Archive for the ‘Swami Vishnu’ Category

Das spirituelle Tagebuch

Freitag, Mai 22nd, 2009

Die praktischen Ratschläge in dieser Schrift waren immer nah an Swamijis Herz und bildeten den Eckpfeiler dafür, wie er den Rest seines Lebens lehrte und arbeitete. Besonders der Einführungssatz, „Eine Unze Praxis ist mehr wert als Tonnen Theorie,“ beschreibt prägnant seine Annäherung an die Yogaphilosophie. Rede nicht nur darüber, sondern handel jetzt.

Um das Handeln zu erleichtern, ermutigte Swamiji seine Studenten, dem anderen Hauptteil der Schrift zu folgen, der in der Einführung zu finden ist, „Fasse nur einige praktikable Vorsätze, die eine kleine, aber bestimmte Verbesserung über Deine gegenwärtigen Gewohnheiten und Wesenszüge ermöglichen.“ An jedem Neujahrstag ermutigte er seine Studenten dazu, neue Vorsätze für das kommende Jahr zu fassen, die die zweiunddreißig Punkte im Sadhana Tattwa zur Grundlage hatten. Hier erklärt er diesen Prozess.

Als ich im Himalaya meine Übungen absolvierte, faßte ich meine Beschlüsse schriftlich zusammen, genau wie in Gurudevs Instruktionen. Ich führte ein Tagebuch, um zu überprüfen, ob die Vorsätze auch wirklich eingehalten und die Techniken ausgeführt wurden. Man sollte täglich folgendes notieren: Wieviele Stunden Asanas gemacht wurden, wieviele Runden Pranayam, wieviele Stunden des Schweigens eingehalten wurden, wie oft man in Wut geraten war, wie oft man Brahmacharya nicht eingehalten hat. Am Abend kann man das Tagebuch überprüfen und es mit dem Vorsatz vergleichen, so daß man ihn am nächsten Tag einen neuen Versuch starten kann, es besser zu machen.

Nach einigen Tagen des Mißerfols ist man plötzlich in der Lage, sein Ziel zu erreichen. Dann sollte man den Vorsatz auf eine höhere Ebene bringen. Anstatt Pranayam nur zweimal, sollte man es jetzt dreimal am Tag machen. Das spirituelle Tagebuch zeigt einem, ob man Fortschritte macht oder nicht. Es ist für jeden spirituellen Aspirant sehr wichtig, daß er seine eigene Fortschritte sehen kann. So hat er eine Art Führer oder Lehrer zu Verfügung, der ihm über die Schulter schaut.

Du faßt doch am Neujahrstag alle möglichen Vorsätze, oder? Du beschließt, nicht zu rauchen, kein Fleisch zu essen, keinen Alkohol zu trinken oder kein Marihuana zu rauchen. Das ist eigentlich kein richtigiger Beschluß, selbst wenn Du 100% erfolgreich bist, da das sowieso schon Dein Lebensstil ist. Du mußt etwas nehmen, in dem Du noch nicht perfekt bist und was Du verbessern willst. Wenn ich die oberen vier Beschlüsse fassen würde, wäre ich vollständig erfolgreich, also sollte ich einen nützlichen Beschluß nehmen wie „Ich werde mich nicht ärgern.“ Jedes Jahr versage ich bei diesem Beschluß, also mache ich ihn erneut. Anstatt jeden zweiten Tag ärgerlich zu werden, werde ich nur noch jeden dritten Tag ärgerlich.

Ich schreibe kein spirituelles Tagebuch mehr, aber ich habe immer noch eins in meinem Kopf. Bevor ich ins Bett gehe, überprüfe ich, wie oft ich ärgerlich geworden bin oder wie oft ich geschrien habe. Dann bete ich zu Gott und sage, „Oh Herr, ich opfere es Dir.“ Auf diese Weise lasse ich los. Darum geht es bei diesen ganzen Beschlüssen.

Fasse keinen Vorsatz, den Du nicht bis zu einem gewissen Grad einhalten kannst. Wenn Du am Anfang zuviele Vorsätze faßt, ist es als ob Du einen schwachen Muskel überforderst. Er wird zusammenbrechen. Die Disziplin sollte langsam und Schritt für Schritt erfolgen, um den rebellischen Geist zu vermeiden. Mache realistische Beschlüsse und schaue dann in Dein Tagebuch. Vielleicht hast Du beschlossen, um fünf Uhr aufzustehen. Wenn Du an zwanzig Tagen im Monat um acht Uhr und an den restlichen zehn Tagen um fünf Uhr aufgestanden bist, dann sei glücklich. Vielleicht hast Du an zwanzig Tagen nur eine Stunde Asanas gemacht, aber an den anderen zehn Tagen zwei Stunden. Vielleicht hast Du an zwanzig Tagen nur fünf Runden Pranayam gemacht, aber an den anderen zehn Tagen vierzig Runden.

Am Ende jeden Monats überprüfe Deine Übungen und entscheide darüber, wie Du Dich noch weiter verbessern kannst. Am Ende des Jahres wirst Du feststellen, daß Deine Willenskraft außerordentlich gestiegen ist. Dann wirst Du wissen, daß Du ein freier Mensch bist, daß Dein Geist Dir gehorcht. Nach fünf oder sechs Jahren solcher Praxis wirst Du feststellen, daß Meditation von selbst kommt. Wenn Du Dich hinsetzt, wird sich augenblicklich die Energie bewegen, alle Chakren werden aufblühen und Dein Antlitz wird leuchten und strahlen.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Om Tryambakam gesungen von Swami Vishnu-devananda

Montag, April 6th, 2009

Swami Vishnu

Swami Vishnu-devananda singt das große Heil-und Segensspendende Mantra “Om Tryambakam”, für alle Wesen. Mit seinem besonderen Charisma und Herzenswärme, die er allen Lebewesen entgegenbrachte war der Yoga Meister in der Tierwelt sehr beliebt. Nähere Informationen über Swami Vishnu:

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Madalasa berichtet über Swami Devananda oder “Erkenne dich!”

Sonntag, Januar 18th, 2009

Swamiji versuchte ständig, uns dazu zu bringen, hinter unsere begrenzte Sicht von uns und der Welt zu sehen. Er öffnete unseren Geist, manchmal hitzig, manchmal sanft, immer mit großer Liebe. Egal wie groß unser Widerstand war, er half uns bei kleinen Veränderungen und brachte uns dazu, unsere Vorstellungen darüber loszulassen, wie die Dinge waren oder sein sollten und unser wahres Selbst zu erkennen.

Wenn Swamiji sprach, lauschte ich normalerweise hingerissen, da er den Worten die wahre Wahrheit gab, etwas, was ich hören wollte, aber über die nie jemand gesprochen hatte. Swamiji hatte ein jedoch ein Thema, was mich irgendwie beunruhigte. Manchmal sprach er über die verschiedenen Rollen von Männern und Frauen in der Gesellschaft. Er sah diese Rollen psychologisch festgelegt und führte das Unglück in vielen Familien auf die Versuche zurück, diese „natürlichen“ Rollen zu mißachten. Ich fühlte, daß er hier aus einer kulturell konditionierten Perspektive sprach und nicht aus der Perspektive der universellen Wahrheit. Ich konfrontierte ihn nie damit. Die Menschen diskutierten normalerweise nicht mit Swamiji.
Eines Tages während eines Vortrages kam Swamiji wieder auf diese Thema zu sprechen. Während seine Worte über alle anderen Objekte ein Gefühl der Freude in mir auslösten, bemerkte ich, wie in mir wieder heftiger Ärger aufstieg, als er seine Sicht der grundsätzlichen verschiedenen Verhaltensweisen von Männern und Frauen darstellte. Bevor ich noch darüber nachdenken konnte, platzte ich heraus, daß ich ihm hier nicht zustimmen konnte, obwohl ich doch sonst die Aufrichtigkeit und die Wahrheit in seinen Worten sah. Ich vesuchte, die kulturellen Perpektiven, historischen Ursachen usw. darzustellen, aber Swamiji unterbrach mich sofort.
„Madalasa“, brüllte er, „Bist Du eine Jüdin oder eine Christin?“ Ich war unbeherrscht, versuchte aber, achtsam zu antworten. „Na ja, beides. Oder keins. Ich wurde in eine jüdische Familie geboren und auch in dieser Religion erzogen, aber später lernte ich die Wahrheit der Lehre Jesus und seine Herrlichkeit kennen. Allerdings kann ich auch in anderen Religionen die gleiche Wahrheit erkennen, so daß ich mich nicht speziell als Jüdin oder Christin fühle.“
Swamiji nickte schroff. Er wußte das bereits über mich. Er fragte mich sofort weiter, immer noch recht laut, „Bist Du Amerikanerin oder Kanadierin?“
„Swamiji, ich bin in Amerika geboren, aber ich bin vor über zehn Jahren nach Kanada gezogen und habe die kanadische Staatsbürgerschaft. Ich bin keine sehr politische oder patriotische Person und ich fühle mich weder wie ein Amerikanerin oder Kanadierin, eher wie eine Art Weltbürgerin.“
Wieder nickte er schroff und fragte weiter, “Bist Du ein Mann oder eine Frau?“
Diese Frage brauchte keine Überlegung. Sofort antwortete ich, „Na ja, Swamiji, natürlich bin ich eine Frau.“
Er sagte nichts, setzte sich nur zurück mit einem großen Lächeln und wartete darauf, daß meine eigene Dummheit mir auffallen würde. Ich war mir durch seine Stille und seinem Ausdruck darüber bewußt, daß ich gerade in eine monumentale Falle geraten war, aber ich konnte sie nicht sehen. Ich war einfach verwirrt.
Nach einem Moment der Stille tadelte er mich, „Du identifizierst Dich nicht mit Deiner Rasse, Deiner Religion oder Deiner Nationalität. Du weißt, dass das Zufälle der Geburt sind. Du identifizierst Dich mit dem unsterblichen Selbst, welches unveränderbar bleibt. Wenn ich also Witze über Juden oder Hindus, über katholische Priester oder amerikanische Präsidenten mache, bist Du nie erzürnt, (das stimmte, musste ich zugeben.) Aber immer wenn es um Männer und Frauen geht, zeigst Du eine heftige emotionale Reaktion und verlierst jede Urteilfähigkeit. Du kannst nicht zuhören. Und zwar, weil Du Dich mit dieser Rolle identifizierst. Du bist keine Frau, genauso wenig wie Du eine Jüdin, eine Buddhistin, eine Deutsche oder eine Kanadierin bist. Auch diese Körper sind nur wie Kleider, die wir angezogen haben, um sie wieder abzulegen, wenn sie aufgetragen sind. Du warst Tausende Male sowohl eine Frau als auch ein Mann. Sei immer daran erinnert, dass Du Dich mit Deinem wahren Selbst identifizierst, dem Unsterblichen Atman, und sei nicht so schnell erzürnt!“

Madalasa
Ottawa, Ontario, Canada

Devanandas Art zu lehren oder erledige es sofort wenn es sofort geht.

Freitag, Januar 16th, 2009

Oft war die Aufgabe an sich völlig unwichtig. Swamiji benutzte hauptsächlich die gestellte Aufgabe, um Dir beizubringen, in einer bestimmten Art zu denken und um Dich auf größere Verantwortung vorzubereiten. Er bestand immer darauf, daß alles, was Du machtest, mit größtmöglichem persönlichem Einsatz verrichtet wurde. Er akzeptierte keine Entschuldigung für etwas, was schlecht oder unsauber gemacht wurde.

“Swamijis Dynamik kannte keine Grenzen. Er wollte buchstäblich immer alles sofort erledigt haben. Er wollte noch nicht einmal bis zum anderen Tag warten, egal zu welcher Uhrzeit er etwas verlangte. Etwas Interessantes ereignete sich 1980 im Kibbutz zu Beginn der ersten Yogalehrerausbildung in Israel.

Die Leiterin des Zentrums in München wurde für zehn Tage zu diesem Einweihungskurs eingeladen. Natürlich änderten sich die Pläne, wie eigentlich fast immer bei Swamiji. An einem Freitagabend, nach dem Beginn des jüdischen Sabbats, beauftragte Swamiji mich, sie sofort auf einen Flug nach Indien zu buchen. Ich erklärte ihm, daß am Sabbat alle Geschäfte geschlossen seien und die Wahrscheinlichkeit, am nächsten Tag einen Flug nach Indien zu bekommen, äußerst gering wären. Außerdem wußte ich, daß Indien und Israel nicht sehr gut befreundet waren, so daß es nicht viele Flüge gäbe. Aber natürlich bestand er darauf, daß ich es versuchte.

Nicht nur, daß alle Geschäfte bis Sonntagmorgen geschlossen waren, es gab auch nur ein einziges Telefon, für das ich auch noch spezielle Münzen brauchte, von denen ich nur einige hatte. Der Kibbutz war auch noch meilenweit von Tel Aviv entfernt. Aber ich konnte nicht nein zu Swamiji sagen, also rief ich unsere Reisebüromitarbeiterin zu Hause an (glücklicherweise war sie eine unserer Yogaschülerinnen und verstand die Eile). Aber es gab nicht einen einzigen Flug an diesem Tag und sowieso nur einen pro Woche. Was war mit Transferflügen z.B. über die Türkei? Keine Chance. Also mußte ich Swamiji diese Nachrichten mitteilen. Er war erst zufrieden, nachdem ich gründlichst nachgeforscht hatte.”

Swami Padmapadananda

Nur noch EINE Geschichte oder Berglöwe statt Schaf

Freitag, Januar 16th, 2009

Swamiji war ein Meister im Geschichtenerzählen mit einem scheinbar endlosen Repertoire. Während des abendlichen Satsangs sprach er oft über komplexe philosophische Ideen. Um sicherzustellen, daß wir auch alles begriffen hatten, würzte er seine Vorträge oft mit Geschichten. Bis dahin hatte er manchmal schon mehr als eine Stunde gesprochen, es wurde spät, alle wurden müde. Er sagte ständig, „Nur noch eine Geschichte…“ Wir lachten jedes Mal, da wir wußten, daß aus der einen Geschichte zwei oder drei werden könnten. Aber das war uns egal. Es war wie in der Kindheit, vor dem Schlafengehen wurden noch Geschichten erzählt. Man mußte noch nicht einmal nach einer zweiten Geschichte fragen, so daß man länger aufbleiben konnte. Swamiji war immer glücklich, wenn er uns diesen Gefallen tun konnte. Hier ist eine seiner Lieblingsgeschichten.

Diese Geschichte erzählt von einem Schafhirten, der mit seinen Schafen in einem Tal lebte. Eines Nachts kam eine trächtige Berglöwin, um unter den Schafen zu jagen. Als der Schafhirt die Berglöwin sah, begann er auf sie zu schießen. Die Schießerei jagte ihr Angst ein. Plötzlich gebar sie ihr Löwenbaby, rannte zurück in den Wald und ließ ihr Junges bei den Schafen zurück. Glücklicherweise gab es eine Schafsmutter, die das junge Löwenbaby aufnahm und es nährte. Das Löwenjunge dachte, daß das Schaf seine Mutter sei und begann wie ein Schaf blöken – Baa Baa Baa Baa. Es trank Milch und fraß Gras, wurde ein Vegetarier. So wuchs das Löwenjunge unter Schafen auf und dachte, es sei genau wie die anderen Schafe.
Nach einigen Jahren kam ein großer Berglöwe, der König des Waldes, zum Tal der Schafe, um zu jagen. Da sah er unter den Schafen ein Mitglied seiner eigenen königlichen Familie, der wie ein Schaf blökte und Gras fraß. Was für eine Schande! Es war, als ob Prinz Charles unter Hippies lebte. Was würde Königin Elizabeth denken! Das war, was der Löwenkönig dachte. “Was für eine Schande für unserer königliche Familie!“
Also rannte er zum Schafslöwen und schrie, „Was machst Du unter den Schafen? Warum blökst Du wie ein Schaf?“
Und der Schafslöwe war furchtbar erschrocken. Als er sah, wie der Berglöwe auf ihn zulief, schrie er laut, „Mami! Mami, hilf mir! Dieser Kerl will mich töten!“
Aber die Schafsmutter rannte davon und der Berglöwe holte den Schafslöwen ein. „Hab keine Angst vor mir. Du bist ein Löwe, genau wie ich.“
„Oh nein, nein! Ich bin kein Löwe. Ich bin ein Schaf. Ich hab meine Mama hier, meine wundervolle Mami. Laß mich zu meiner Mama!“
„Oh nein! Du bist kein Schaf. Du bist ein Löwe wie ich.“
„Laß mich bitte in Ruhe. Ich bitte Dich, Löwe, laß mich gehen.“
„Nein. Nein. Nein. Ich werde Dir zeigen, wer Du bist.“ So schleifte er ihn gegen seinen Willen in die Berge und brachte ihn an einen großen See. „Schau in diesen See. Was siehst Du?“
Seine Augen waren fest geschlossen. „Nein, nein, ich will meine Augen nicht aufmachen. Ich habe Angst.“
„Hab keine Angst. Schau einfach hin. Erkenne, wer Du bist.“
„Ich weiß, wer ich bin. Ich bin ein Schaf. Ich habe eine Mama, drei Brüder und zwei Schwestern, ich lebe im Tal.“
„Nein, das stimmt alles nicht. Schau hin! Du hast vergessen, wer Du bist.“ Nach einiger Zeit öffnete der Schafslöwe seine Augen. „Was siehst Du?“
„Ich sehe Wellen.“
„Warte, bis die Wellen sich beruhigt haben.“ Bald gab es keine Wellen mehr, der See war glatt wie Glas. Plötzlich sah er sein Gesicht. Er sah nicht aus wie ein Schaf. Er sah das Gesicht des anderen Löwen neben sich. „Hey, ich bin ja wie Du. Du bist wie ich. Ich bin Du. Du bist ich. Wir sind beide Könige!“
Und der Berglöwe erwiderte, „Blöke nicht wie ein Schaf! Brülle wie ein Löwe! Geh zu Deinem Königreich in den Wald und genieße Dein Leben.“
Und zum ersten Mal in seinem Leben brüllte er. Kein Blöken mehr wie ein Schaf! Er erkannte, wer er war und lebte seitdem glücklich im Wald, in seinem Königreich.

Wer sind die Schafslöwen in dieser Geschichte? Wir alle. Wir blöken von morgens bis abends: Baa Baa Baa Ich bin ein Deutscher, Baa Baa Baa Ostdeutscher, Baa Baa Baa Westdeutscher, Baa Baa Baa Ich bin ein Russe Baa Baa Baa Amerikaner, Baa Baa Baa Protestant, Baa Baa Baa Katholik, Baa Baa Baa Ich bin Jude, Baa Baa Baa Ich bin Araber, Baa Baa Baa Ich bin einer der PLO, Baa Baa Baa Ich bin ein Kanzler, Baa Baa Baa Premierminister, Baa Baa Baa Ich bin männlich, Baa Baa Baa Ich bin weiblich, Baa Baa Baa Ich bin ein Swami, Baa Baa Baa. Das ist alles, was wir den ganzen Tag machen.

Die Berglöwen, die großen Meister wie Jesus und Sivananda, kommen zu uns und sagen, „Oh, Du blökst wie ein Schaf. Du bist kein Deutscher, Österreicher, Russe oder Amerikaner. Du bist das unsterbliche Selbst. Ich bin in Dir. Du bist in mir. Ich bin Er. Ich bin Brahman. Auch Du bist Brahman. Auch Du bist Gott. Aber dieser Körper ist nicht Gott. Sieh in Dich hinein. Du wirst herausfinden, wer Du bist.“
„Oh nein, nein! Ich will nicht herausfinden, wer ich bin! Ich weiß, wer ich bin. Ich bin ein Swami. Ich habe drei Ashrams, ich habe zehn Schüler. Ich habe 220 Zimmer und 30 Badezimmer. Ich habe Geld, zwei Millionen Dollar auf der Bank. Der Meister sagt, „Hey, das bist Du nicht. Diese Dinge gehören Dir nur.“ „Oh nein, nein! Ich habe meine Frau und meine Kinder.“ „Sie werden nicht mit Dir gehen. Sie sind alle Objekte.“ Oh nein, nein, nein! Ich liebe meine Frau und meine Kinder sehr, ich habe ein wunderschönes Zuhause, eine liebenswerte Familie und Kinder.“ Und der Lehrer sagt, „Blöke nicht wie ein Schaf. Wenn Du stirbst, wird Deine Frau dann mit Dir gehen? Werden Deine Kinder mit Dir gehen? Kannst Du Dein ganzes Geld mitnehmen?“ Er beginnt zu überlegen, „Hey, irgend etwas stimmt hier nicht.“
Du wirst ebenfalls sterben. Du kannst Deine Kreditkarte nicht mitnehmen. Du kannst noch nicht einmal Deinen Körper mitnehmen. Die Bazillen warten auf ihn. Der Tod wartet auf Dich, weil Du Dich mit dem Körper identifizierst. Du bist unsterblich.“
„Oh, mein Lehrer, sage mir, wie ich es finden kann, wie ich dem Tod entrinnen kann.“
„Ich werde es Dir zeigen, komme mit mir.“
Schließe Deine Augen. Schaue in Dich hinein, in diesen Geist-See. Was siehst Du? Pizza, Eiskrem, Bananen, Herzschlag, Atmung. Das sind alles Objekte. Das bist nicht Du. Du bist nicht das Herz, die Lunge usw. Schließe einfach Deine Augen und atme sehr sanft. Praktiziere. Mach weiter, praktiziere. Du mußt jeden Tag üben, sanft zu atmen. Wenn es keine Gedankenwellen mehr gibt, was siehst Du dann? Ich bin Du, Du bist ich. Es gibt weder Schüler noch Lehrer, weder ein Ich noch Gott, wir sind eins. Ich bin in allem, alles ist in mir. Ich bin, der ich bin. Aham Brahma Asmi. Sohum. Ich bin Er. Ich bin Er. Sohum.

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Mantraeinweihung oder Sinn eines Mantras

Donnerstag, Januar 15th, 2009

Die Lebensphilosophie von Swami Vishnu-devananda wurde in allem offenbar, was er tat. Er glaubte, lebte und lehrte, daß ein einziger Mensch eine wesentliche Bedeutung im Leben von anderen haben konnte. Weil er ein Glied in der alten Kette des Yoga war, gab er auch die große Macht der Yogaeinweihung weiter. Swamiji sprach oft darüber.

Wörtlich heißt Einweihung „Anzünden“. Wenn Du ein Feuer anzündest, wie fängst Du es an? Du beginnst mit kleinen, schmalen Zweigen und Papierschnipseln, dann zündest Du die Zweige an, fügst dann langsam größere Holzscheite dazu und hast bald ein großes Feuer! Aber wieviel Feuer brauchst Du für den Anfang? Nur ein kleines Streichholz, oder nicht? Ein kleines Streichholz kann diese versteckte Energie im Feuerholz anzünden. Daher kommt das Feuer. Wir sind alle nichts weiteres als schlafende Energie. Wie bei dem Feuerholz ist Energie vorhanden, aber es ist schlafende Energie. Das Holz, das wir ins Feuer geben, wird ein Teil des Feuers und steigert die Energie. Das ist das ganze Geheimnis der Einweihung. Einweihung bedeutet, das Mantra als einen Weg zu nutzen, das Herz zu erleuchten oder anzuzünden.
Schon bevor die Erde geboren war, gab es die Mantraenergie in einem bestimmten Zustand. Newton hat die Schwerkraft nicht erschaffen. Er hat die Existenz einer Energie entdeckt, die Schwerkraft genannt wurde. Es war nichts Neues, was Newton entdeckt hat. Auch Edison hat die Elektrizität nicht erschaffen. Elektrizität war bereits vorhanden. Edison entdeckte die Existenz einer bestimmten Energie, die Elektrizität genannt wird. In gleicher Weise hat die mantrische Energie existiert, sogar vor der Schöpfung.
Alles ist in einem Zustand der Schwingung, alles ist eine Welle aus Energie. Dein Körper schwingt auch auf einer bestimmten Wellenlänge. Du lernst, Dich auf eine bestimmte Wellenlänge einzustimmen, um eine bestimmte Energie, Stärke oder Kraft zu bekommen. Schließlich wird sich der Geist darauf einstimmen. Zu diesem Zeitpunkt hast Du kosmisches Bewußtsein oder bist in Meditation. Das ist die Formel des Geheimnises.
Jedes Individuum braucht ein Mantra, das zu seinem besonderen Geist paßt. Aber wir können keine vier Billionen Mantras haben. Wir kochen ja auch nicht für vier Billionen Menschen vier Billionen unterschiedliche Mahlzeiten.
Was für eine Art Nahrung haben wir? Manche Nahrung mögen wir lieber als andere, oder? Was essen wir zum Frühstück? Müsli, Früchte, Brot und Butter, Joghurt. Manche von Euch mögen mehr Müsli, manche nehmen mehr Brot und mehr Butter, manche mehr Joghurt, oder? Obwohl wir alle das gleiche Essen bekommen, mögen wir das eine oder andere eben lieber. Aber aus welchem Grund? Um unseren Körper zu ernähren, essen wir Müsli, immer mehr.
Das Gleiche ist mit den Mantras. Es gibt kein über- oder untergeordnetes Mantra. Alle Mantras sind gleichwertig und haben die gleiche Wirkung. Genau wie das Feuer, jedes Feuer brennt. Natürlich kann manches Holz mehr brennen, wenn es nicht naß ist. Aber selbst das nasse Holz wird brennen.
In Indien wissen wir, welches Mantra zu welchem individuellen Geist paßt, weil wir die Gottheiten kennen. Jeder Name hat eine Form, jede Form hat einen Namen. Wir können nicht jedes Wort als ein Mantra nutzen, die Form des Wortes wird in Deinem Geist widergespiegelt. Bezogen auf die Yogapsychologie übernimmt der Geist die Form des Objekts, an das Du denkst oder über das Du meditierst. Wenn Du an eine Orange denkst, übernimmt Dein Geist die Form der Orange, um sich die Orange vorzustellen. Das ist Gesetz, daran mußt Du Dich deutlich erinnern. Wenn ich also Orange, Orange, Orange denke, übernimmt der Geist die Form der Orange. Nur dann ist Sichtweite und Wahrnehmung möglich. Wenn es keine Form der Orange gibt, auch wenn Du wiederholst „Orange, Orange, Orange, Orange, Orange, Orange, Orange“, wenn es keine Form gibt, hat es keinen Einfluß auf den Geist. Der Geist weiß nicht, was es ist, es ist nur ein Wort.
Auf gleiche Weise ist nicht nur die Form allein ausreichend. Wenn Du nur die Form visualisierst, ohne den Namen der Orange, hat das keinen Effekt auf den Geist. Du brauchst Name und Form. Wenn Du das Feuer sehen möchtest, aber es gibt in Deinem Geist keine Form des Feuers, kannst Du „Feuer, Feuer“ wiederholen. Dann kannst Du immer noch nicht ans Feuer denken. Name und Form gehören zusammen.
Wenn das nicht so wäre, könntest Du jedes Wort zur Meditation benutzen. Du kannst wiederholen „Blume, Blume, Blume, Blume, Blume, Blume, Blume“, aber Dein Körper und Geist kann durch eine Blume nicht emporgehoben werden, durch die Energie oder die Ausstrahlung der Blume. Die Wellenlänge der Blume und das Objekt Blume hat keinen dauernden Einfluß auf den Geist. Nur spirituelle Wörter können Dich erheben. Diese Wörter werden spirituelle Mantras genannt.
Das Höchste Wesen ist eins und wird OM genannt. Das höchste Mantra ist OM: A-U-M. Alle anderen Mantras sind aus diesem OM entstanden :A-U-M. Jedes Mantra, das wir sprechen und einfach jede Sprache ist in dieser einen kosmischen Silbe OM versteckt. Die Bedeutung dieser Silbe OM ist für den durchschnittlichen Geist sehr schwer zu verstehen. Aus diesem Grunde weihen wir sehr selten jemanden in OM ein, weil es das höchste Mantra ist. Die Menschen haben nicht den höchsten subtilen Intellekt, den man für die Meditation über eine abstrakte Form wie OM benötigt, dennoch kannst Du über OM meditieren, wenn Du es möchtest. Es schadet nicht, weil es abstrakt ist. Alle anderen Mantras sind konkret, sie haben eine spezielle Form oder einen Namen.
Bist Du ein Krishnatyp, ein Ramatyp, ein  Shivatyp oder ein Devityp? Das sind die grundlegenden Persönlichkeitstypen.
Bist Du ein Familienmensch oder ein Hausherr, denkst Du an Ehefrau oder Ehemann, Kinder, eine nette, sichere, gesunde Familie und an den Zusammenhalt einer Familie? Du möchtest Frieden in der Familie und eine wahre Verbindung zu Deinem Ehegatten, eine spirituelle Verbindung. Du denkst, daß Kinder ihre Eltern respektieren sollten. Wenn das das Leben ist, das Dich anzieht, dann hast Du die Persönlichkeit von Rama. Rama ist die Verkörperung dieses Charakters, er ist die Verkörperung des vollkommenen Ehemanns, vollkommenen Kindes, des vollkommenen Gottes, des vollkommenen Zerstörers der Dämonen und des Begründers von Gesetz und Ordnung. Er ist vollkommen in allem, er ist perfekt. Er hatte während seines Lebens nur eine Frau. In seinem ganzen Leben hat noch nicht einmal nach einer anderen Frau geschaut. Er hatte nur diese eine Frau, keine andere, das war seine Einstellung. Wahre Familienmenschen und solche, die Verantwortung für eine Familie übernehmen, fühlen sich davon angezogen. Wenn Du einen Charakter wie diesen hast, solltest Du über Rama meditieren. Du solltest in ein Rama Mantra eingeweiht werden.
Andere sind eher introvertiert. Sie gehen wie Lord Shiva zum Berg Kailash, für immer in die schneebedeckten Berge, fern von Lärm und Hektik. In den eisigen Höhen lebt und meditiert Lord Shiva. Jeder interessierte Ergebene wird zu ihm kommen, er ist nicht daran interessiert, seinen Anhängern entgegenzugehen. Er ist ebenfalls ein introvertierter Typ. Wenn Du eher diese Einstellung hast, auch wenn Du in einer Familie lebst, ein Hausherr oder ein Geschäftsmann bist, wenn Dein Temperament eher zurückhaltend ist und es Dir sinnlos erscheint, zuviel am aktiven sozialen Leben teilzunehmen und Dich sozialen Dingen zuzuwenden, wenn Du ruhig, entspannt und zurückgezogen leben möchtest, dann solltest Du in ein Shiva Mantra eingeweiht werden.
Die überwiegende Mehrheit der Menschen sind Krishnatypen. Krishna hat alle Eigenschaften eines menschlichen Wesens, von der Kindheit bis zum sehr fortgeschrittenen Alter. In einem Leben spielte er alle Rollen spielen, die wir kennen. Er war ein Staatsmann, ein Lehrer, ein König und ein Spieler. Er hatte die Fähigkeit, alles, was Du Dir vorstellen kannst, durch sich zu zeigen, in einem einzigen Leben. Also mag der Großteil der Menschen dieses besondere Naturell wegen der verschiedenen Charaktere, die Krishna gespielt hat. Wir geben dann das Krishna Mantra, wenn Du solch ein Naturell hast.
Andere sind mehr an der göttlichen Mutter interessiert. Sie fühlen sich mehr zu göttlicher, kreativer Energie und Kraft hingezogen. Sie haben mehr Liebe und Mitgefühl in sich, wie eine universelle Mutter, und sie sind näher an ihrem Herzen. Gott manifestiert sich auch als Mutter, nicht immer nur als Vater. Er hat alle Aspekte, auch die weiblichen. Dann können wir über diesen Aspekt meditieren, indem wir ein Mantra von Durga oder Devi bekommen.
Wenn Du einmal eine Gottheit, ein Mantra und einen guru gewählt hast, ändere es Dein ganzes Leben nicht mehr. Ändere nicht Dein Mantra, Deinen Lehrer oder Deine Gottheit. Das gilt für Dein ganzes Leben. Wenn Du Deine Einweihung erhalten hast, solltest Du Dein Mantra nicht ändern oder Dir ein neues suchen. Das ist nicht gut für Dich. Wenn Du Deinem Lehrer keinen Glauben schenkst, dann nimm von diesem Lehrer kein Mantra an. Versuche einen Lehrer zu finden, an den Du glaubst und dem Du vertraust. Du mußt Deinem Lehrer bestimmte Gefühle entgegenbringen, um den Nutzen einer Einweihung zu erfahren. Nur dann kann der Lehrer das Feuer in Dir entfachen.
Wir vergeben die Mantras nicht aus kommerziellen Gründen. Wir sind nicht daran interessiert, Geld oder etwas anderes von Dir zu nehmen. Es ist ein Brauch aus alten Tagen, daß Schüler dem Lehrer ein Dakshina oder eine Spende zukommen lassen. Das ist eine alte Sitte, und es gibt sie immer noch, da die Lehrer kein Geld oder Einkommen haben. Was die Schüler von Herzen geben, nutzen die Lehrer, um sich selbst oder der Menschheit zu helfen. Die Schüler können alles spenden: Früchte, Blumen, Geld, Blumengirlanden, einfach alles. Was immer sie entbehren können. Sie geben immer alles das, was sie zum Glück des Lehrers und der Organisation beitragen können. Das ist erlaubt.
Aber Du kannst kein Mantra verkaufen oder darum bitten, „Ich möchte das oder das Mantra.“ Diese Bitte darf der Lehrer nicht erfüllen. Das ist gegen alles spirituelles Wachstum. Kein Mantra kann verkauft werden, man kann sich weder eins ausdenken, noch gibt es neue Mantras. Es existieren spezielle Mantras, es gibt keine neuen. Wir können keine neuen erfinden oder jedem Individuum ein anderes geben. Es ist unmöglich, niemand kann so etwas tun und sich spiritueller Guru nennen.
Oft wird gefragt, “Müssen wir unser Mantra geheimhalten?“ Du mußt es geheimhalten, aber das bedeutet, daß Du es nicht einfach jedem erzählst. Wenn ich mein Mantra singe, sage ich nicht jedem, „Ich werde mein Mantra wiederholen!“. Wenn jemand es wissen will, und es gibt einen Grund für diese Neugier, kannst Du es ihm sagen, es schadet nicht, weißt Du. Das ist alles. Das ist das ganze Geheimnis.
Also was machst Du nach der Mantraeinweihung? Die Einweihung allein reicht nicht aus. Einweihung ist wie das Feuer anzünden. Wir benutzen nur ein kleines Stück Holz, um das Feuer anzuzünden, oder? Gut, angenommen, Du entzündest ein Feuer mit einem kleinen Streichholz, aber Du hast kein Holz und Papier zur Hand, was wird passieren? Es wird wieder ausgehen. Dieses Streichholz, die Einweihung, hat dann keinen Wert. Sofort, wenn das Feuer zündelt, mußt Du mehr Papier und mehr Brennstoff dazugeben, damit das Feuer größer und größer wird. Dadurch wird das Feuer riesig. Dann wird es Dir genug Kraft und Energie geben, es wird nicht so leicht ausgehen.
Je öfter Du Dein Mantra wiederholst, desto mehr wird das Feuer wachsen, es wird größer und größer. Dann kommt irgendwann eine bestimmte Ebene, eine sehr hohe Ebene, Du meditierst schon fast auf der transzendentalen Ebene. Auf dieser Ebene betritt Dein Geist automatisch die Meditation. Der Moment, an dem Du mit Om Namah Shivaya beginnst, wird Dein Geist klar und Du meditierst auf einer höheren Ebene. Es gibt keinen Klang in irgendeiner Form, keine gesprochene oder telepathische Form. Nur im transzendentalen Stadium schwingt der Klang. Die Schwingung von Om Namah Shivaya, Om Namah Shivaya setzt sich intensiv immer weiter fort. Die Kraft dieser Energie schwingt jetzt auf einer sehr hohen Ebene, das nennt man Meditation.
Du beginnst wie ein Anfänger, Om Namh Shivaya, Om Namah Shivaya. Du beginnst mit Worten, dann gehst Du über zur mentalen Wiederholung. Mental ist kraftvoller als zu sprechen. Schließlich beendest Du sogar die mentale Wiederholung und betrittst die telepathische Ebene, wo Klang und Name verschmelzen. Dann transzendierst Du das und kommst zum unsichtbaren Energiezustand, wo Du eins wirst mit der Form, über die Du meditierst. Du und Shiva, oder Du und Krishna, ihr werdet ein und dasselbe. Es gibt in diesem Stadium keine Unterscheidung mehr, der Meditierende und die meditierte Form werden eins. Du wirst das Objekt der Meditation, genauso wie Dein Geist die Form der Orange übernimmt, um die Orange zu sehen, so wirst Du Krishna, um Krishna zu sehen, oder Du wirst Shiva. Aber es gibt keine verschiedenen Gottheiten, Shiva unterscheidet sich nicht von Krishna, auch ist Krishna nicht verschieden von Rama oder Rama anders als Devi oder die Göttinnen. Sie sind alle eins. Abhängig von Deinen Beziehungen oder Deinem Charakter ist eins nur einfacher zu erreichen, um darüber zu meditieren.
Wiederhole Dein Mantra nach Deiner Einweihung. Laß es nicht einfach fallen. Meditiere regelmäßig. Hat das jeder verstanden?

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Die Friedenskette zwischen Rishikesh und Haridwar

Mittwoch, Januar 14th, 2009

Mir wurde 1987 auf der Jahrhunderttour die Aufgabe des Kameramanns anvertraut. Am Tag der Friedensmala sollte ich die gesamte Länge der Mala filmen, vom Startplatz an gegenüber von Sivanandas Mahasamadhischrein in Rishikesh bis zum Ende an den Ghats von Haridwar. Früher am Morgen war ich in der Haupthalle, wo alle Seniorschüler von Sivananda, inklusive Swamiji, eine Pada Puja für die silbernen Kopien von Sivanandas Sandalen zelebrierten. Tausende von Menschen waren versammelt, um „Om Namo Bhagavate Sivanandaya“ zu singen, als die Sandalen in einem Berg von Blütenblättern begraben wurden. Mir war klar, daß sie es nie bis 11.00 Uhr zum Start der Prozession von Rishikesh nach Haridwar schaffen würden, wenn sie das Mantra 10.008 Mal wiederholen wollten. Ich ging, um meine Kamera auf dem Platz aufzustellen, überzeugt, daß Swamiji bald nachkommen würde. Ich traf mich mit Swami Shanmugananda und einem oder zwei anderen der älteren Schüler, die das Ende der Mala in Rishikesh organisierten. Es hatte sich eine kleine Menge von Sanyasins versammelt und wir bildeten eine Linie vom Mahasamadhischrein über den Platz und eine Flucht von Treppen hinunter zur Hauptstraße. Um 11.00 begannen wir mit dem Singen von Om Namoh Narayanaya, anfänglich mit einer Menge Energie, aber langsam begann unsere Energie zu schwinden. Ich war erst eine Woche oder so in Indien und hatte meine nordamerikanische Idee von Schnelligkeit noch nicht aufgegeben. Anstatt einfach loszulassen und zu singen, bis er kam, ärgerte ich mich und grollte darüber, daß Swamiji mal „wieder zu spät war.“ Um 11.45 Uhr war ich regelrecht außer mir. Wir sollten um 12.00 Uhr in Haridwar sein. Das war 30 Meilen entfernt, die Straßen nur mittelmäßig, und wir waren noch nicht mal gestartet. Zu dieser Zeit hatte ich genug Filmmaterial über den Start der Mala und ging die Stufen zur Straße hinunter, so daß ich Swamiji auf jeden Fall erwischen würde. Um 11.50 Uhr kam er schreiend vorbei, stehend auf einer Platform, die auf einen flachen Lastwagens gebaut war. Er fuhr direkt an mir vorbei, ohne anzuhalten, aber ein Auto mit ein paar Leuten hielt an und ich stieg ein. Ich filmte aus dem Fenster heraus, als wir die Straßen nach Rishikesh entlangschossen, etwa eine Meile oder so weit weg. Große Gruppen Schulkinder in Uniform säumten die Straße und sangen Om Namo Narayanaya, als wir vorbeizischten. Die Menschen auf dem Lastwagen und wir alle im Auto sangen mit ihnen mit. Plötzlich stoppten wir am Rande der Stadt an den Toren eines Sikh Ashrams. Swamiji war besonders darauf bedacht, die lokalen Sikhs in alles miteinzubeziehen, was wir in Rishikesh taten. Das war drei Jahre, nachdem er versucht hatte, zwischen den Sikhs und der indischen Regierung in Amritsar zu vermitteln, direkt vor dem Massaker am Goldenen Tempel. „Dadurch werden wir noch später kommen,“ dachte ich, immer noch nicht eingestimmt auf das, was wirklich wichtig war. Ich sprang aus dem Wagen, um das Treffen zwischen Swamiji und dem Führer der Sikhs zu filmen, welches hauptsächlich aus Pranams, Umarmungen und einigen Worten bestand. Dann kletterte Swamiji wieder auf seinen Lastwagen und forderte mich auf, sich neben ihn zu setzen. Nun fuhren wir die Hauptmarktstraße von Rishikesh entlang, diesmal wegen der Menschenmenge etwas langsamer, und sangen immer noch. Es gab eindeutig Löcher in der Kette und viele Leute stierten uns mit offenem Erstaunen an, als wir vorbeifuhren. Als wir durch die Stadt fuhren, wurden wir von einem jungen Mann auf einem Motorrad begleitet, der neben uns herfuhr und dabei lächelte und sang. Bevor wir uns versahen, waren wir von dreißig oder vierzig Motorräder umgeben, auf denen jeweils ein oder zwei junge Männer saßen. Als wir Rishikesh verließen und schneller wurden, blieben sie bei uns, auf beiden Seiten des Lastwagens, fuhren hin und her und sangen laut und freudig. Es gab lange Strecken auf dem offenen Land, wo es überhaupt keine Kette gab. In jedes Dorf, in das wir auf unserem Weg fuhren, wartete eine neue Kette von Schulkindern mit ihren Lehrern auf uns. Mittlerweile waren wir sehr spät dran, also wurden wir kaum langsamer. Ich überlegte, was sie wohl von uns dachten. Sie hatten gut eine Stunde gewartet und alles, was sie sahen, war ein Lastwagen und ein Auto, vollgepackt mit Leuten. Swamiji saß auf einem großen Stuhl auf dem Rücken eines Lastwagens, umgeben von wilden jungen Männern auf Motorrädern, die sich alle heiser sangen, als sie vorbeirauschten. Als wir Haridwar erreichten, wurde die Straße gerade von einer Zugschranke versperrt und wir mußten anhalten. Alle jungen Männer stiegen von ihren Motorrädern und sprangen, immer noch singend, auf Swamijis Lastwagen rauf und runter. An diesem Punkt bemerkte ich, daß sie alle das Mantra falsch aussprachen, sie ließen die letzte Silbe weg. Da standen wir, später als je zuvor, umgeben von etwas, das aussah wie eine Teenagerparty. Swamiji saß einfach ruhig da und sang, anscheinend völlig unbeeindruckt von dem verrückten Treiben um uns herum. Endlich ging die Schranke nach oben, wir flitzten nach Haridwar, parkten hinter den Ghats und eilten zum Ufer des Flusses. Ich war von der Aufregung, der Hitze und der Feuchtigkeit erschöpft, aber Swamiji ging einfach immer weiter. Er eilte die Stufen des Ghats hinunter, gefolgt von unserer Motorradeskorte, die ziemlich sicher kaum Ahnung hatte, was hier eigentlich vorging. Er stand bis zu den Knien im Ganges und begann einige Gebete auf Sanskrit aufzusagen. Wir waren nicht nur von den Menschen umgeben, die uns begleitet hatten, sondern auch von denen, die die ganze Zeit auf uns gewartet hatten plus einigen anderen, die rein zufällig hier waren. Jeder drängte und schob nach vorne, um Swamiji nahe zu sein und zu hören und zu sehen, was vor sich ging. Irgendwie bekamen wir eine Aratilampe und wir vollzogen das Arati für Mutter Ganga. Swamiji saß auf den Stufen des Ghats und begann zu sprechen. Die Motorradjungen wurden sehr still und ruhig und hörten andächtig zu. Als erstes lehrte er sie, wie man Om Namoh Narayanaya korrekt aussprach, sprach Silbe für Silbe mit ihnen durch und brachte sie nach und nach dazu, es mit uns anderen richtig zu wiederholen. Dann sprach er zu uns. Ehrlich gesagt kann ich mich an kein Wort erinnern. Ich war total beeindruckt davon, wie unsere wilde Begleitung jetzt so still dasaß und Swamiji zuhörte. Als ob sonst nichts geschehen wäre, waren diese jungen Männer irgendwie auf eine bestimmte Art und Weise von Swamiji erreicht worden. War die Friedensmala ein Erfolg? Ich kann es nicht beurteilen. Es war einer der wildesten und verrücktesten Tage meines Lebens. Und mittendrin war Swamiji der ruhende Pol und tat das, was er fühlte, tun zu müssen. Nach dem Vortrag saß er allein auf den Stufen des Ghats und meditierte. Er strahlte Frieden aus. Gopala Krishna

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.

Ein verständnisvoller Guru oder wer ist schon ein hundertprozentiger Swami?

Mittwoch, Januar 14th, 2009

Swamiji war auch immer sehr verständnisvoll, wenn jemand sich entschloß, daß das Leben eines Sanyasins nichts mehr für ihn sei.

Normalerweise dauert es viele Jahre, um ein Swami zu werden. In der Vergangenheit mußte man sechs oder sieben Jahre bei seinem Meister verbringen, um als Swami geweiht zu werden. Einige Meister sind sehr streng, um zu sehen, ob der Schüler die Stärke besitzt, ein Swami zu werden. Aber Meister Swami Sivananda hatte eine andere Meinung dazu. Er dachte, daß die meisten der jungen Leute, die zu ihm kamen, Sanyasin Samskaras hatten, also Eindrücke aus früheren Leben als Swamis, aber zu ängstlich für die nächsten Schritten waren, da sie dachten, die nötige Stärke nicht zu besitzen.
Eigentlich ist niemand perfekt genug, um ein reiner Swami zu werden. Es ist in einem Leben einfach nicht möglich, ein vollständig reiner Swami zu werden und jede Regel streng zu folgen. Das ist in einem Leben nicht möglich. Also dachte der Meister, daß jemand, der kein hundertprozentiger Swami werden konnte, zumindest ein zwanzig-prozentiger Swami sein konnte, das war immer noch viel besser, als gar kein Swami zu sein. So machte er es. Seine Vorstellungen waren von unseren ziemlich verschieden. Sowohl die anderen Swamis als auch die anderen Gurus waren nicht sehr begeistert. Sie beschwerten sich: „Swami Sivananda macht jedem zum Swami, und das ist nicht richtig. Man braucht besondere Qualifikationen.“
Der Meister dachte, daß es besser sei, auf einen Löwen zu zielen und ihn zu verfehlen als auf einen Schakal zu zielen und ihn zu fangen. Jeder kann einen Schakal fangen, aber um einen Löwen zu fangen, muß man sehr stark sein. Jeder sollte sich ein hohes Ziel setzen. Selbst wenn es mißglückte, war das viel besser. Das war die Vorstellung des Meisters. In einem Leben kann keiner ein hundertprozentiger Swami werden. Aber selbst zwanzig Prozent ist etwas in diesem Leben, im nächsten sind es vielleicht noch weitere vierzig, dann sechzig, so daß er immer näher kommt, nicht wahr?

Über Swami Devananda, Mantraeinweihung und Hingabe

Mittwoch, Januar 14th, 2009

Ich erhielt meine Mantraeinweihung 1978 auf der Yogaranch in Woodbourne. Ich kann immer noch seine Finger auf meiner Stirn fühlen.

Charlene Gordon
Victoria, British Columbia

Eines Tages, nach einem Bootsausflug nach Nassau, kehrte ich in den Ashram zurück und befestigte das Boot sicher am Dock, zumindest glaubte ich das. Das nächste, woran ich mich erinnere, war, daß jemand mich fragte, ob ich im Bootsdienst sei und als ich mit ja antwortete, hieß es „Swamiji will Dich sehen.“ Sie hätten auch sagen können, „Das Exekutionskommando erwartet Dich.“ Aber seltsamerweise hatte Swamiji bereits zwei ältere Mitarbeiter rufen lassen, als ich am Dock erschien und ihnen lautstark mitgeteilt, wie er das Boot gefunden hatte, nur an einem Ende befestigt. Er sah mich noch nicht einmal an, als er plötzlich noch einige andere falsche Dinge bei Vertäuen und Sicherung am Dock fand. Er brüllte die älteren Mitarbeiter an, ins Wasser zu gehen und alles in Ordnung zu bringen. Sie fügten sich sofort. Ich fühlte mich sehr unwohl, da ich die ganze Sache verbockt hatte, aber nichts von dem Zorn abbekam.
An diesem Abend bei der Meditation erzählte Swamiji dieses Vorkommnis und darüber, wie er sich selbst anschließend überprüft hatte. Mit Erstaunen in seiner Stimme und in seinem Blick erzählte er, wie seine Schüler sofort ohne Nachzudenken seinem Befehl gehorcht hätten und in den Nassauer Hafen gesprungen wären, um alles sicher zu vertäuen. „Welch eine Hingabe!“ rief er aus. Er sagte, daß noch nicht einmal in Indien solche Hingabe zu finden sei. Swamiji sagte zu den Staunenden, daß er keinerlei Kontrolle über diese Schüler habe. Wenn sie gewollt hätte, hätten sie ohne weiteres sagen können, „Bye-bye Swamiji“ und wären gegangen. Aber sie waren geblieben.

Swami Swyamananda

Haltung eine Yogi zur nuklearen Bedrohung

Dienstag, Januar 13th, 2009

Während der 70er und 80er Jahre sprach Swamiji auch ständig über die Bedrohung des nuklearen Holocaust. Er erinnerte uns ständig daran, daß die Welt und damit unser Leben jeden Augenblick zu Ende sein konnte. Einige Leute dachten, daß er mürrisch und trübsinnig war, wenn er das tat. Aber er wollte uns nur zu mehr kraftvoller spiritueller Praxis anspornen, zu mehr sadhana. „Warte nicht bis morgen. Vielleicht gibt es kein morgen. Beginne heute. Nutze den Vorteil jeden Augenblicks.“

Ich erinnere mich daran, daß ich während eines Yogaretreats bei Swamiji zum Essen eingeladen war. Nachdem wir uns gesetzt und uns gegenseitig begrüßt hatten, fragte ich Swamiji, ob ich ihm drei Fragen stellen könnte. Er brach in lautes Lachen aus und antwortete: „Natürlich.“ Meine erste Frage war, „Werden wir alle in einem nuklearen Krieg untergehen?“ Er gab eine schnelle Antwort, „Wahrscheinlich.“ Die zweite Frage lautete, „Gibt es irgendeine Hoffnung?“ Die Antwort war, „Ja, es gibt immer Hoffnung.“ Die dritte Frage war, „Was können wir tun?“ „Wir können jedem Menschen helfen, einem nach dem anderen.“

Bill Forster
Silver Springs, MD USA

Aus: “The Yogi”, Biography of Swami Vishnu Devananda von Gopala Krishna

Informationen über die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gibt es hier.