin im Zölibat verbracht hatte, besaß er ein einmaliges Verständnis dafür, wie Menschen in einer festen Beziehung miteinander umgehen sollten. Er sprach offen und frei über Liebe und Sex. Er verhalf den Menschen zu einem klareren Verständnis über diese Themen in Bezug auf ihre spirituelle Praxis.

Ihr solltet Euch wegen sexueller Gefühle nicht schuldig fühlen. Das ganze Universum ist abhängig von sexuellen Gefühlen. Sonst würde es keine Welt mehr geben. Gegen sexuelle Gefühle anzugehen ist ungefähr so wie die Niagarafälle hochzuklettern. Es ist diese große Energie, die sich seit ewigen Zeiten nach unten bewegt. Wenn man sie dazu zwingt, sich zu verschließen, wird sie stärker und rast herab. Und die Wasserfälle hinaufschwimmen? Es gibt nur wenige, die das können! Das ist nicht nur durch eigene Anstrengung zu erreichen. Wir brauchen Gottes Gnade.
Versucht nicht, das sexuelle Gefühl zu unterdrücken. Es geht nicht. Aber wir können sublimieren. Wie Wasser, das normalerweise von oben nach unten fließt, aber beim Erhitzen nach oben steigt, so kann die Sublimierung die sexuelle Energie zu Dampf werden lassen. Dieser Dampf wird Ojas genannt. Es steigt auf zu den höheren Zentren anstatt zu dem unteren Zentrum, dem Sexualzentrum, hinunterzugehen. Wenn die sexuellen Gefühle kommen, sind unsere eigenen Bemühungen gewöhnlich nicht ausreichend, um sie zu stoppen. Wenn Ihr Asanas und pranayama übt, wenn Ihr regelmäßig japa ausführt und Euch richtig ernährt, ohne Zwiebeln, Knoblauch und bestimmte Wurzeln, welche die Nerven überstimulieren, dann wird die Sublimierung ganz allmählich eintreten. Das ist der Fall, wenn die Energie beginnt, sich zu den oberen chakras (psychische Energiezentren) zu bewegen und dann das Gehirn erreicht. Die gleiche sexuelle Energie wird nun zu einer kreativen Kraft, eine positive spirituelle Kraft. Das ist der Grund, warum Ihr Heiligenscheine um die Köpfe von Weisen und Heiligen herum sehen könnt, das ist die Austrahlung von oja shakti. Wenn ein Mensch auch nur einen Teil seiner sexuellen Kraft kontrollieren kann, ist sein Gesicht anders. Er wird nie Falten bekommen. Die Haut wird sehr trocken und voller Falten, wenn zuviel Energie im sexuellen Akt massiv verschwendet wird.
Sowohl Männer als auch Frauen haben diese psychische Energie, die vom Gehirn herunterkommt und dann massiv wird. Wenn Ihr einmal gelernt habt, dieser Energie auszuweichen und in die entgegengesetzte Richtung umzuleiten, ist es nicht länger eine sexuelle Sache.
16.008 Frauen? Alle lernten, ihre Energie zu kontrollieren und zu sublimieren. Jede erreichte die Einheit mit Lord Krishna, aber es war keine physische Einheit, es geschah auf einer höheren Ebene.
Die gopis waren wunderschöne Milchmägde, die Lord Krishna so sehr liebten, daßsie ihre Augen nicht von ihm nehmen konnten, nicht mal für eine Minute. Die gopis wurden geprüft, um zu sehen, ob sie fähig waren, diese Energie zu sublimieren. Eines kalten Morgens gingen sie zum Fluß Yamuna und beteten, „Laß Lord Krishna mein Gatte sein.“ Dann badeten sie im Fluß. Lord Krishna kam, nahm all ihre Kleidung, die sie am Ufer zurückgelassen hatten und legte sie auf die Spitze eines Baumes. Dann begann er mit seinem Flötenspiel. Die Mädchen sahen alle nach oben, um ihn zu sehen und entdeckten, daß er jedes ihrer Kleidungsstücke ordentlich befestigt hatte, jedes an einem anderen Zweig. Ihnen war kalt und sie konnten nicht zu lange nackt im Fluß bleiben. Sie mußten herauskommen, also baten sie ihn, „Oh Krishna, gib uns unsere Kleidung. Warum bist Du ungezogen? Warum machst Du das?“ Er sagte, „Wenn Ihr sie wollt, kommt heraus und holt sie Euch. Ich werde hier bleiben und Euch Eure Kleidung geben. Kommt einfach aus dem Wasser.“ Aber sie weigerten sich. „O.K., dann müßt Ihr halt im kalten Wasser bleiben.“ Als sie es zum Schluß nicht mehr aushalten konnten, kamen sie heraus und bedeckten ihre Blöße mit den Händen. Aber Krishna sagte, „Nein, nein. Ihr müßt Eure beiden Hände wegnehmen.“ Als sie ihm drohten, es seinem Vater und seiner Mutter zu erzählen, sagte er, „O.k., erzählt es ihnen, wenn Ihr wollt. Das wird Euch Eure Kleider nicht zurückbringen.“ Zum Schluß ergaben sie sich Lord Krishna, erhoben ihre Hände und kamen heraus.
Lord Krishna wollte damit nicht irgendein Unheil anrichten. Die gopis wollten Krishna zu ihrem Ehemann, aber Kirshna ist kein menschliches Wesen. Wenn Lord Krishna ihr Ehemann war, dann durften sie nicht denken, daß sie Frauen waren und er ein Mann. Sie mußten ihr körperliches Bewußtsein vergessen. Sie mußten das körperliche Bewußtsein transzendieren. Männlich und weiblich ist nur eine Vorstellung. Heute bist Du ein Mann, und morgen nach einer Operation kannst Du eine Frau sein. Das passiert jeden Tag. Aber der Atman ist das Unsterbliche Selbst, mit dem Ihr Euch verbinden werdet.
Die saguna Form von Brahman (Gott mit Formen oder Attributen) ist Krishna oder Rama, und wenn Ihr Euch mit ihm vereinen wollt, könnt ihr nicht so denken, „Ich bin ein Mann“, oder, „Ich bin eine Frau. Ich komme zu Dir und Du mußt mein Ehemann sein.“ Also sagte Krishna, als er das Gebet der gopis hörte, „Ihr seid noch nicht soweit.“ Jeden Tag kamen die Gopis und meditierten in dem kalten Morgen. Krishna wußte, daß sie ihren Körper transzendierten, aber sie hatten immer noch ein kleines Ego, ihr weibliches Ego existierte immer noch. Solange sie dieses weibliche Ego nicht zurück-nahmen und solange sie weiterhin dachten, daß er als ihr Ehemann nur ein Mann sei, waren sie nicht soweit, sich mit ihm zu vereinigen.
Das ist der tiefere Sinn dieser Geschichte. Als sie ihr Körperbewußtsein verloren, sagte der Herr, „Am Vollmond werdet Ihr meine Flöte hören. Ihr werdet nach Vrindavan kommen und Ihr werdet den kosmischen Tanz mit mir tanzen.“
Also, sexuelle Gefühle sind schwierig zu überwinden, solange Ihr dieses Gefühl nicht in Hingabe an Gott verwandelt. Nonnen zum Beispiel bleiben allein, aber sie glauben, daß sie mit Jesus verheiratet sind. Das ist keine sexuelle Heirat, es ist eine göttliche Heirat. Sie verbinden sich mit Jesus, so daß sie in der Lage sind, diese Energie zu sublimieren.
Sexuelle Gefühle kommen zu jedem. Schuld zeigt Euch, daß Ihr etwas tut, wovon Ihr denkt, daß es nicht richtig ist. Wenn Ihr Schuldgefühle habt, wiederholt den Namen Gottes und gebt Euch ihm wieder hin, „Deins wird geschehen, oh Herr. Ich habe mein Bestes gegeben und nun ist es an Dir. Ich kann mir nicht helfen. Ich kann nichts tun.“
Es ist das Gleiche mit dem Leben der Swamis, wißt Ihr. Es ist sehr schwierig, diese Energie zu überwinden. Jeder Heilige, Weise und Yogi im Himalaya hatte Probleme. Nicht nur Ihr habt diese Probleme. Meint Ihr, daß dieses Problem verschwindet, nur weil sie in die Höhlen des Himalayas gehen? Es wird eher mehr.
Also sorgt Euch nicht um dieses Gefühl, sondern sublimiert es. Wiederholt jedes Mal Euer Mantra, und wenn dieses Gefühl trotzdem kommt, gebt es Gott als ein Opfer dar. Das ist der einzige Weg, wie wir Euch helfen können, es gibt keinen anderen. Wenn jemand behauptet, er habe Sex überwunden, ist er weder ehrlich zu sich noch zu der Welt. Es dauert bis zum letzten Atemzug. Ihr wißt nie, wann Maya zuschlägt. Selbst wenn Ihr hundert Jahre alt seid, kann es Euer Denken überwältigen.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Swami Vishnu Devanada und Mohamad Ali

Mittwoch, März 4th, 2009

Swamiji reagierte auf Situationen, die andere Menschen für normal hielten, oft ganz anders als Menschen um ihn herum. Er erlebte die Dinge, besonders stark emotionale oder gewalttätige Dinge, sehr viel intensiver als irgendjemand in seiner Umgebung. Er erzählte oft die folgende Geschichte von Mohammed Ali.

Ich fuhr nach Miami, um etwas zu erledigen und hörte, daß Mohammed Ali hier trainierte. Ich wollte mir anschauen, wie Boxer trainierten. Er war stark. Sein Sparringpartner mußte einige Schläge einstecken, sehr starke Schläge. Ali teilte einen nach dem anderen aus. Gelegentlich lehnte er sich gegen das Seil. Warum? Er ruhte sich aus. Seine Atmung war sehr flach, er konnte nicht ausreichend Sauerstoff bekommen und einige seiner kraftvollen Schläge raubten ihm enorme Energie.
Nach dem Kampf gab ich ihm eine signierte Kopie meines Buches und sagte zu ihm, „Wissen Sie, Ihre Atmung ist sehr flach. Sie können nicht lange kämpfen, wenn Sie Ihre Atmung nicht verändern.“ Ich gab ihm Ratschläge auf eine freundliche Art, brachte ihm bei, wie man atmet und sagte zu ihm, „Steigern Sie Ihre Atemkapazität, wenn Sie überleben wollen.“
Einige Zeit später war ich in Kalifornien. Es war gerade ein Kampf ausgeschrieben zwischen Mohammed Ali und Joe Frazier. Es gab eine riesige Leinwand, wo man sich den Kampf anschauen konnte, so daß einige Schüler mich fragten, „Swamiji, möchtest Du Ali kämpfen sehen?“ Ich antwortete, daß ich mir anschauen wollte, wie er atmet.
Also schaute ich mir auf der Leinwand an, wie Ali und Joe Frazier sich gegenseitig schlugen. Joe Fraziers Blut strömte und Mohammed Alis Gesicht war aufgedunsen. So viele Schläge, so oft! Jedesmal, wenn sie sich schlugen, hatte ich das Gefühl, als würde ich selbst geschlagen, ich war das Opfer dieser Hiebe.
Dieses gegenseitige Schlagen, Schlagen, Schlagen dauerte eine Stunde. Endlich war der Kampf vorbei. Ali hatte gewonnen. Die Licht in der Halle wurde angeschaltet. Jeder ging hinaus. Aber ich saß einfach auf meinem Sitz, ich konnte mich nicht bewegen. Ich konnte mich überhaupt nicht bewegen. Mein Magen war angefüllt mit Säure, noch nie in meinem Leben hatte ich Säure wie diese in meinem Magen brennen gefühlt. Meine Beine schmerzten. Mein Körper war wie gelähmt. Ich saß dort wie ein Zombie. Jeder war gegangen außer den zwei oder drei Schülern, die mit mir gekommen waren. Sie saßen und warteten, daß ich rauskam, sie dachten, ich würde meditieren. Aber ich meditierte nicht, ich war gelähmt. Ich konnte einfach nicht aufstehen und gehen. Zu dieser Zeit war mein Körper sehr stark und gesund, aber für fünfzehn oder zwanzig Minuten konnte ich mich nicht bewegen. Danach mußte ich zwei oder drei Gläser Milch trinken, um die Säure in meinem Magen zu neutralisieren. Es dauerte mindestens drei Stunden, bevor ich mich entspannen oder schlafen konnte.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Viel Wind kann auch nützlich sein

Montag, März 2nd, 2009

Vor einigen Jahren lehrte ich Swami Vishnu, wie man ein ultraleichtes Flugzeug steuert. Das war, bevor er bei einer seiner Friedensmissionen über die Berliner Mauer flog. Swamiji war ein toller Schüler. Er hörte sich aufmerksam alles an, was ich ihm sagte, mit hoher Konzentration. Er saugte alles auf, lernte schnell und schob sein gesamtes voriges Wissen über das Steuern größerer Flugzeuge beiseite.
Eines Tages konnten wir nicht fliegen, weil die Winde zu stark waren, also saßen wir auf dem Flugfeld herum, einfach nur redend und wartend. Es war einer der besten Tage meines Lebens, und ich werde mich immer daran erinnern.

Ted Young
Ellenville, New York

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Ein Ausflug mit Swami Devananda

Dienstag, Februar 24th, 2009

Eines Tages ließ Swamiji die Stunden ausfallen und wir stiegen alle in Autos, Busse und Kleinlaster und begaben uns auf eine lange Fahrt. Dann mußten wir einen Weg hinunterwandern, der zu einem Wasserloch und Wasserfällen führte. Wie gewöhnlich flog er buchstäblich den Weg hinunter, während wir uns ganz schön ranhalten mußten, um mit ihm Schritt zu halten (selbst die jungen Mitarbeiter).
Er ließ uns alle schwimmen, er schwamm ebenfalls, und dann saßen wir unter den Wasserfällen. Sie waren ungefahr acht Meter hoch und einige Mutige sprangen von ihnen ins Wasser hinunter. Dann hielt er uns einen Vortrag darüber, wie sehr wir diesen Tag gebraucht hätten, da unser Geist genug hatte von seinen Lektionen und der heißen Sonne.

Cathleen Clark
San Francisco, Kalifornien

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

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