Posts Tagged ‘Karma’

Die Broschüre

Mittwoch, Mai 20th, 2009

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SADHANA TATTWA

Im Einführungskapitel hat Swamiji über eine Broschüre gesprochen, die er in einem Papierkorb in seinem Büro gefunden hatte.Der Inhalt dieser Broschüre war sein erster Einblick in ein spirituelles Leben. Es führte dazu, daß er Swami Sivananda traf, seinen zukünftigen Guru.

Was war das für eine kleine Broschüre, die den jungen Mann so fesselte? Es ist wohl am besten, die Worte für sich selbst sprechen zu lassen.

Die Wissenschaft der Sieben Disziplinen für die Schnelle Entwicklung der Menschlichen Seele,

geschrieben von H.H. Sri Swami Sivananda

Eine Unze Praxis ist mehr Wert als Tonnen Theorie. Praktiziere Yoga, Religion und Philosophie und erhalte Selbstverwirklichung.

Diese zweiunddreißig Instruktionen geben die Essenz der ewigen Religion (Sanatana Dharma) in seiner reinsten Form wider. Sie sind auch geeignet für den modernen arbeitenden Hausherrn mit festgelegten Arbeitszeiten. Modifiziere sie nach Deinen Bedürfnissen und verlängere die Zeiten nach und nach.

Am Anfang fasse nur einige praktikable Vorsätze, die eine kleine, aber bestimmte Verbesserung für Deinen jetzigen Gewohnheiten und Wesenszüge ermöglichen. Falls Du krank bist, unter Arbeitsdruck stehst oder unvermeidbare Verpflichtungen hast, ersetze Dein aktives Sadhana durch häufiges Denken an Gott.

Disziplin der Gesundheit

Esse mäßig. Nehme leichtes und einfaches Essen zu Dir. Opfere es Gott, bevor Du ißt. Laß Deine Ernährung ausgewogen sein.

Vermeide Chillies, Knoblauch, Zwiebeln, Tarmarind u.a. so gut wie möglich. Gib Tee- und Kaffeetrinken, Rauchen, Betelkauen, Fleisch und Wein vollständig auf.

Faste an Ekadasi (alle vierzehn Tage). Nehme nur Früchte, Milch und Wurzelgemüse zu Dir. Praktiziere Asanas oder andere körperliche Übungen für fünfzehn bis dreißig Minuten. Gehe täglich lange spazieren oder spiele kraftvolle Spiele.

Disziplin der Energie

Schweige zwei Stunden am Tag und sonntags vier bis acht Stunden.

Lebe Deinem Alter und den Umständen entsprechend im Zölibat. Schränke die Befriedigung auf einmal im Monat ein. Vermindere sie nach und nach auf einmal im Jahr. Schließlich lege den Eid der Entsagung für das ganze Leben ab.

Disziplin der Ethik

Spreche die Wahrheit. Spreche wenig. Spreche freundlich. Spreche sanft.

Verletze niemanden in Gedanken, Worten oder Taten. Sei freundlich zu allen.

Sei ehrlich, aufrichtig und offenherzig in all Deinen Gedanken und Taten.

Sei rechtschaffen. Verdiene im Schweiße Deines Angesichtes. Akzeptiere kein Geld, Geschenk oder Gefälligkeit, bevor Du sie nicht gesetzmäßig verdient hast.

Entwickel Würde und Integrität.

Kontrolliere Ausbrüche von Ärger, indem Du Gelassenheit, Geduld, Liebe, Gnade und Toleranz entwickelst. Vergesse und Vergebe. Passe Dich Menschen und Ereignissen an.

Disziplin des Willens

Lebe für eine Woche oder einen Monat ohne Zucker. Gib Sonntags das Salz auf.

Gib das Kartenspielen auf, ferner das Lesen von Geschichten und den Besuch von Kinos und Klubs. Entfliehe schlechter Gesellschaft. Vermeide Diskussionen mit Materialisten. Mische Dich nicht unter Leute, die kein Vertrauen zu Gott haben oder die Dein Sadhana kritisieren.

Schränke Deine Wünsche ein. Verringere Deinen Besitz. Lebe einfach und denke erhaben.

Disziplin des Herzens

Anderen Gutes zu tun ist die höchste Religion. Verrichte jede Woche einige Stunden selbstlosen Dienst, ohne Egoismus oder Erwartung einer Belohnung. Erfülle Deine weltlichen Pflichten mit der gleichen Einstellung. Arbeit ist Verehrung. Widme sie Gott.

Gib zwei bis zehn Prozent Deines Einkommens jeden Monat einer wohltätigen Einrichtung. Teile alles, was Du besitzt, mit anderen. Laß die Welt Deine Familie sein. Beseitige Selbstssucht.

Sei bescheiden und verbeuge Dich geistig vor allen Wesen. Fühle überall die göttliche Gegenwart. Gib Eitelkeit, Stolz und Heuchelei auf.

Habe unerschütterliches Vertrauen in Gott, in die Gita und in Deinen Guru. Gebe Dich vollständig Gott hin und bete:“Dein Wille geschehe, ich will nichts.“ Unterwerfe Dich bei allen Ereignissen und Lebenslagen mit Gleichmut dem göttlichen Willen.

Erschaue Gott in allen Wesen und liebe sie wie Dich selbst. Hasse niemanden.

Erinnere Dich ständig an Gott oder wenigstens beim Aufstehen, während der Arbeitspause und beim Zubettgehen. Bewahre in Deiner Tasche eine mala (Rosenkranz) auf.

Disziplin der Psyche

Studiere jeden Tag ein Kapitel oder zehn bis zwanzig Verse der Gita, mit seiner Bedeutung. Lerne Sanskrit, wenigstens soviel, daß Du die Gita im Original verstehen kannst.

Nach und nach lerne die ganze Gita auswendig. Bewahre sie immer bei Dir auf.

Lese täglich oder feiertags Ramayana, Bhagavata, Upanishaden, Yoga Vasishta oder andere religiöse Bücher.

Geh bei jeder Gelegenheit zu religiösen Treffen, kirtans und Satsangs von Heiligen. Organisiere solche Treffen an Sonn- und Feiertagen.

Besuche einen Tempel oder einen Platz der Verehrung mindestens einmal die Woche und organisiere dort kirtans und Gesprächskreise.

Verbringe Deine Feiertage und Urlaube, wenn möglich, in der Gemeinschaft von Heiligen oder praktiziere Sadhana zurückgezogen an heiligen Plätzen.

Disziplin der Spiritualität

Geh früh zu Bett. Steh um vier Uhr morgens auf. Gib dem natürlichen Drang nach, säubere Deinen Mund und nimm ein Bad.

Rezitiere einige Gebete und kirtan dwanis. Praktiziere Pranayam, japa und Meditation von 5.00 bis 6.00 Uhr. Sitze bewegungslos in padmasana, siddhasana oder sukhasana.

Führe Deine tägliches sandya, gayatri japa, nityakarma aus und verehre sie, wenn Du welche hast.

Schreibe Dein bevorzugtes Mantra oder den Namen Gottes zehn bis dreißig Minuten täglich in ein Notizbuch.

Singe die Namen des Herrn (kirtan). Wiederhole abends einige Gebete, stotras und bhajans eine halbe bis eine Stunde lang, zusammen mit Deiner Familie und Deinen Bediensteten.

Fasse jährlich Entschlüsse zu den obigen Zeilen. Regelmäßigkeit, Zähigkeit und Beständigkeit sind wesentlich. Halte Dein Sadhana täglich in einem spirituellen Tagebuch fest. Schau es jeden Monat erneut an und verbessere die Fehler.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Ein letztes Winken von Swamiji

Montag, Mai 18th, 2009

Bolo Sat Guru Sivananda Maharaja Ki – JAI

Bolo Swami Vishnu-devananda Maharaja Ki – JAI

Gangayai Himalaya Bhagavan Ki – JAI

Unser aller Stimmen erklangen im dunklen Zwielicht. Und am präzise vorherbestimmten Moment, genau nach Swamijis Wünschen, genau nach seinem ewig gegenwärtigen Willen, fand das jala samadhi statt. Der Sarg entfernte sich majestätisch vom Felsrand, fiel in Mutter Ganga und hielt sich noch mit dem Kopf nach oben über Wasser, was ein gutes Zeichen war, wie gesagt wurde, noch ein weiteres Winken von Swamiji. Für einen langen Moment blieb er dort, dann stießen ihn zwei lange Bambusstangen nach unten, bis er unter der Wasseroberfläche verschwand. Die Stangen fielen in den Ganges und bildeten ein Kreuz über dieser Stelle. Es war 17.40 Uhr am Nachmittag.

Ein immenser Hochruf erklang. Dann drehte sich jeder abrupt um und war im nächsten Moment verschwunden.

Am nächsten Tag waren die Blumengirlanden, die man in den Ganges geworfen hatte, immer noch an der gleichen Stelle, gehalten von einem kleinen hinteren Wasserstrudel. Und dort blieben sie tagelang, immer frisch blühend im Wasser des Ganges.

Auf dem Felsen, wo Swamiji nackt gelegen hat, wird ein kleiner Schrein gebaut werden.

OM TAT SAT

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Jala samadhi eines wahren Yogis

Samstag, Mai 16th, 2009

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Die Küche der Divine Life Society hatte Essen für uns vorbereitet, welches wir auf die Fahrt mitnahmen. Nach einer Stunde hielten wir an der Straße an, um schnell etwas zu essen und Tee zu trinken. Es war wichtig, Uttar Kashi vor dem Abend zu erreichen, und die lange, kurvenreiche Straße durch die Garwhal Himalayas lag noch vor uns. Nach der Kreuzung in Tehri führte die Straße am Ganges entlang, bekannt als Bhagirathi. Es war ein unglaublich klarer, blauer Tag (nachmittags ist es oft neblig und dunstig) und wir hatten die ganze Zeit einen wunderbaren Blick auf Mutter Ganga, dieser Strom des Bewußtseins auf der Erde, durch den Swamiji vom Meister vor vielen Jahren seinen ersten Einblick in das Unendliche bekommen hatte und zu dem er an diesem heiligen Tag, an dem Krishna die Kühe heimbrachte, zurückkehrte.

Die Fahrer beeilten sich, ans Ziel zu kommen, sie spürten die Eile oder wurden von Swamijis Wille angetrieben. Die Sonne begann bereits hinter den großen Gipfeln unterzugehen und man konnte die friedliche Atmosphäre der Dämmerung spüren. Wir hielten kurz in Uttar Kashi an, um Swami Chaitanyananda von unserer Ankunft zu informieren, aber es wurde uns mitgeteilt, daß er in Nettala bereits auf uns wartete. Wir passierten den Kutir von Swami Premananda, sahen ihn dort warten und winkten ihn zu uns. Als wir uns der Straße zum Ashram näherten, wurde das Gefühle von einem Zusammenströmen auf einem Punkt hin erschreckend mächtig. Swamis, Sadhus und Dorfbewohner machten sich resolut auf den Weg zum Ganges am Ashram.

Der Krankenwagen fuhr hinunter, um die Hängebrücke herum und setzte zurück in Richtung Swamijis kutir. Swamiji wurde in den kutir gebracht und im Hauptraum auf ein Bett gelegt. Ein Jeep mit einem großen massiven Holzsarg wartete bereits. Er war von den Swamis der Umgebung Swamiji zu Ehren hergerichtet worden. Das Holz war sehr gut und zwischen den Brettern gab es Löcher für das eintretende Wasser. Es waren zwei Särge bereitgestellt worden, einen für den Fall, daß Swamiji sitzen würde, den anderen für eine liegende Position. Es wurde der letztere ausgewählt und Swami Chaitanyananda und Swami Umananda vom Kailash Ashram wies die jüngeren Swamis an, diesen wundervollen Sarg zu dem hohen Felsenvorsprung zu tragen, der in einer Kurve herausragte und das Wasser ein großes, ruhiges und tiefes Becken bildete.

Menschen strömten von überall her und die Intensität der Atmosphäre stieg sehr schnell an. Innerhalb des kutirs, in Swamijis Zimmer, begann Potti Swami damit, Meister Sivananda um Erlaubnis zu bitten, sich zum Ganges zu begeben. Harihara Chaitanya fing an, eine Glocke zu läuten.

Von nun an übernahm Gott. Niemand sagte oder fragte noch irgendetwas. Gesang und der Klang der Glocke und der Muschel erfüllten die Luft. Der Sarg wurde hochgenommen und Swamiji wurde in einer Prozession vom kutir zum Ganges getragen. Die Energie war unbeschreiblich. Staunen, Geheimnis, Ruhe und Kraft, Stille und Lärm, Licht und Zwielicht und Dunkelheit, Klarheit und Verwirrung, Freude und Sorge, Ritual und Vermeidung von Ritual – alles war gegenwärtig. Alles war genau vorbereitet und fand nach einem göttlichen Skript statt, das nur Gott kannte. Es war das jala samadhi eines wahren Yogis.

Mehr als 400 Menschen hatten sich auf dem glatten Felsvorsprung zusammengedrängt. Der neue Sarg wartete direkt an der Ecke auf dem höchsten Punkt zwei Meter über dem Ganges. Swamiji wurde direkt unterhalb zu einer Felsplatte getragen, aus dem alten Sarg geholt und mit dem Rücken auf die Felsplatte gelegt. Das Timing war perfekt. Wenn wir eine halbe Stunde später gekommen wären, hätten wir es verpaßt.

Jetzt erschien alles gleichzeitig zu geschehen: verschiedene Swamis sangen unterschiedliche Mantras und Slokas, große Bündel von Räucherstäbchen wurden per Hand hin und hergeschwenkt, Glocken läuteten und die Muschel erklang immer und immer wieder. Die vielen Blumenkränze wurden aufgehoben und in den Ganges geworfen. Dort lag er nackt auf dem Felsen, sein Gesicht ruhig, sein Lächeln lieblich und voll, vielleicht direkt unter seinen Augenlidern zuschauend. Seine Arme lagen neben seinem Körper, die Handflächen nach unten. Demut und Herrlichkeit waren gleichzeitig gegenwärtig.

Dann begann das Bad mit Milch und Gangeswasser. Jeder, der um Swamijis Körper herum saß, badete ihn. Es gab ein großes Gerempel, als jeder der Himalaya mahatma sich zu Swamiji durchdrängte, um Swamiji mit Milch aus einer Muschel zu baden. Potti Swami versicherte sich, daß alle anwesenden Seniorschüler und Mitarbeiter ebenfalls die Möglichkeit dazu hatten. Hände reichten wunderschöne neue saubere Kleidung – orange, rot, gelb und weiß – und Hände begannen Swamiji von Kopf bis Fuß einzurollen und ihn vollständig zu bedecken. Blumenkränze wurden um seinen Hals, auf seine Brust, zu seinen Füßen und überallhin gelegt. Alles geschah mit solch einer Energie und Intensität, daß es sich anfühlte, als sei dies das Zentrum des Universums, eine Konvergenz von Wesen, die in die Unendlichkeit ausstrahlen, mit Swamiji mitten im Zentrum.

Swamijis Körper, der vollständig eingehüllt und bekränzt war, wurde vorsichtig aufgehoben und zum neuen Sarg gebracht, der auf der höheren Felsplatte wartete. Dicke neue Seile wurden an den Seiten drapiert und ein paar neue Decken obendrauf gelegt. Dann wurde Swamiji in den Sarg hinabgelassen und mit noch mehr Wolldecken zugedeckt. Die Seile wurden oberhalb seines Körpers befestigt und wieder begannen viele Hände damit, schwere große Felsbrocken um seinen Körper herum in den Sarg zu legen. Die ganze Zeit über wurde arati zelebriert, Kistchen mit brennenden Räucherstäbchen wurden um Swamiji geschwenkt und junge Sadhus aus dem Himalaya riefen mit kraftvollen Stimmen zu Mutter Ganges und den hohen Himalayas. Die älteren und geachteten Swamis der Region verrichteten jede Tat selbst. Mit einer tiefen Würde begannen sie damit, mit einem Hammer den Deckel zu verschließen, während ihre Augen dabei funkelten und glänzten.

Es war nun fast dunkel. Eine Petroleumlampe gab uns Licht. Die Menschen entfernten sich von der Seite des Sarges, die zum Ganges zeigte und begaben sich auf die andere Seite. Alle schoben den nun äußerst schweren Sarg zum Rand. Eine erwartungsvolle Ruhe entstand. Die chaotische Atmosphäre beruhigte sich und wich einer Einheit, die gemeinsam den Sarg Stück für Stück zum äußersten Rand des Felsens hin bewegte, wo er stehenblieb, leicht Richtung Ganges geneigt. Ein Augenblick verging, jeder war klar und bereit. Die Zeit stand still.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Swami Vishnu Devnanda verläßt seinen Körper

Donnerstag, Mai 14th, 2009

Der Tempel wurde im Sommer 1994 fertiggestellt, ein wunderschönes 18 qm großes Gebäude. Die Gottheiten wurden am 10. Juli aufgestellt.

Sobald Swamiji in Indien eingetroffen war, ging er auf Pilgerfahrt. Sein erster Halt war der Mookambika Tempel in Kollur in Südindien, wo er vorher bereits viele Male gewesen war, um mit der Göttlichen Mutter zu kommunizieren. Als er am 1.November spät am Tag im Tempel ankam, hatte sich sein körperlicher Zustand soweit verschlechert, daß er am nächsten Tag in ein Krankenkaus im nahegelegenen Manipal eingeliefert werden mußte. Es wurde immer schlimmer, so daß er am 4. November auf die Intensivstation kam, angeschlossen an ein Beatmungsgerät. Obwohl er wirklich in einem schlechten Zustand war, erschien er sehr losgelöst und friedlich.Am Morgen des 9. November verlor er das Bewußtsein. Die Ärzte stellten das Beatmungsgerät ab, und sein Körper hörte auf zu atmen, nach dem Totenschein um 12:28 Uhr.

Swamiji hatte immer gesagt, daß sein Körper nach seinem Tod dem Ganges übergeben werden sollte, neben seinem kleinen Ashram außerhalb Uttar Kashis in Nordindien. Seine Wünsche wurden ausgeführt. Swami Sankarananda beschreibt den Tag von Swamijis Jalasamadhi.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Ohne Hingabe sind all unsere Bemühungen bedeutungslos

Freitag, Mai 8th, 2009

In den letzten Jahren seines Lebens erfüllte Swamiji eine weitere große Aufgabe, den Bau eines neuen Tempels im Val Morin Ashram, der Subramanya und Ayyappa gewidmet war. Subramanya war die Gottheit von Swamijis Familie. Ayyappa ist eine Gottheit, die in Südindien verehrt wird. Der Tradition nach war Vavar, der größte Ergebene Ayyappas, ein Moslem gewesen. Das war typisch für Swamiji, der sich permanent gegen die Hindu-Moslem Gewalt in Indien aussprach.

Warum war es so wichtig, diesen Tempel zu bauen? Dazu sagt Swamiji folgendes:

Ohne Hingabe, ohne Gottes Gnade, sind all unsere Bemühungen bedeutungslos. Wir können die Spitze nicht erreichen. Egal, wie sehr wir danach streben, Maya wird uns überwältigen und herunterziehen. Hingabe ist sehr wichtig auf dem spirituellen Pfad. Gottes Gnade muß dabei sein.

Wie viele von Swamijis Projekten begann der Tempel als ein Gedanke in seinem Geist. Dann konzentrierte er alle seine Energie darauf, diesen Gedanken zu manifestieren. Einer seiner Schüler erinnert sich daran, wie alles begann.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Swamiji erscheint ‚wild‘, wie ein Löwe

Mittwoch, Mai 6th, 2009

Ich traf Swamji 1991 während einer Lehrerausbildung in Kanada. Ich wußte bereits, daß er an einer schmerzhaften Krankheit litt, die ihn in den Rollstuhl zwang. Am ersten Abend des Kurses gingen Gerüchte, daß Swamiji zur Yoaghalle kommen würde. Alle Schüler waren aufgeregt, da sie die Möglichkeit hatten, Swamiji zu sehen. Ich selbst hatte ihn nie zuvor gesehen.

Als er erschien, sah ich einen Mann, deutlich als Inder zu erkennen, der auf seinen eigenen beiden Beinen ging! Zwei Männer waren die ganze Zeit äußerst um ihn bemüht. Swamiji machte ihnen gegenüber einige Gesten, daß sie nicht so viel Aufhebens machen sollten.

Mein erster Eindruck von Swamiji war sehr kraftvoll. Er erschien ‚wild‘, wie ein Löwe, physisch unglaublich stark – eine Person weit weg vom Gewöhnlichen. Niemals zuvor hatte ich solch ein Gefühl verspürt. Ich weinte, wie ich nie vorher in meinem Leben geweint hatte. Dieser wilde Mann lehrte mich, bis zum Schluß Mut und Standhaftigkeit zu zeigen.

Brahmaswaroop

Madrid, Spanien

Kanti Devi pflegt Swamiji

Montag, Mai 4th, 2009

Obwohl Swami Vishnu-devananda linksseitig gelähmt war und auch ernste Probleme mit seinem rechten Bein hatte, strengte er sich sehr an, wenn es notwendig war und spiegelte auf eine gewisse Weise damit die Geschichte wider, die er über Sivananda erzählte.

Im April 1991 wurde ich gefragt, ob ich für einen Monat helfen wollte, Swamiji zu pflegen. Mein Herz war schwer, weil ich nicht wußte, in welcher Verfassung ich ihn finden würde. Ich kannte Swamiji nun seit 25 Jahren, seit meinem 15. Lebensjahr. Er war eine Mann ohne Begrenzungen, voller Liebe, Kreativität und großem Respekt für die Menschheit. Wie konnte er sich jetzt ausdrücken ohne die Fähigkeit zu sprechen, zu gehen, Asanas zu machen, zu fliegen, all seiner Bewegungsfähigkeit beraubt?

Zu meiner großen Überraschung vermißte Swamiji seinen Körper nicht. Ich war nun in der Gegenwart eines weiseren, heiligeren Swamijis – voller Anmut, Frieden und Liebe. Er machte immer Späße über seinen Zustand, sagte „Ich bin nicht dieser Körper, dieser Körper ist nicht ich.“ Ich habe ihn nicht einmal über seine Verfassung klagen hören. Er betete und meditierte mehr als vorher und niemals, auch nicht für einen Moment, ließ er davon ab, zu dienen und sich in alles miteinzubeziehen, was um ihn herum geschah.

Wenn ich meiner Nachtschicht allein war, hatte ich Angst einzuschlafen, seine undeutliche Sprache nicht zu verstehen oder nicht zu wissen, was ich tun sollte. Es war ein wenig so, als würde man sich um ein Baby kümmern. Ich kannte mich aus mit Babies, aber ich hatte mich niemals um einen kranken Swamiji gekümmert, sondern er sich um mich.

Eines Tages zog ein dicker Nebel auf, so daß die Sicht praktisch gleich null war. Swamiji wollte trotzdem zu seiner üblichen nächtlichen Fahrt aufbrechen. Ich rief das Hauptbüro und Hanuman an (ein Schüler, der neben dem Ashram wohnte und der oft bei Swamiji aushalf), doch niemand nahm den Hörer ab. Ich ging zu Swamiji und erklärte ihm sanft, daß die Mitarbeiter sehr müde seien und daß es ziemlich gefährlich sei, bei diesem Wetter hinauszugehen. Swamiji sagte OK.

Zehn Minuten später bat er wiederum um eine Autofahrt. Ich rief wieder jeden an, mit dem gleichen Erfolg. Diesmal sagte Swamiji, „Ok, dann lasse mir ein Bad ein.“ Das würde für mich auch sehr problematisch werden. Swamiji war in der unteren Etage. Ich wußte, daß es für mich allein unmöglich war, ihn die Treppen hinauf ins Bad zu bringen.

Trotzdem sagte ich, „Ja, Swamiji.“ Ich ging nach oben, bereitete das Bad, und als alles fertig war, bat Swamiji mich, Swami Kartikeyananda zu wecken. Ich ging zu ihrem Zimmer und bat sie um Hilfe bei Swamiji. Sie war zu müde, um mir überhaupt zu antworten, geschweige denn aufzustehen.

Das war das erste Mal, daß ich mich nicht beeilte, Swamijis Bitte zu erfüllen. Aber ich konnte ihm diese Bitte auch nicht abschlagen, also gab ich mir einen Ruck. Er nahm meinen Arm und sehr langsam gingen wir Richtung Treppe. Ich betete inständig, daß es klappen würde. Swamiji bemühte sich gewaltig, seine Beine zu bewegen, aber er konnte es nicht und bat mich um Unterstützung. Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, aber endlich erreichten wir das Bad oben an der Treppe. Er lag für eine sehr lange Zeit in der Badewanne.

Kanti Devi

Montevideo, Uruguay

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Das Parlament der Religionen

Samstag, Mai 2nd, 2009

Swamijis Guru, Swami Sivananda, hatte später in seinem Leben auch Schwierigkeiten mit seinen Beinen. Eine lange Zeit konnte er überhaupt nicht laufen, außer er bemühte sich mit sehr großer Willenskraft. Ein Beispiel war das erste Parlament der Religionen, das von Sivananda in den 50er Jahren organisiert wurde. Es war eine Zusammenkunft aller religiösen Führer aus vielen verschiedenen Glaubensrichtungen, um die Einheit aller Religionen zu demonstrieren. Swamiji konnte sich gut daran erinnern:

Es war während des Parlaments der Religionen, das erste Mal. Es war die größte Feier überhaupt, dieses Parlament der Religionen, alle großen Führer aus unterschiedlichen Ländern kamen aus diesem Grund zusammen, und der Meister war der große Gastgeber, der alle diesen großartigen Menschen von überall her eingeladen hatte, aus Japan und anderen Ländern. Der Meister hatte Rückenschmerzen und Arthritis. Ausgerechnet einige Tage vor dem Eröffungstag hatte der Meister mitten in den intensiven Vorbereitungen schreckliche Rückenschmerzen. Er konnte sich noch nicht einmal aus dem Bett bewegen. Die Ärzte sagten, daß er die nächsten Monate nicht aufstehen könnte. Der Meister konnte nicht aufstehen, aber immer noch befolgte er seine strenge Routine. Zu einer bestimmten Zeit machte er eine bestimmte Sache. Jeden Tag, wenn es an der Zeit war, sein Buch zu schreiben, dann schrieb er sein Buch. Da er nicht aufstehen und schreiben konnte, schrieb er liegend, aber trotzdem hielt er seine Routine ein.

Wir waren alle beunruhigt, da das ganze Parlament der Religionen ohne ihn nichts wäre. Seine Gegenwart war notwendig, aber er konnte sich noch nicht einmal bewegen. Viele Minister und große Politiker trafen inzwischen ein. Der Meister wollte eigentlich am Einführungstag die Begrüßungsrede halten. Aber wie sollte er das machen? Seine Hütte war ganz unten an einem Hügel gelegen, direkt neben dem Ganges. Ganz oben auf diesem Hügel war der HauptAshram und die Yogahalle, wo alle großen Veranstaltungen stattfinden sollten. Das bedeutete, daß er von unten vom Ganges bis zur Spitze des Hügels hinaufgehen mußte. Aber er konnte noch nicht einmal seinen Rücken bewegen, er lag seit einigen Tagen im Bett und die Ärzte hatten gesagt, daß er für eine sehr lange Zeit nicht in der Lage sein würde, sich zu bewegen.

Und eine halbe Stunde, bevor die Veranstaltung anfangen sollte, stand er einfach auf und ging den Hügel hinauf. Genau auf die Minute stand er da und hielt seine Begrüßungsansprache. Er sprach über eine Stunde lang in stehender Haltung, ging dann den Hügel hinunter und legte sich wieder ins Bett. Er konnte sich anschließend nicht mehr bewegen. Ihr seht, er hat nicht einfach den Schmerz von sich genommen, wenn er das wollte. Weise Menschen können den Schmerz überwinden, wenn sie wollen, aber nur zu diesem entscheidenen Zeitpunkt hat er seine Willenskraft benutzt, um den Schmerz zu besiegen. Danach lag er für einige Monate nur im Bett. Das nennt man prarabha karma, das Karma, was wir in diesem Leben erfahren müssen. Sogar Weise und Heilige versuchen nicht, das zu umgehen, da es das Ziel dieses Körpers ist, dieses karma zu ertragen.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Kamala, geht es Dir gut?

Donnerstag, April 30th, 2009

Im Oktober 1992 unternahm Swamiji eine Ganga parigrama, eine Pilgerfahrt den heiligen Ganges in Indien entlang, von seiner Quelle in Gomukh im Himalaya bis zur Mündung in Kalkutta.

Am Tag, als wir Gangotri verließen, war die Reise hinunter aus den Bergen für Swamiji sehr beschwerlich, er mußte sich oft übergeben und hatte Durchfall. Nach einem besondere schlimmen Anfall hielten wir den Wagen an, um ihn sauberzumachen. Swami Kartikeyananda, Gayatri und Prahlad standen an Swamijis Füßen und versuchten, seine beschmutzten dhoti und seine Bettlaken zu wechseln. Ich hob sehr behutsam seinen Kopf, da ich befürchtete, daß sein kürzlich gebrochener Wirbel ihn schmerzen könnte. Als ich seinen Kopf hochhob und versuchte, etwas von dem Schmutz auf seinem Kopf abzuwaschen, sah Swamiji mich an und sagte, „Kamala, geht es Dir gut?“ Ich starrte auf diesen armen, gebrochenen Körper, der in solch einen Schmutz eingehüllt war und sagte, „Ja, Swamiji, mir geht’s gut.“ Ich sah zu den anderen hinunter, die sich vor lachen ausschüttelten. Sie waren Swamijis Art gewöhnt. Er fragte mich nach meiner Migräne, an der ich vor fünf Tagen gelitten hatte, völlig blind gegen sein eigenes Leid.

Kamala

Katomba, Australien

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Krankenpflege als Lektion

Dienstag, April 28th, 2009

Im Sommer 1991 fuhr ich für zwei Wochen in den Ashram nach Val Morin. Ich wollte gerne aushelfen und etwas KarmaYoga machen. Da ich ziemlich geschickt war, vermutete ich, in die technische Crew zu kommen und bei den üblichen sommerlichen Bauprojekten mitzumachen. Sehr zu meiner Überraschung wurde ich gefragt, ob ich die ‚Nachtschicht‘ übernehmen wollte, um bei der Pflege Swamijis zu helfen. Ich nahm das freudig an, obwohl ich nicht viel darüber wußte, was auf mich zukommen würde.

Fast die ganze erste Woche war Swamiji im Krankenhaus in Montreal, wo er wegen des Nierenversagens behandelt wurde. Ich fuhr gegen 18.00 Uhr ungefähr eine Stunde in die Stadt und begann meine Schicht um 19.00 Uhr. Ich war mit einem , manchmal auch mit zwei anderen Mitarbeitern zusammen. Wir schliefen auf dem Fußboden neben seinem Bett, immer bereit, alles zu tun, was Swamiji von uns brauchte. Viel schlafen konnten wir nur selten.

Swamiji hatte sehr viel Schmerzen und körperliche Beschwerden. Da er auf der ganzen linken Seite gelähmt war, konnte er sich ohne unsere Hilfe nicht herumdrehen, sich aufsetzen, sich hinlegen, auf die Toilette gehen oder irgendetwas anderes tun. Wir massierten ständig seine Beine und seinen Rücken, um die Schmerzen und die Anspannung zu lindern. Er mochte das Krankenhausessen nicht und wurde zu den seltsamsten Stunden hungrig. Oft endete es damit, daß wir ihn mitten in der Nacht fütterten oder ihm etwas zu trinken gaben. Er war oft rastlos, und wir mußten ihm aus dem Bett in seinen Rollstuhl helfen und ihn die Krankenhausflure hinauf und hinunter fahren. Jedesmal, wenn wir ihn bewegten, mußten wir unsere Arme um ihn legen und ihn hochheben. Wir mußten sehr vorsichtig sein, daß wir nicht an die Dialyseschläuche stießen, die aus seinem Nacken heraushingen.

Es war wunderbar. Ich umarmte Swamji jede Nacht mehrere Male. Ich liebte es, einfach meine Arme um ihn zu legen, ihn zu fühlen und für ihn die Kontrolle über seinen Körper zu übernehmen. Ich wußte, daß es ihn jedesmal schmerzte, wenn ich ihn bewegte, aber er beschwerte sich nie. Stattdessen sagte er jedesmal „Ram“, wenn ich ihn hochhob.

Früh am Morgen gegen 5.30 Uhr oder so, noch bevor die täglichen Aktivitäten des Krankenhauses anliefen, hatten wir unseren eigenen kleinen Satsang, meditierten und sangen leise, um die anderen Menschen im Krankenhaus nicht zu stören. Ich bekam jedesmal einen riesigen Energieschub durch diesen privaten Darshan, oft nur ich und Swami Kartikeyananda, wie wir uns am Bettrand gegenübersaßen mit Swamiji liegend oder halb sitzend auf dem Bett.

Gegen 7.00 Uhr kam die „Tagschicht“ und ich fuhr zurück in den Ashram, wo ich gegen 8.00 ankam. Ich berichtete alles dem dienstältesten Mitarbeiter und krabbelte dann in mein Zelt, um bis zum Brunch um 10.00 Uhr ein paar Stunden zu schlafen. Nach dem Brunch war es im Zelt zu heiß, also wickelte ich mich in eine Decke und tat mein Bestes, auf dem Rasen unter einem Baum zu schlafen, mitten im Betrieb des Ashrams, wo die Leute hin und her liefen und die Glocken läuteten. Ich stand gegen 14.00 Uhr auf, um zu schwimmen und in die Sauna zu gehen, Asanas und Pranayam zu machen, ein schnelles Abendessen zu mir zu nehmen und dann zurück nach Montreal zur nächsten Schicht zu fahren.

Ich schlief wahrscheinlich höchstens vier Stunden täglich, und auch das war immer nur Gedöse und kleine Nickerchen. Es erstaunte mich sehr, daß ich mich unglaublich gut fühlte. Oft beendete ich meine Schicht und konnte kaum einschlafen, weil ich durch das Zusammensein mit Swamiji so energetisiert war. Ich fragte mich oft, wer sich eigentlich um wen kümmerte. Es wurde mir klar, daß ich zwar Swamijis Körper diente, er sich aber um mich kümmerte und mir dieEnergie gab, die ich zum Durchhalten brauchte.

Ich erinnere mich an einen sonnigen Morgen, wie ich nach dem Ende meiner Schicht herumstand und mich mit einigen Leuten unterhielt. Ich war richtig high, voller Energie. Ich war auch aufgeregt. Ich sagte zu den anderen, „Er ist nicht dieser Körper! Es ist mir wirklich klar, daß sein Körper nichts mit dem zu tun hat, was er wirklich ist.“ Sie lächelten alle nur. Trotz seines eigenen Schmerzes und Unbehagen nutzte Swamiji seine körperliche Verfassung einfach als einen zusätzlichen Weg, um mich die Lektionen zu lehren, die ich lernen mußte. Ich verstand endlich ganz konkret, was Swamiji uns die ganzen Jahre über gesagt hatte.

Gopala Krishna

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Ich bin nicht dieser Körper

Sonntag, April 26th, 2009

Der folgende Text ist ein Auszug einer Rede, die Swamiji in den späten 80er Jahren in Berlin hielt, daher die ganzen Hinweise auf Deutschland.

Um die Yogaphilosophie zu verstehen, sind zwei Dinge wichtig: alle Dinge verändern sich - Ihr könnt diesen Prozess noch nicht einmal für einen Moment aufhalten – und Materie wird nicht zerstört. Diese Prozesse der Veränderung nennt Ihr Geburt und Tod. Der Tod der Tomate in meinem Mund ist die Geburt meines Körpers, der Tod meines Körpers ist die Geburt von neuen Würmern oder Keimen oder Bakterien oder Pflanzen. Materie kann nicht erschaffen oder zerstört werden, aber sie bleibt nicht im selben Zustand, sie verändert sich.

Der Körper verändert sich jetzt in diesem Moment. Schaut genau auf meine Haare. Seht Ihr irgendein neues graues Haar wachsen? Seht Ihr genau in diesem Moment irgendwelche neuen grauen Haare? Oder sehen meine Haare so aus, als blieben sie jeden Moment genau gleich? Kann dieser Prozess zu einer bestimmten Zeit aufgehalten werden? Wenn ich eine griechische Formel auf meine Haare auftrage, wird dieser Prozess dann aufgehalten? Ob Ihr es nun seht oder nicht, der Prozess geht immer weiter. Schaut Euch die Bilder im Großen Illustrierten Yoga-Buch an. Das sind alles Bilder von mir, als ich dreißig Jahre alt war. Jetzt bin ich sechzig. Den Körper, den Ihr hier seht, ist nicht derselbe, der er war, als ich aus Indien kam. Ich kann den Unterschied im Körper sehen.

Aber diese Veränderung geschieht nicht über Nacht oder einmal pro Jahr. Geschieht sie wirklich? Plötzlich ist Euer Geburtstag und Euer Körper ist ein Jahr älter. Wie geschieht diese Veränderung? Von Augenblick zu Augenblick. Dieser Prozeß hört nicht auf, er hat nie aufgehört. Wenn ich in zehn oder fünfzehn Jahren hierhin zurückkommen würde, hätte sich mein Körper verändert. Aber diese Veränderung, die Ihr in zehn oder fünfzehn Jahren bemerken würdet, findet bereits in diesem Moment statt. Aber vergeßt nicht, Ihr verändert Euch zur selben Zeit. Ihr denkt, „Gut, klar, Swami Vishnu wird alt, aber wir bleiben für immer jung.“ Auch Ihr verändert Euch jetzt gerade in diesem Moment. In dreißig oder vierzig Jahren werdet Ihr die ganzen Veränderungen sehen. Dieses Gebäude verändert sich, der Planet Erde, die Sonne, der Mond, die Sterne und die Galaxien – nichts bleibt auch nur für einen Moment im selben Zustand. Das ist die Philosophie des Yoga.

Veränderung ist unvermeidlich. Könnt Ihr irgendetwas finden, was sich nicht verändert? Ah, jetzt kommt die Antwort, die nur Yoga geben kann. Alle Objekte, alle Materie verändert sich, aber das Subjekt wird sich nie verändern. Nun, was ist das Subjekt? Das Subjekt ist „Ich bin“ und das Objekt ist etwas, was ich nicht bin. Was immer nicht „Ich“ ist, muß Objekt sein, versteht Ihr das? Also was bin ich? Subjekt. Und Ihr seid alle? Objekte.

Ist die Blume Subjekt oder Objekt? Natürlich ein Objekt. Was ist die Eigenschaft von Objekten, von Materie? Was ist die Eigenschaft aller Dinge? Alle Dinge verändern sich jeden Moment und alle Objekte können abgegeben und auch wieder zurückgenommen werden. Das ist ein einheitliches Gesetz, ein Grundgesetz für Objekte. Dieses Gewand, ist es ein Objekt oder ein Subjekt? Auch wenn ich dieses Gewand trage, wird es kein Subjekt werden, oder? Es verändert sich, oder? Und ich kann dieses Gewand weggeben. Also ist es offensichtlich ein Objekt. Es verändert sich und es kann weggeben werden.

Aber nun ist dieser Finger ein Problem. Ist er ein Objekt oder ein Subjekt? Es gibt Menschen, die sagen, er ist ein Subjekt. Das ist das Problem im Westen. Also, dies ist ein indischer Finger, oder nicht? Es ist auch ein Hindufinger und er ist auch ein Swamifinger. Also ist dieses Subjekt Hindu, Swami und Indisch. Aber morgen sagen mir meine Schüler, „Swamiji, ich arbeite in Paris, und es gibt jede Menge zu tun, also brauche ich noch einen Finger.“ Also gehen wir zum Arzt, der meinen Finger nimmt und ihn an seiner Hand anbringt. Und nun, welcher Finger ist es? Ist er immer noch mein Finger, obwohl er jetzt auf seiner Hand ist? Wem gehört der Finger? Wer benutzt ihn? Er benutzt ihn, als sei es sein eigener. Es gibt eine Eigenschaft eines Objekts, Ihr könnt es abgeben oder es zurücknehmen.

Die nächste Frage ist, „Verändert sich dieser Finger?“ Schaut einfach auf Euren Finger. Als Ihr ein Baby wart, konnte er sich ganz zurück krümmen. Nun steht er gerade wie eine Stahlrohr, aber Eure Finger waren mal sehr flexibel. Dann kommt die Arthritis und die Hand ist steif und krumm. Habt Ihr schon mal Menschen mit arthritischen Händen gesehen? Diese Hände haben nicht so angefangen und sie haben sich nicht auf einmal verändert. Es ist im Laufe der Zeit passiert. Wenn Ihr es nicht glaubt, schaut Eure Hände in dreißig Jahren an. Sie verändern sich. Also können sie kein Subjekt sein. Wenn Ihr mir das nicht glaubt, gebe ich Euch noch ein anderes Beispiel.

Am Samstag spürte ich Schmerzen in meiner Brust und in meinem Herzen. Ich rannte zum Arzt. „Doktor! Doktor! Ich bekomme einen Herzinfarkt!“

Der Arzt sagte, „Ok, Swamiji, ich werde alles gründlich untersuchen. Hmm, ja. Ein Herzanfall, ich kann Ihren Herzanfall sehen.“

„Was soll ich machen, Doktor?“

„Keine Sorge. Ich habe ein scharfes Messer. Ich schneide Ihr Herz heraus und werfe es weg. Und ich gebe Ihnen ein Affenherz.“

„Vielen Dank, Doktor. Sie sind klasse.“

Also verschwand mein süßes Herz im Papierkorb und ich bekam ein neues Herz, ein Affenherz. Jetzt mit einem Affenherz, wer ist das Subjekt „Ich bin?“ Wer bin ich? Werdet Ihr meine Botschaft anhören, wenn ich ein Affenherz habe? Werdet Ihr denken, daß ein Affe zu Euch spricht? „Hi Affe! Wir wollen nicht, daß Dein Affenherz so zu uns spricht.“ „Er ist ein Affe!“ Würdet Ihr mir immer noch kostbare Geschenke bringen? Werdet Ihr mir Blumen bringen, wenn ich ein Affenherz habe? Seid vorsichtig, ich habe ein Affenherz und Affen fressen Blumen. Aber das Subjekt ist immer noch das Gleiche, oder nicht? „Ich bin“ ist derselbe geblieben.

Gut, wenn das so ist, was ist dann mit der Leber? „Doktor, Doktor! Meine Leber greift mich an!“

Der Doktor untersuchte mich, nahm Blut ab und sagte mir, „Swami Vishnu, Sie haben sehr wenig Blut in Ihrem Alkoholfluß!“

„Was soll ich tun, Doktor?“

„Ich gebe Ihnen eine Schweineleber.“

Ein Mann in Amerika lebte fünfzehn Tage mit einer Schweineleber. (Ich erzähle Euch nicht irgendeine Story, wirklich. Er lebte fünfzehn Tage mit einer Schweineleber.)Am nächsten Tag brauchte ich neue Nieren, weil meine Nieren ausgefallen waren und ich bekam die Nieren einer Ziege.

Dann war mein Blut völlig vergiftet. Wieviele Arten von Blut gibt es? Gut, laßt uns überlegen. Es gibt deutsches Blut, englisches Blut, russisches, amerikanisches, Hindublut, afrikanisches Blut, protestantisches Blut, Ostberlinerblut, Westberlinerblut…Wieviele Sorten von Blut gibt es? Vier: A, B, AB und O. Ihr könnt diese vier Sorten Blut überall in der Welt finden. Mein Hindu A Blut ist nicht gut, also sagte mir der Arzt, daß ich eine Transfusion mit neuem Blut erhalten würde, aber es gäbe nur einen Hindu hier und er hat die Blutgruppe B, „Oh, Swami, ich bin ein Hindu, ich gebe Ihnen mein B Blut.“

Dann sagte jemand anderer, „Nein, Swamiji, ich habe Blutgruppe A, deutsches Blut Gruppe A.“

Oh nein, nein, nein! Ich möchte kein deutsches Blut. Ich bin ein indischer Hindu. Ich werde nur Hindublut nehmen.“

Aber wenn es Hindu B Blut ist, werde ich sterben. Dem Körper ist es egal, ob es Hindu oder amerikanisches Blut ist, solange es die Blutgruppe A als Ursprung hat. Also nahm der Arzt mein ganzes Hindu A Blut und gab mir deutsches A Blut.

Nun habe ich ein Affenherz, eine Schweineleber, Ziegennieren und deutsches Blut. „Was ist mit Ihrer Religion, Swamiji, und Ihrer Nationalität?“ Gut, ich war vorher ein Inder, aber seit dreißig Jahre lebe ich in Kanada, ich habe einen kanadischen Pass, ich reise als ein Kanadier. Wenn dieser Körper einen indischen Pass hätte, wäre es mir nicht möglich gewesen, die deutsche Grenze zu überqueren, auch wenn der Körper derselbe ist. Einfach die Tatsache, daß sie einen indischen Pass sehen-nur der Ausdruck Indien auf einem Stück Papier-„Oh nein! Sie brauchen ein Visum.“ Wenn ich hier einen Monat bleiben möchte, brauche ich drei Monate, um ein Visum zu bekommen. Mit einem kanadischen Paß gehe ich einfach durch. Also bin ich Kanadier. „Und was ist mit Ihrer Religion, Swamiji?“ Gut, ich wurde ein Swami, ein hinduistischer Mönch. Das können die Menschen verstehen, es ist wie ein Priester, Vater Johannes. Und was ist mit dem Geschlecht? Eine kleine Operation mit Hormonen und ich werde eine Frau. Das passiert häufig.

Also, nun bin ich hier mit einem Affenherz, einer Schweineleber, Ziegennieren, deut-schem Blut, mit Plastiknase und Plastikaugen, Frau Vater Johannes. Wer bin ich? Wer bin ich? Ich komme hierher. Ich habe all diese verschiedenen Teile in mir, ich habe sie nun in diesem Körper, genau wie ich sie beschrieben habe, und ich spreche zu Euch. Wer bin ich? Habe ich mich verändert? Hat sich meine Persönlichkeit verändert? Bin ich das? Bin ich das? Bin ich das?

Ich bin, der Ich bin. Ich bin nicht Vishnu, Ich bin kein Kanadier, Ich bin kein Deutscher, Ich bin nicht dieser Körper, Ich bin nicht die Hand, das Herz, die Leber, die Füße, die Nieren, Ich bin nicht der kausale Körper, Ich Bin. „Ich Bin.“ Das ist die Antwort zu „Wer bin Ich?“ Das ist die zentrale Philosophie des Yoga, und das Ziel des Lebens ist, dieses Ich zu finden.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Das ist genau das, woran wir Yogis glauben

Freitag, April 24th, 2009

Eine besondere Erinnerung hat seine Spuren hinterlassen und wird mit der Zeit immer bedeutungsvoller. Swamiji hatte mich gebeten, ihm bei der Herausgabe seines Buches „The Complete Illustrated Book of Yoga“ zu helfen. Bevor ich mit meiner Arbeit begann, mußte ich mit aller Ehrlichkeit klarstellen, daß ich nicht an Gott glaubte und daß ich schon lange diesbezüglich meinen Frieden mit der Entscheidung gemacht hatte, daß ich selbst Gott sei. Wenn ich für irgendetwas beten mußte, sollte ich besser zu mir selber beten, wenn ich etwas dafür tun wollte. Swamijis sanftes „Das ist genau das, woran wir Yogis glauben“ blieb an mir haften, und es brauchte Jahre, um zu reifen und Früchte zu tragen.

Sylvia K

New York, NY

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Gegenwärtigkeit

Mittwoch, April 22nd, 2009

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Swamiji ermutigte jeden zu beten, ob er nun einer bestimmten Religion angehörte oder nicht. Gebete waren ein regelmäßiger, täglicher Bestandteil bei jedem Satsang, auch vor und nach jeder Yogastunde.

Eines Tages, gerade als wir im Auto durch den Eingang des Ashrams fuhren, erschien Swamiji auf dem Weg. Wir hielten an, um uns zu verabschieden. Er wies uns an, das Om Trayambakam Mantra jedesmal dreimal zu singen, wenn wir den Wagen starteten. Dieses Gebet würde uns auf unserer Reise beschützen. Natürlich beteten wir sofort mit ihm zusammen und fuhren dann los.

Als ich später über diese Situation nachdachte, erkannte ich, daß Swamiji uns mehr als eine Ebene gelehrt hatte. Oberflächlich gesehen glaubte er aufrichtig daran, daß das Sprechen des Gebetes vor der Abreise uns beschützen würde. Auf einer subtileren Ebene aber half er uns, immer an Gott zu denken. Er nahm eine weltliche, alltägliche Handlung wie das Starten eines Autos und machte daraus etwas Spirituelles.

Swamiji betonte immer, wie wichtig es sei, sich unaufhörlich an Gott zu erinnern und immer zu versuchen, Gott im Geist zu bewahren. Indem er eine einfache körperliche Aktion wie das Starten eines Autos mit der Erinnerung an Gott verband, half er uns, den Geist zu disziplinieren. Anstatt einfach in den Wagen zu springen und loszudüsen, sollten wir uns regelmäßig einige Augenblicke Zeit nehmen und nachdenken.

Die Aktion, die er auswählte, um sie mit den Gedanken zu verbinden, war nicht so wichtig. Was er wirklich bei uns erreichen wollte, war ein regelmäßiges Innehalten und Erinnern an Gott. Es kann alles sein, was wir normalerweise tun, mit dem Bus fahren, den Herd anschalten oder sogar die Toilettenspülung betätigen. Jede Aktion kann ein spiritueller Akt werden. Alles, was Du tun mußt, ist Dich an Gott zu erinnern, wenn Du etwas tust.

Gopala Krishna

Liebet eure Feinde

Montag, April 20th, 2009

Als Swamiji zu unserem Haus kam, um meine Yogaschüler zu treffen, war gerade das Passahfest, der jüdische Feiertag, der an unsere Befreiung der Sklaverei in Ägypten erinnert. Meine Herkunft ist für meine Familie und mich wichtig, und Swamiji bemerkte unsere religiösen Feierlichkeiten. Also sprach er an diesem Abend über die Teilung des Roten Meeres, als die Juden flüchteten und die gesamte Armee des Pharaos dabei ertrank. „Freut Euch nicht darüber, daß die Ägypter gestorben sind“, mahnte er. „Glaubt Ihr, daß Gott sie weniger geliebt hat als Euch? Auch sie waren seine Kinder.“ Als eine Jüdin und eine Yogini lehrte er mich, meine Feinde zu lieben und jede Person als einen Botschafter Gottes zu sehen.

Sarabess Forster,

Silver Springs, Maryland

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Wer weiß etwas vom Weihnachtsbaum?

Samstag, April 18th, 2009

Swamiji ermutigte jeden, der eine bestimmte Religion praktizierte, bei dieser zu bleiben. Priester, Mönche und Rabbis waren regelmäßig Gäste und Redner in den Ashrams. Die Feiertage der verschiedenen Religionen wurden geehrt und gefeiert. Er sagte immer, daß die Philosophie des Yoga den Lehren anderer Religionen nicht widersprach und daß die Yogapraxis die persönliche religiöse Praxis nur stärken würde. Gleichzeitig zögerte er nicht, den Schüler die wahre Bedeutung der Lehren ihrer eigenen Religion nahezubringen.

Ich war erst seit kurzem Mitarbeiter im Ashram und war in Swamijis Haus damit beschäftigt, den Weihnachtsbaum aufzustellen. Swamiji war mit im Zimmer. Ich hatte immer noch Scheu vor ihm und war nervös, so zwanglos mit ihm zusammen zu sein.

Ich hatte meine Aufgabe fast beendet, als Swamiji sagte, „Jaya, mach den Weihanchtsbaum feuersicher.“ Ich sah mir den Baum an. Die Lichter waren alle sicher, und er stand sechs Meter vom Kamin entfernt. Es erschien mir sicher genug, also machte ich einfach weiter mit meiner Arbeit.

Einige Minuten später sagte Swamiji wieder, „Jaya, mach den Weihnachtsbaum feuersicher!“ Diesmal war er etwas eindringlicher. Ich sah mir den Baum an und konnte immer noch nichts Falsches entdecken. Ich sagte Swamiji, daß ich ihn so, wie er wäre, gut finden würde. Da wurde Swamiji noch erregter. „Nein. Nein. Argumentiere nicht. Mach den Weihnachtsbaum feuersicher!“ schrie er.

Ich war sehr verwirrt. Ich verstand nicht, was er wollte. Ich zeigte ihm, daß die Kabel alle unversehrt waren und der Baum weit entfernt vom Kamin aufgestellt war. Er wurde noch aufgeregter. „Nein! Nein! Jaya. Du mußt ihn mit dem Feuerschutzspray einsprühen. Mach den Weihnachtsbaum feuersicher!“

Ich wußte überhaupt nichts von diesem Spray. Ich sagte, „Swamiji, ich bin ein Jude, was weiß ich von Weihnachtsbäumen!“ Er antwortete, „Ich bin ein Hindu, was weiß ich von Weihnachtsbäumen!“ Dann lachten wir beide und ich fühlte mich ihm näher als je zuvor.

Jaya

Atlanta, Georgia

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.